Umschau-Quicktipp | 03.09.2018 Halogenlampen: Das bedeutet das neue Verbot

Halogenlampe 1 min
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Die Glühbirne ist längst tot. Jetzt stirbt auch noch die Halogenlampe. Wie reagieren Sie auf das Halogenlampenverbot, das am 1. September in Kraft tritt? Und wie beleuchten Sie Ihr Haus richtig und kostengünstig? Darauf gibt’s jetzt Antworten:

Welche Lampen sind jetzt im Handel?

Die Glühlampe, so heißt sie ja richtig, ist seit rund sechs Jahren aus den Läden verschwunden. Jetzt sollen ihr laut EU-Richtlinie zur Energieeinsparung in privaten Haushalten die Halogenlampen folgen. Ab 1. September dürfen in Läden nur noch Rest- und Lagerbestände verkauft werden.

Der Glühdraht einer Glühbirne verglimmt neben einer Kompaktleuchtstofflampe, einer LED- und einer Halogen-Xenon-Lampe
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Ausnahmen bilden solche Halogenlampen, für die es mit Energiesparlampen oder LED-Lampen noch keinen Ersatz gibt. Dazu zählen Speziallampen wie etwa für den Backofen oder Halogenlampen mit einer enorm hohen Leuchtkraft. Es gibt für nahezu jede Halogenlampe einen LED-Ersatz. „Die gängigen Fassungen, also die kleinen E14- und großen E27-Schraubfassungen, aber auch die Steck- oder Sockelfassungen finden Sie ganz normal auch als LED Lampe. Auch für die in Baustrahlern eingesetzten länglichen Halogenlampen, R7S, gibt es Ersatz. Nur bei Halogenlampen mit außergewöhnlich hoher Lichtleistung könnten LEDs an ihre Grenzen kommen“, so Stefan Nakazi. Bei solchen Spezialfällen sollten Sie sich im Fachhandel beraten lassen.

Was sollten Verbraucher tun?

Die EU-Richtlinie hat Ihren Sinn, und der heißt: Strom sparen. LED- und Energiesparlampen verbrauchen gegenüber Glüh- und Halogenlampen gerade mal ein Viertel der Energie. Außerdem haben sie eine viel höhere Lebensdauer. Sie sind dafür in der Anschaffung teurer, sollen das aber über die Jahre locker wieder einspielen. Nun könnten Sie auf einmal alle vom Bundesamt für Umwelt geschätzten durchschnittlich 25 Lampen in Ihrem Haushalt austauschen und damit ab sofort jede Menge Energie sparen. „Sie müssen aber keine Lampen austauschen oder Ähnliches. Zu Hause können Sie auch erstmal alles so lassen, wie es ist. Sie sollten sich nur darauf einstellen, dass Sie in naher Zukunft keine Halogen-Ersatzlampen für Ihre Beleuchtung mehr bekommen“, so der Experte. Sie können aber auch nach und nach kaputt gehende Halogenlampen durch moderne Leuchtmittel ersetzen. Eins sollten Sie jedenfalls nicht tun, rät unser Experte: „Kaufen Sie bloß nicht auf Vorrat jetzt noch Halogenlampen. Damit legen Sie sich einfach nur Energiefresser auf Halde. Mit LED- und Energiesparlampen sparen Sie auf lange Sicht kräftig.“ Lediglich bei ganz seltenen Exemplaren von Designerlampen oder Ähnlichem, in die auch optisch keine Energiespar- oder LED-Lampe passt, lohnt es sich, jetzt noch eine entsprechende Reserve anzulegen.

Sparpotenzial

Ein grünes Stromkabel mit einem grünen Stromstecker liegen auf Euro Geldscheinen.
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Die Verbraucherzentrale NRW hat ausgerechnet, dass Sie beim Umstieg von einer 46-Watt-Halogen- auf eine 9,5-Watt-LED-Lampe fast 180 Euro in 15 Jahren sparen können. Erstens hält die LED-Lampe über sieben Mal länger, und zweitens verbraucht sie nur ein Viertel an Strom. Wenn Sie die oben erwähnten rund 25 Lampen im Haus austauschen, kommt schon in nur einem Jahr eine Menge zusammen. Allerdings sind LED-Lampen in der Anschaffung erstmal doppelt so teuer.

Auf Mindestleistung des Trafos achten

Ein Umrüstproblem könnte bei Ihnen auftauchen, wenn Sie an einer Zimmerdecke viele Halogenlampen als Strahler verbaut haben. Bei 230 Volt Lampen müssen Sie beim Umstieg nichts beachten. Betreiben Sie die Lampen aber mit einem 12 Volt Trafo, könnte es Probleme geben. Dazu meint unser Experte: „Manche dieser Trafos brauchen eine Mindest-Watt-Leistung. Haben Sie 10 Halogenlampen zu je 40 Watt und der Trafo braucht eine Mindestleistung von 200 Watt, ist alles in Ordnung. Rüsten Sie auf 10 LED-Lampen mit je acht Watt um, kommen Sie auf 80 Watt und der Trafo könnte streiken.“ In so einem Fall sollten Sie nur so viele Lampen umrüsten, dass die Mindestleistung des Trafos garantiert wird. Und bei der nächsten Renovierung tauschen Sie den Trafo aus. Es gibt auch Nachttisch- oder Schreibtischlampen mit eingebautem Trafo, bei denen der Lampentausch nicht funktioniert.  

Soll gedimmt werden?

Wenn Sie mit Ihrer Beleuchtung spielen und verschiedene Atmosphären erzeugen möchten, greifen Sie bei der Umrüstung zu LED-Lampen. Die meisten davon lassen sich mittlerweile dimmen und können Farbe und Helligkeit ändern. Fragen Sie aber im Fachhandel nach: Einfache Modelle mit Trafo sind unter Umständen nicht dimmbar. Mit Gas oder Quecksilberdampf gefüllte Lampen lassen sich in der Regel nicht dimmen.

Besser hochwertige Lampen kaufen

Die teure Anschaffung der LED- oder Energiesparlampen verführt dazu, nach Schnäppchen zu schauen. Davon rät unser Experte ab: “Billigprodukte in Sachen LED halten oftmals nicht besonders lang. Bei herkömmlichen Energiesparlampen könnten Sie Probleme mit der Lichtfarbe, Helligkeit und Startverzögerung bekommen.“ Kaufen Sie deshalb im Fachhandel oder setzen Sie auf Markenprodukte. Auf lange Sicht haben Sie mehr davon.

Lampenleistung und -farbe

Früher konnten Sie sehr einfach von der Leistung einer Lampe auf Ihre Helligkeit schließen. 30 Watt war eher weniger, 100 Watt so richtig hell. Diese Erfahrungswerte lassen sich bei Angaben wie 9,5 Watt auf einer LED-Lampe leider nicht mehr nutzen. Deshalb wird die Leuchtkraft heutzutage auch in Lumen angegeben. Mit rund 800 Lumen bekommen Sie einen 20-Quadratmeter-Raum gut beleuchtet. Je höher die Zahl ausfällt, desto heller wird es. Ein wichtiger Wert ist auch die Lichtfarbe, angegeben in Kelvin, die für die optimale Beleuchtung wichtig ist. Je höher die Kelvin-Angabe, desto weißer und heller ist das Licht. 6000 Kelvin sind am Arbeitsplatz gut, 2000 bis 3000 Kelvin im gemütlichen Wohnzimmer.

Halogenlampen im Hausmüll entsorgen

Halogenlampen bestehen aus Metall und Glas. Wenn sie zerbrechen, verflüchtigt sich das Edelgas ohne Schaden anzurichten. Im Glascontainer stört das Metall, im Kunststoffcontainer das Glas. Deshalb können Sie Halogenlampen problemlos über den Hausmüll entsorgen.   

Letzter Tipp

LED-Lampen haben eine enorm hohe Schaltfreudigkeit. Es macht ihnen nichts aus, oft an- und ausgeschaltet zu werden. Sie leuchten auch immer sofort mit voller Leistung. Wenn Sie noch mehr Strom sparen wollen, kann das Licht also jedes Mal ausgemacht werden, wenn Sie einen Raum verlassen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 03. September 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 15:40 Uhr