Umschau-Quicktipp | 11.02.2019 Feuchtigkeit im Auto: So schaffen Sie Abhilfe

Kaum noch Sicht nach draußen: Von innen beschlagene Autoscheibe 1 min
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MDR JUMP Mo 11.02.2019 10:45Uhr 01:12 min

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Das Problem plagt viele Autofahrer vor allem bei nasskaltem Wetter  und im Winter: Sie wollen losfahren, doch es fehlt der Durchblick. Beschlagene Scheiben behindern die Sicht und können lebensgefährlich werden. Wir haben Tipps und Tricks gesammelt, wie Sie Feuchtigkeit aus dem Auto loswerden.

Darum beschlagen die Scheiben

Zum einen sind Temperaturunterschiede zwischen der kalten Autoscheibe und der warmen Innenraumluft schuld. Das bemerken Sie besonders, wenn Sie sich an Wintertagen ins Auto setzen. Feuchte, warme Atemluft lässt die Scheiben beschlagen.  Zum anderen sorgt auch Feuchtigkeit aus der Lüftung, von Schuhen, Kleidung, Fußmatten oder durch poröse Dichtungen für beschlagene Scheiben. 

Erste Hilfe: Lüftung und Klimaanlage

Am schnellsten klappt die Entfeuchtung, wenn Sie eine funktionierende Klimaanlage besitzen, die das Auto gut heizt und die feuchte Luft nach außen befördert. Wichtig: Die Lüftung darf nicht auf Umluft eingestellt sein, sonst bleibt die Feuchtigkeit im Auto. Etwas langsamer schafft das Einschalten des Luftgebläses, Abhilfe. Dabei sollten Sie die Lüftung direkt auf die Frontscheibe stellen. Damit die warme, feuchte Luft gut entweichen kann, öffnen Sie das Fenster zusätzlich einen Spalt weit. Zwangsentlüftungen im Kofferraum, die meist hinter der Seitenverkleidung liegen, können durch Gepäck blockiert werden. Das verhindert eine gute Durchlüftung, sie sollten freigeräumt werden. Ein weiteres Mittel gegen Feuchtigkeit im Auto ist ein Entfeuchter. Die kosten um die 10 Euro im Handel und zeigen an, wenn sie gesättigt sind. Aber auch zusammengeknüllte Zeitung, Katzenstreu oder grobes Salz in einem Stoffbeutel oder einer alten Socke können helfen.

Zweite Hilfe: Feuchtigkeit wegwischen

Ein junger Mann mit Eimer, Fensterreiniger und Putzlappen
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Hilfreich sind auch trockene und vor allem saubere Scheibenschwämme und Tücher. Die entfernen den größten Teil der niedergeschlagenen Feuchtigkeit. Wichtig dabei: Halten Sie Ihre Scheiben immer möglichst sauber, putzen Sie sie auch mal mit einem speziellen Scheibenreiniger. Sie lassen sich so besser und ohne Schlieren zu hinterlassen trockenwischen. Antibeschlag-Sprays können zwar in einem gewissen Maß das Beschlagen der Scheiben vermindern, hinterlassen aber oft einen schmierigen Film, der gerade bei Dunkelheit und Gegenlicht oder direkter Sonneneinstrahlung die Sicht behindern kann.   

Wenn die Feuchtigkeit bleibt

Es ist tatsächlich zu einem gewissen Teil bauartbedingt, wie stark ein Auto unter Innenraumfeuchtigkeit "leidet". Besonders ältere Modelle mit ungünstig gelegenen Zwangsentlüftungen können betroffen sein. Lüftung und Klimaanlage brauchen dann einfach länger zum Entfeuchten, sollten es aber in jedem Fall schaffen. Ist das Auto trotzdem immer wieder feucht, muss die Ursache gefunden und beseitigt werden.

Feuchte Sachen aus dem Auto verbannen

Insbesondere in den Wintermonaten trägt man viel Feuchtigkeit ins Auto, beispielsweise durch nasse Schuhe und Kleidung oder durch einen feuchten Regenschirm. Diese Sachen sollten nur so lange wie nötig im Auto bleiben, niemals aber beispielsweise über Nacht. Bei Schnee sollten Sie die Kleidung vor dem Einsteigen so gut wie möglich abklopfen, auch die Schuhe sollten Sie so weit wie möglich von Schnee befreien. Gummifußmatten sollte man regelmäßig abschütteln und mit Tüchern trocknen.  Unter Textilfußmatten helfen Zeitungen, den Teppich im Fußraum zu trocknen. Ab und an sollten Fußmatten zum Trocknen ganz aus dem Auto genommen werden.

Laub entfernen

Häufige Ursache für Feuchtigkeit im Auto ist Laub: Besonders wichtig ist es daher, herabgefallenes Laub nicht einfach nur oberflächlich vom Blech zu fegen, sondern vor allem auch die Senke zwischen Motorhaube und Frontscheibe, wo meist die Scheibenwischer montiert sind, gründlich zu reinigen. Das Laub sorgt für Verstopfungen der Regenabläufe. Das Wasser kann nicht entsprechend ablaufen und landet gegebenenfalls in den Fahrzeuglüftungen. Außerdem gelangt so feuchte Luft durchs die Lüftungskanäle ins Auto.

Abflusslöcher freistochern

Weitere Gründe für Feuchtigkeit im Auto: Wasserablauflöcher, die sich etwa im Kofferraum oder in den Radkästen befinden, können verstopft sein. Auch die Türen haben Abläufe, die frei sein müssen, damit sich im Auto die Feuchtigkeit nicht staut und in den Innenraum gelangen kann. Bei Feuchtigkeit sollten Autobesitzer daher immer auch versuchen, die Abflüsse vorsichtig freizustochern. Nutzen Sie dafür allerdings keine scharfkantigen Werkzeuge, denn damit könnten sie sensiblere Teile beschädigen.

Klimaanlage checken

Nicht selten sind auch das Gebläse oder die Klimaanlage sowie möglicherweise auch der Innenraumfilter beeinträchtigt und damit für die zunehmende Feuchtigkeit im Auto verantwortlich. Eine gründliche Reinigung der Lüftung sowie der Austausch des Innenraumfilters sorgen in der Regel für ein besseres Klima im Auto. Außerdem kann nur eine gut gewartete und somit einwandfrei funktionierende Klimaanlage richtig entfeuchten. Achten Sie bei den Durchsichten in der Werkstatt auf die entsprechenden Wartungsintervalle.

Dichtungen überprüfen und pflegen

Hat das Auto schon ein paar Jahre auf dem Buckel, sollten die Gummidichtungen an Türen, Kofferraumklappe oder Schiebedach kontrolliert werden. Sind sie porös oder gerissen, kann Wasser eindringen. Pflegen Sie diese Stellen am besten regelmäßig mit speziellen Gummipflegemitteln. Außerdem sollte man bei Autowäschen mit einem Hochdruckreiniger nicht zu nah ans Auto, weil dies die Gummidichtungen an Fenstern und Türen schädigen kann.

Wenn alles nicht hilft: Fachmann aufsuchen

Wer vieles versucht hat, aber keinen Erfolg hatte, sollte eine Werkstatt aufsuchen. Nicht nur weil beschlagene Scheiben ein Sicherheitsrisiko darstellen. Schimmelsporen, die bei länger anhaltender Feuchtigkeit entstehen, können schließlich die Gesundheit gefährden. Außerdem kann die Bordelektronik Schaden nehmen und teure Reparaturen verursachen. Fachleute kennen meist die Problematik und prüfen bekannte Schwachstellen, wie beschädigten Heizkühler, ungenügender Druck und Füllstand der Klimaanlage, einen gebrochenen Schlauch der Heckscheibenreinigungsanlage und auch verstopfte Abflusslöcher im Fahrzeugboden.

Nicht immer wird es in der Garage trocken

Gerade wenn Karosse und Dichtungen im Schnee und Regen richtig nass geworden sind, trocknen sie besonders schlecht in kleinen, kaum durchlüfteten Garagen. Stellen Sie ein feuchtes Auto für lange Zeit so ab, bieten Sie dem Rost ideale Arbeitsbedingungen. Ein Carport ist da die bessere Alternative. Oder, wenn das geht, öffnen Sie ein Fenster in der Garage und ebenso im Auto.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 11. Februar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2019, 00:10 Uhr