Umschau-Quicktipp | 09.03.2018 Günstige Akkuschrauber

Tapezieren, Schränke und Regale bauen und sogar die SAT-Schüssel eigenhändig reparieren - all das können Sie mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug. Unentbehrlich dabei: der Akkuschrauber. Wir sagen Ihnen, wie Sie aus der riesigen Auswahl den richtigen für sich finden.

Für jeden Zweck der richtige

Eine Frau hält in einer Hand einen elektrischen Schraubenzieher und in der anderen ein Mobiltelefon
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Sie können sich einen Akku-Schrauber für 10 oder auch für 500 Euro kaufen. Hersteller und Modelle gibt es reichlich, zu jedem Preis und in jeder Qualität. „Es kommt eben darauf an, was Sie damit machen wollen“, klärt Handwerksspezialist Jochen Brettscheider gleich mal die erste Frage. Für die paar Schrauben vom Selbstbauregal reicht ein kleiner Akkuschrauber für ein paar Euro mit einem eingebauten Akku. Wollen Sie eine Terrasse mit Holz belegen, müssen schnell ein paar hundert Schrauben eingedreht und eventuell Löcher vorgebohrt und angesenkt werden. „Da machen Sie ein Billigteil ganz schnell platt oder überhitzen es und müssen ständig warten, bis es weitergehen kann“, so der Experte. Überlegen Sie sich also beim Kauf folgendes:

  • Wie oft will ich mit dem Gerät arbeiten?
  • Wie viele Schrauben, Löcher usw. muss das Gerät schaffen?
  • Wie stark beanspruche ich das Gerät?
  • Wer soll mit dem Gerät arbeiten?   

Akku-Schrauber

Sie sind klein, leicht und handlich. Reine Akku-Schrauber haben anstelle eines Bohrfutters eine Sechskant-Aufnahme für Bits. Gerade beim Aufbauen von Möbeln sind diese kleinen kräftigen Schrauber ideal. Sie kommen damit auch in schwer zugängliche Ecken, die Beleuchtung an der Bit-Aufnahme hilft bei der Orientierung. Für rund 40 Euro bekommen Sie gute Markengeräte, mit denen bis zu 30 Schrauben problemlos zu schaffen sind. Manche haben eine integrierte Bitwechseltrommel. Das ist allerdings Geschmackssache. Werden spezielle Bohrer mit Bitaufsatz mitgeliefert, können Sie mit den kleinsten Akku-Geräten sogar ein paar Löcher bohren. Bei einem Durchmesser von fünf Millimetern ist hier allerdings meistens Schluss. Achten Sie darauf, dass sich die Geräte zum manuellen Nachziehen der Schrauben eignen. Mit halb gedrücktem Schalter können sie die Schrauber dann dank Motorbremse wie einen normalen Schraubendreher benutzen. Billiggeräte gehen bei solchen Arbeiten gerne mal kaputt. 

Akku-Bohr-Schrauber

Ab rund 80 Euro bekommen Sie Geräte, die mehr Kraft haben und zusätzlich wie eine normale Bohrmaschine funktionieren. Mit Akku haben Sie aber wesentlich mehr Bewegungsfreiheit als bei der Bohrmaschine mit Leitung. Die Bohrfutter nehmen Bohrer und Bithalter auf. Bei guter Akkuleistung können Sie mit solch einem Gerät gut 100 Schrauben verarbeiten. Für das Bohren kleinerer Löcher in Beton, Holz oder auch Blech reichen Bohr-Schrauber mit einer Akkuleistung von 12 Volt. Die Bohrfutter nehmen dann meist Bohrer bis 10 Millimeter Durchmesser auf. Für den Hausgebrauch ist das auch völlig ausreichend. Wollen Sie größere Projekte realisieren, etwa einen Carport bauen oder ähnliches, greifen Sie am besten zu Geräten mit 18-Volt-Akku. Die Bohrfutter nehmen dann bis zu 13-Millimeter-Bohrer auf. Vorsicht: Bohren Sie ohne Fachkunde und Erfahrung niemals mit Bohrern ab acht Millimetern Durchmesser in Metall. Verkantet der Bohrer, dann bricht er ab dieser Stärke nicht mehr. Stattdessen dreht die Maschine über, wodurch Sie sich schwer verletzen können.  

Schlag-Bohr-Schrauber

Die Schwergewichte unter den Akku-Geräten können ab einem Preis von rund 150 Euro tatsächlich eine gute Schlagbohrmaschine ersetzen. Zusätzlich zum normalen Schrauben und Bohren können Sie hier nämlich noch ein Schlagwerk einsetzen. Ideal sind diese Geräte bei Renovierungsarbeiten, bei denen Sie einzelne Löcher in Beton oder Mauerwerk bohren müssen. Für einen Dauerbetrieb in Beton oder gar Naturstein sind Schlagbohrmaschinen aber besser geeignet, sie halten einfach durch.

Der ideale Schrauber für den Hobby-Heimwerker

Hände halten einen Akkuschrauber. Dahinter ist eine Holzkonstruktion und ein Mann zu sehen.
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Für ein einigermaßen brauchbares Gerät, das Sie vielfältig einsetzen können, sollten Sie mindestens 60 Euro ausgeben. „Dafür bekommen Sie schon was Ordentliches, mit dem Sie ein paar Jahre arbeiten können. Markenprodukte sind da in der Regel besser und robuster“, sagt Do-it-yourself-Academy-Trainer Brettscheider. Achten Sie neben einer Drehzahlregulierung und einer Beleuchtung am Bohrfutter vor allem auf einen leistungsfähigen Akku.

 Auf den Akku kommt es an

Mal abgesehen von den kleinen Akku-Schraubern für den Möbelbau mit 3,6 Volt-Akku, sollten Sie sich für ein Gerät mit Lithium-Ionen-Akku mit mindestens 12 Volt entscheiden. Diese Akkus haben genug Power für 50 bis zu 100 Schrauben, je nach Länge und Durchmesser. Sollten Sie viel vorhaben, kaufen Sie ein Gerät mit Wechsel-Akku oder gleich einen Akkuschrauber aus einer Gerätegruppe, bei welcher immer der gleiche Akku benutzt wird. Vorteil des zweiten Akkus, Sie können ohne lästige Zwangsladepause arbeiten.

Das ideale Gewicht

Gerade bei langwierigen Arbeiten ist ein leichtes Gerät von Vorteil. Ein kleiner Akkuschrauber zum Küchenaufbau wiegt zwischen 300 und 500 Gramm. Damit können auch Ungeübte einen halben Tag hantieren. Der Akku-Bohr-Schrauber geht mit bis zu einem Kilo dann schon deutlich auf den Arm, wenn man ihn länger benutzt. Beim Schlagschrauber wird es noch anstrengender. Schätzen Sie Ihre Kräfte gut ein, gerade wenn es zu schwer wird, arbeiten Sie vielleicht nicht mehr wirklich genau. 

Fazit

Ein günstiger Akku-Schrauber, Akku-Bohr-Schrauber oder Schlagbohr-Schrauber muss nicht unbedingt billig sein. Zwar gibt es schon für 20 Euro passable Geräte beim Discounter oder auch mal im Baumarkt. Wollen Sie aber lange Freude an einem guten Werkzeug haben, mit dem Sie leicht und gut zurechtkommen, greifen Sie zum Markenprodukt. Für rund 80 Euro bekommen Sie einen Akku-Bohr-Schrauber, der Ihnen im Haushalt bei fast allen Arbeiten weiterhilft. Fragen Sie im Zweifel einen Experten im Fachmarkt. So finden Sie das Gerät, das genau für Ihre Bedürfnisse geeignet ist.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 09. März 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2018, 10:50 Uhr