Umschau-Quicktipp | 05.03.2018 Handy-Display zerstört – Wie kann man die persönlichen Daten retten?

Für Smartphone-Besitzer ist es der absolute Ernstfall: Das Handy fällt runter und das Display ist völlig kaputt. Dann ist nicht nur der Bildschirm hinüber und muss für teures Geld ersetzt werden. Meist sind auch persönliche Daten wie Bilder, Kontakte oder Nachrichten in Gefahr. An die kommen Nutzer dann häufig nicht mehr heran, weil sie auf dem Smartphone-Bildschirm keine PIN eingeben oder das Entsperr-Muster zeichnen können. Mit ein paar Tricks sind aber nicht alle Daten verloren.

iPhone-Besitzer sollten vorgesorgt haben

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Bei Apple-Smartphones kommen Nutzer vergleichsweise einfach an ihre Daten. Vorausgesetzt, sie haben ihr iPhone vorher schon mindestens einmal an ihren privaten Computer angeschlossen oder die iCloud für ihr Gerät aktiviert. „Denn wenn man ein iPhone das erste Mal an einen Rechner anschließt, dann wird man gefragt, ob das Gerät vertrauenswürdig ist. Das kann man dann nur über das iPhone-Display bestätigen und das geht bei einem kaputten Display nicht mehr“, sagt Blasius Kawalkowski von inside-handy.de. War das iPhone aber vorher schon einmal an den Laptop oder PC angeschlossen, erkennt der Rechner das Gerät auch später immer wieder. Dann können Nutzer über die Apple-Software iTunes ein Backup vom Gerät mit dem kaputten Display machen.

Umweg über Apples Onlinedienst

„Alternativ klappt das Retten der Daten auch, wenn man auf dem iPhone die iCloud aktiviert hatte“, sagt unser Experte. Dann werden Daten wie Kontakte, Bilder oder Nachrichten regelmäßig im Hintergrund mit dem virtuellen Speicher ausgetauscht. Ist das Display hinüber, können iCloud-Nutzer ihre online gespeicherten Daten auf den Rechner oder ein neues iPhone laden. Wer den Online-Dienst nicht nutzt und auch nicht das iPhone mindestens einmal mit dem privaten Computer verbunden hat, kann nur auf Profihilfe setzen. „Dann sollten sie dem Reparaturdienst aber sicherheitshalber sagen, dass der keine Daten löscht und auch kein Firmwareupdate machen soll“, sagt Blasius Kawalkowski.

Android-Benutzer haben verschiedene Möglichkeiten

Ist das Display eines Android-Smartphones völlig hinüber, können Nutzer mehrere Wege versuchen. „Am einfachsten klappt das Ganze natürlich, wenn man persönliche Daten wie Bilder auf einer MicroSD-Karte gespeichert hat“, sagt unser Experte. Viele Android-Smartphones kommen inzwischen mit so einer Speichererweiterung. Die kann über ein Kartenlesegerät am PC ausgelesen werden. „Dann muss man aber der Kamera am Smartphone vorab gesagt haben, dass sie alle Bilder und Videos auf der Karte ablegt“, sagt Blasius Kawalkowski. Zusätzlich können Android-Nutzer über das Google-Konto ihres Geräts das Retten ihrer Daten versuchen. Das mussten sie beim ersten Einrichten des Handys anlegen. Dieses Konto kann dann auch für die Datenrettung genutzt werden. „Dort sind auch alle Kontakte oder E-Mails hinterlegt. Sobald man ein neues Smartphone mit diesem alten Google-Konto verbindet, hat man diese Daten auch auf dem neuen Handy“, sagt unser Experte. Alternativ klappt das Ganze auch über den normalen Internetbrowser am Computer, über den man mit Login und Passwort auch auf das Google-Konto zugreifen kann.

Antippen geht nicht

Android-Smartphones lassen sich auch über das USB-Kabel an den Rechner anschließen und verhalten sich dann ähnlich wie andere Massenspeicher auch. Allerdings können Nutzer erst dann auf ihre Daten auf dem Handy zugreifen, wenn sie das Display entsperrt haben. Selbst wenn sie keinen Sperrbildschirm eingerichtet haben, gibt es dann immer noch ein Hindernis. Das Smartphone muss über das Display als USB-Gerät beim Computer angemeldet werden. Entsperren und Auswählen geht bei kaputten Geräten nicht. „Bei manchen Herstellern wie Samsung kann man dann über die mitgelieferte Handy-Software für den Computer gehen. Die heißt bei Samsung Kies und darüber kann man das Smartphone vom Computer aus entsperren“, sagt unser Experte. Das Smartphone wird dann ähnlich wie ein USB-Stick vom PC erkannt.

Adapter für wenige Euro

Bei vielen Smartphones anderer Hersteller funktioniert dieser Weg aber nicht. Bei diesen Geräten helfen so genannte OTG-Adapter weiter, die es für wenige Euro im Fachhandel oder über Onlinehändler gibt. „Diese OTG-Adapter steckt man in den Micro-USB-Eingang vom Smartphone und dann kann man eine Maus oder eine Tastatur anschließen“, sagt Blasius Kawalkowski. Darüber kann dann blind eine PIN eingegeben werden oder der Menüpunkt USB-Gerät ausgewählt werden. War das Gerät vor dem Sturz aus, sollten Nutzer vor dem Einschalten sicherheitshalber noch die SIM-Karte aus dem Gerät nehmen. Sonst müssen sie zusätzlich noch die PIN für das Handy eingeben. Funktionieren die genannten Wege nicht, bleibt nur der Weg zum Reparaturdienst.

Fazit: Regelmäßig Backup machen

Bleibt das Display nach einem Sturz komplett schwarz oder lässt keine Touch- und Wisch-Eingaben mehr zu, kommen Nutzer über verschiedene Wege häufig doch noch an ihre Daten. Das klappt allerdings nicht immer und ist oft etwas umständlich. Smartphone-Besitzer sollten daher regelmäßig ein Update über iTunes (bei iPhones) oder die Hersteller-Software (bei Android-Smartphones) machen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 05. März 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2018, 00:10 Uhr