Umschau-Quicktipp | 09.08.2018 Internet-Router: Was muss ein gutes Gerät können?

Sie sind unter uns. Tausende, ja Millionen von ihnen versehen täglich ihren Dienst ohne, dass wir es merken. Erst wenn der Computer nicht mehr ins Internet will, wir nicht mehr telefonieren oder die Lieblingsserie im TV streamen können, merken wir, was der Internet-Router fortwährend für uns leistet. Ist er kaputt oder zu alt, stellt sich die Frage: Wie muss er sein, der neue Router für Ihr zu Hause? Das finden Sie jetzt raus:

Warum brauchen Sie einen Router?

Wenn Sie ganz einfache Bedürfnisse haben,  wie ab und zu mal am Schreibtisch ins Internet zu gehen oder am Festnetz zu telefonieren, brauchen Sie eigentlich keinen Router, sondern nur ein Modem. Das wandelt die Signale aus der Telefondose so um, dass der Computer damit etwas anfangen kann. In die andere Telefonbuchse kommt das Festnetztelefon und Sie können loslegen.

Anders wird es, wenn Sie an die Medien in Ihrem zu Hause etwas höhere Ansprüche haben. Sollen mehrere Computer aufs Internet zugreifen können, Smartphones im Internet surfen, IP-Telefone benutzt werden und das manchmal auch noch gleichzeitig, dann brauchen Sie einen Router. Auch smarte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Backöfen oder ganz klassisch die Sprachassistenten sind auf einen möglichst leistungsfähigen Router angewiesen. Er sorgt dafür, dass alle Signale möglichst schnell und sauber verarbeitet und weitergeleitet werden. Gleichzeitig dient er als Zentrale, über die sich Computer und andere Geräte im Haus vernetzen lassen. Selbst als Anschluss für Drucker oder Scanner kann er genutzt werden.

Welchen Router brauchen Sie?

Den einen Router für alle Bedürfnisse gibt es nicht. Schon kleine Firmen mit einem entsprechenden Netzwerk an Computern, Festplatten, Druckern usw. brauchen schnelle und sichere Geräte, die gleichzeitig große Datenmengen verarbeiten können. Die müssen oft an die Bedürfnisse der Firma angepasst werden. Für eine normale Familie in Wohnung oder Haus hingegen gibt es vorinstallierte WLAN-Router, die auf die meisten Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Im Normalfall haben Sie die Auswahl immer dann, wenn Sie den Telefonvertrag wechseln oder erneuern. Aber auch während eines bestehenden Vertrages können Sie mit Ihrem Telefonanbieter über die Anschaffung eines neuen Routers reden. Vodafon, Telekom, 1&1 und andere werden Ihnen dann im Prinzip ähnliche Angebote machen:

  • Kabelrouter, das sind die einfachsten Geräte. Per Kabel schließen Sie dort Ihren Computer und das Telefon an. Mehrere Geräte können angeschlossen werden. Den einfachen Router gibt es bei den meisten Telefonverträgen kostenlos für die Dauer des Vertrages dazu.
  • WLAN Kabelrouter, zusätzlich zu den Anschlussmöglichkeiten mit Kabel können Sie auch WLAN nutzen, also ohne Kabel ins Internet gelangen. Das heißt, Sie können vom Smartphone, vom Tablet oder dem smarten Fernseher aus auf die Internetverbindung zugreifen. Je nachdem, wie stark das Signal des Routers ist und wie groß Ihr Zuhause, können Sie so von überall surfen. Schwächelt das Signal an einer Stelle, können Sie es mit einem sogenannten Repeater verstärken. Der kommt auf halber Strecke zwischen Router und Gerät in die Steckdose, konfiguriert sich in der Regel von selbst und schon können Sie weitersurfen. Auch diese Geräte gibt es in der Regel kostenlos. Beim billigsten Telefonvertrag könnte es sein, dass Sie ein paar Euro Miete pro Monat extra bezahlen müssen.

  • Home Box, ein Begriff, der für moderne und leistungsfähige WLAN-Router verwendet wird. Achtung: So ein Gerät kann bei jedem Anbieter einen anderen Namen haben. Lassen Sie sich davon nicht verwirren! In diesem Falle haben Sie dann Telefonanlage und Server in einem. Das Gerät liefert mit und ohne Kabel Internetverbindung, vernetzt und verwaltet Ihre Geräte und speichert Daten, auf die Sie von verschiedenen Geräten aus zugreifen können. Sie können gleichzeitig auf zwei Leitungen telefonieren, auch WLAN für unterwegs ist oft mit im Angebot. Kostenlos gibt es diese Geräte während der Vertragslaufzeit nur, wenn Sie einen entsprechend teuren Telefonvertrag haben. 

Neben diesen Standardvarianten gibt es von den Anbietern auch mobile WLAN Router. Das sind im Grunde genommen Router mit einer Funktelefonkarte. Um die richtig leistungsfähig zu bekommen, müssen sie in der Regel an die Steckdose. Große Datenvolumen zu verarbeiten und Signale sauber und störungsfrei im Haus zu verteilen, kostet Energie.

Router für unterwegs

Wenn Sie im Urlaub oder während der Dienstreise auf WLAN-Verbindungen nicht verzichten können, greifen Sie auf mobile WLAN-Router zurück. Manche Geräte lassen sich über die 12-Volt-Steckdose ans Auto anschließen. Andere gibt es mit Akku. Kurzzeitig lässt sich auch ihr Smartphone als Hotspot oder WLAN-Router benutzen. Achtung: Dabei werden der Akku und Ihr mobiles Datenvolumen arg strapaziert. Eine weitere Alternative sind Surfsticks für den Laptop.  

Was muss ein guter Router können?

Netzwerkkabel an einem Router
Bildrechte: IMAGO

Das Gerät muss Ihren Bedürfnissen gerecht werden. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl darauf achten, dass es genügend Anschlussmöglichkeiten für Ihre Geräte hat. Denken Sie dabei ein bisschen nach vorne. Vielleicht wollen Sie morgen Internet-TV-Dienste nutzen usw. Die Signalübertragung sollte konstant und so stark sein, wie Ihr Zuhause das benötigt. Gute Router sollten verschiedene Schnittstellen haben, also LAN-Ports, USB-Ports, WLAN-Ports Switch und Co. Auch die Verschlüsselung ihrer Daten sollte der Router sicherstellen. Dazu werden spezielle Sicherheitsprotokolle verwendet, die sich im besten Fall auf Ihre persönlichen Bedürfnisse einstellen lassen. Will heißen: Sie können bestimmen, welches Gerät welche Daten auslesen und nutzen kann und welches nicht. All das besprechen Sie am besten mit einem Fachmann. Auch Funktionalität und einfache Anwendung sind bei einem WLAN-Router wichtig. Die besten Router können Sie ganz intuitiv bedienen. Dafür sind diese Geräte gut beschriftet und haben benutzerfreundlich gestaltete Oberflächen.

Router kaufen oder mieten

In der Regele bekommen Sie den Router zum Telefonvertrag während der Laufzeit kostenlos dazu. Verlangt Ihr Anbieter aber eine Extragebühr pro Monat, könnten Sie sich auch einen eigenen Router kaufen. Das müssen Sie durchrechnen. Vorteil Miete: Die Geräte Ihres Telefonanbieters sind fast immer auf normale Bedürfnisse zugeschnitten. Sie funktionieren in der Regel ohne Probleme, sind vorinstalliert und lassen sich leicht bedienen. Gehen sie kaputt, bekommen Sie meist kostenlos Ersatz. Seit 2016 können Sie aber auch mit einem eigenen Router Ihren Telefonvertrag nutzen, der Anbieter darf Ihnen das nicht mehr vorschreiben. Vorteile des Kaufes: Sie können ein Gerät nutzen, das Ihre speziellen Bedürfnisse erfüllt, hohe Datentransportraten, starkes WLAN-Netz usw. Aber: Oft funktionieren im freien Handel gekaufte Router trotz der richtigen Zugangsdaten des Telefonanbieters nicht korrekt, entweder hakt es beim Telefonieren oder im Internet. Fragen Sie also lieber nach einem besseren Gerät ihres Vertragsanbieters. Von Ihm können Sie solche Gerät mieten oder kaufen. Wirklich gute Router kosten im Moment ab rund 200 Euro.

Router nachrüsten

Das könnte dann Sinn machen, wenn Sie mitten in der Vertragslaufzeit sind und Ihr Anbieter Ihnen keinen neuen Router kostenlos gönnt. Dann können Sie an Ihr bestehendes Gerät einen neuen Router per Kabel anschließen. Der ermöglicht Ihnen dann zum Beispiel WLAN-Zugang im ganzen Haus. Hierbei müssen Sie aber abwägen, wie sinnvoll das für Sie ist, beziehungsweise, ob Sie nicht mit einem selbst gekauften komplett neuen Router besser fahren.

Was moderne Router können

Ist das WLAN zu schwach oder hakelt das Bild im Tablet, wenn Mutti telefoniert? Diese Probleme sollen bei neuen Routern nicht mehr auftauchen. Dazu können die Router bei einer drohenden Überlastung oder Schwäche einer internen Frequenz auf eine andere wechseln. Sie erkennen, wann Daten zu schwach oder langsam übertragen werden, und steuern selbstständig dagegen. Fragen Sie Ihren Telefonanbieter oder einen Fachmann nach solchen Geräten, wenn Sie zu Hause immer wieder mit einschlägigen Problemen zu kämpfen haben.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 09. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 00:10 Uhr