Umschau-Quicktipp | 27.11.2018 So finden Sie die richtige Bettdecke

Eine Familie unter der Bettdecke. 1 min
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Eine ordentliche Bettdecke ist Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf. Sie sorgt für die ausgeglichene Temperatur im Bett und reguliert die Feuchtigkeit. Wie die richtige Bettdecke beschaffen sein muss und wie man die richtige für sich findet, hängt von vielen Faktoren ab.

Füllung

In der Vorstellung vieler ist die klassische Bettdecke immer noch ein Federbett. Doch 2017 war etwa die Hälfte der produzierten Bettdecken mit Kunstfasern gefüllt, 38 Prozent mit Daunen oder Federn und der Rest mit Wolle, Baumwolle oder Kamelhaar. Nicht jedes dieser Materialien ist für jeden geeignet.

Daunen

Daunen verdanken ihre guten Eigenschaften der Natur. Jede einzelne verfügt über fast zwei Millionen Ästchen. Diese greifen ineinander und schließen die Wärme ein. Daunen sind elastisch und ihr Volumen lässt sich, wenn nötig, durch Zusammendrücken extrem reduzieren. Sie plustern sich danach ohne Probleme wieder auf. Diese Eigenschaft wird als Bauschkraft oder auch Loft bezeichnet und in der Einheit Cuin (Cubic Inches pro Unze) gemessen. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert, desto wärmer und flauschiger die Decke. Gute Daunen erreichen bis zu 900 Cuin.

Daune oder Feder?

Federn und Daunen
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Daunen sind das feine Untergefieder der Vögel. Federn bilden das sichtbare Federkleid. Ihr Kiel ist wesentlich härter als der von Daunen. Daunen geben der Decke Volumen und Elastizität. Federn sind schwerer als Daunen, flach und haben deshalb weniger Füllkraft. Deshalb gilt: Je mehr Federn, desto schwerer und kompakter ist die Decke.

Der Anteil von Daune und Feder wird auf dem Etikett in Gewichtsprozenten angegeben. Erst wenn eine Bettdecke mindestens 60 Prozent Daunen enthält, darf sie sich Daunenbett nennen. Sonst ist es ein Federbett.

Beim Kauf sollte man auch darauf achten, ob Enten- oder Gänsedaunen in die Decke gefüllt wurden. Entendaunen haben weniger Volumen als Gänsedaunen, wärmen weniger und sind deshalb preisgünstiger.

Aber Achtung: Selbst wenn auf dem Etikett „Reine Gänsedaunen“ steht, können bis zu 10 Prozent Entendaunen beigemischt sein; wenn nur „Gänsedaune“ drauf steht, bis zu 30 Prozent. Steht auf dem Etikett „Federn und Daunen“, besteht die Füllung meist zu 100 Prozent aus Ente.

Auskunft über die Beschaffenheit der Füllung geben auch die Klassen I bis III, die der Anbieter auf dem Etikett nennen muss. Klasse I heißt, in der Decke befinden sich neue Federn und Daunen und maximal 5 Prozent andere Anteile wie aufbereitete Ware oder Bruch. Bei Klasse II sind das bis zu 15 Prozent und bei Klasse III mehr als 15 Prozent.

Qualitätssiegel

Tierschützer werfen Daunenproduzenten Tierquälerei vor. Die Vögel würden lebend gerupft, was ihnen Schmerzen und Verletzungen zufügt. Immer mehr Kunden fragen nach „sauberen Daunen“. Dem wollen Hersteller mit Siegeln Rechnung tragen, die für strengere Tierschutzauflagen stehen. Derzeit sind Daunendecken mit den Siegeln „Traumpass“, „Downpass 2017“ und „Responsible Down Standard (RDS)“ im Handel. Diese Siegel versichern, dass kein Lebendrupf verwendet wird. Allerdings sind Kontrollen in den Aufzuchtbetrieben angekündigt und nicht verpflichtend. Es gibt also keine 100prozentige Garantie für eine tiergerechte Produktion der Daunen.

Pflege von Feder- und Daunenbetten

Daunendecken sollten morgens gelüftet und aufgeschüttelt werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Hersteller empfehlen, Daunendecken alle ein bis zwei Jahre mit einem rückfettenden Spezialwaschmittel oder Waschmittel für Wolle oder Seide zu waschen. Allerdings sollte das nur selbst gemacht werden, wenn die Waschmaschine ausreichend groß und auch ein Trockner vorhanden ist, denn an der Luft können die Betten nur sehr schwer richtig trocknen. Ist kein Trockner vorhanden, übernehmen gegebenenfalls Wäschereinigungen oder Bettenfachhändler diese Pflege.

Leider gehen bei der Wäsche von Daunen die Füllungen oft auf Wanderschaft zwischen den einzelnen Steppbereichen der Decke. Hochwertige Daunendecken kann man im Fachgeschäft aufarbeiten lassen. Dabei wird Bruch aussortiert, mit frischen Daunen nachgefüllt und oft eine neue Hülle verwendet. Allerdings sollte man hier genau nachrechnen, ob nicht ein Neukauf günstiger ist als die Aufarbeitung, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Decken ja eventuell doch schon einige Jahre alt sind.

Synthetik

Synthetische Fasern sind ein Füllmaterial für Bettdecken, das immer größere Verbreitung findet, und das, obwohl sie mehr Wärme entweichen lassen als Daunen und Feuchtigkeit schlechter transportieren. Die Qualität von Synthetikdecken ist in den letzten Jahren jedoch immens gestiegen. Inzwischen ist die Industrie in der Lage, in den Fasern nahezu alle Eigenschaften der Daunen in hohem Grad nachzuahmen. Die Füllungen bestehen aus Hohl- oder Mikrofasern und machen die Decken flauschig und leichter als Feder oder Daune. Der große Vorteil der Synthetikfüllung ist, dass man die Decken häufiger und unkompliziert waschen kann, manche sogar kochen. Das ist bei für Allergiker oder Menschen mit Pflegebedürftigkeit ein großes Plus. Außerdem liegen die Synthetikdecken preislich unter Decken mit Feder- oder Daunenfüllung.

Weitere Füllungen

Einige Hersteller bieten auch Decken mit Füllungen aus anderen Naturmaterialien wie Kaschmir, Kamelhaar, Schurwolle, Seide, Baumwolle oder Kapok an. Kaschmir- und Kamelhaardecken wärmen ähnlich gut wie Daunen, sind aber schwerer, schlecht waschbar und sehr teuer. Schurwolle kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen und hat eine bemerkenswerte Selbstreinigungskraft. Allerdings ist Schurwolle nicht ganz so weich wie andere Naturmaterialien und nur sehr eingeschränkt waschbar. Baumwolle und Seide halten nicht so warm wie Daunen, leiten aber die Feuchtigkeit gut ab. Sie sind also ideale Sommerdecken. Seltener angeboten werden Decken mit Kapok, einer flaumigen Hohlfaser des Kapokbaumes. Diese Faser ist nicht sehr stabil und für Bettdecken deshalb nur bedingt geeignet.

Wärmeklassen

Viele Hersteller vermerken auf dem Etikett sogenannte Wärmeklassen. Meist reichen diese von „Klasse 1“ für leichte Sommerbetten bis „Klasse 5“ für schwerere, warme Winterbetten. Diese Einteilung hilft bei der Orientierung, ist aber nicht verbindlich geregelt.

Größe

Der Bettenmarkt bietet mehrere Größen bei Bettdecken an. Das Standardmaß sind 135x200 Zentimeter. Diese Größe passt für Menschen bis zu 180 Zentimeter Körpergröße. Wer größer ist, sollte eine Decke in der Komfortgröße von 155x220 Zentimeter kaufen und wer gern zu zweit kuschelt, für den gibt’s Decken in den Größen 200x200 oder auch 220x240 Zentimeter.

Allergiker

Eine junge Frau liegt erkältet im Bett.
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Allergikern wird oft geraten, Feder- oder Daunendecken zu meiden. Das ist überholt. Auch diese Bettdecken können bei 60 Grad gewaschen werden. Das reduziert die eventuelle allergene Belastung wirksam. Die Hüllen der Betten sind außerdem meist so dicht gewebt, dass sie eine natürliche Barriere für Milben bilden. Diese leben sowieso eher in der Matratze.

Fazit

Die Bettdecken sollten nach den jeweiligen Bedürfnissen des Schlafenden ausgesucht werden. Wer viel schwitzt, braucht eine Decke, die die Feuchtigkeit gut reguliert und öfter gewaschen werden kann. Wer schnell friert, eine mit gutem Wärmehaltevermögen. Dabei können die Decken je nach Füllung unterschiedlich schwer ausfallen. Wer synthetische Decken wählt, hat es mit der Pflege ein bisschen einfacher, Daunen- und Federbetten bedürfen einer im Verhältnis aufwendigeren Pflege.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 27. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 09:10 Uhr