Umschau-Quicktipp | 07.08.2018 Kochfeldreiniger: Was hilft wirklich?

Kochen ist toll - Küche putzen nicht! Besonders eingebrannte und festgebackene Reste auf dem Cerankochfeld nerven. Denn: Putzen Sie zu sanft, wird es nicht sauber. Putzen Sie zu fest, drohen Kratzer. Wie bekommen Sie das Cerankochfeld schnell wieder sauber? Die Stiftung Warentest hat aktuell die besten Reiniger ermittelt.

Der Ceranfeld-Irrtum

Eigentlich dürfte nicht jedes Glaskeramikfeld als Ceranfeld bezeichnet werden. Denn: Den Begriff Ceran hat sich eine Firma für Ihre Glaskeramikfelder als Marke schützen lassen. In der Umgangssprache hat sich aber der Begriff Ceranfeld ebenso durchgesetzt wie Tempo für Papiertaschentuch. Sprechen wir also der Einfachheit halber vom Ceranfeld.

Die tägliche Pflege

Damit Sie möglichst wenig spezielle Ceranfeldreiniger brauchen, können Sie Ihre Kochstelle vorbeugend schützen. Sie sollten einmal täglich den normalen Schmutz mit einem Lappen oder Schwamm und einem einfachen Spülmittel abwischen. So kann sich auf dem Feld vorhandener Schmutz beim Kochen und Braten gar nicht erst einbrennen. Auch wenn beim Kochen nichts übergelaufen oder angebacken ist, wischen Sie im Anschluss nochmal das Feld ab. So bleibt es langfristig sauber und es bilden sich keine dünnen Fettschichten.

Schnelligkeit ist wichtig

Übergekochtes Essen (Milch) klebt unappetitlich an Kochtopf und Ceranfeld
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Auch der beste Reiniger kommt an seine Grenzen, wenn Sie übergelaufene Milch oder angebrannte Speisen richtig lange anbacken und eintrocknen lassen. Halten Sie am besten immer einen Ceranfeldschaber bereit. Läuft was über, bäckt was an, dann können Sie das mit sanftem Druck sofort entfernen. Ist die Kochplatte nach der Benutzung noch ein bisschen warm, lassen sich Verkrustungen am besten entfernen. Und Sie vermeiden zu viel Druck beim Putzen und Schaben und somit Kratzer auf dem Ceranfeld.

Der Test – Die Sieger

Sechzehn Reiniger hat die Stiftung Warentest überprüft. Die Testsieger von Bosch, Heitmann und Miele waren so schonend und gründlich, dass eingebrannte Bratensoße, passierte Tomaten und Milch sich leicht entfernen ließen. Die Produkte von Bosch und Miele waren mit 4 Euro beziehungsweise 5,20 Euro für 100 Milliliter dabei auch die teuersten im Test. Der Reiniger von Heitmann lag mit einem Preis von 0,80 Euro für 100 Milliliter im Mittelfeld.

Der Test- Mittelfeld und Verlierer

Acht Produkte erhielten ein gut, vier ein befriedigend. Testverlierer war das Produkt von Mr. Muscle, das einfach schlecht gereinigt hat. Dabei gehört es mit einem Preis von 1,65 Euro für 100 Milliliter zu den eher teuren Produkten.

Der Test - Sonderfall Scheuermilch

Ceranfeld wird mit einem Reinigungsmittel und einem Lappen gereinigt
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Neben den speziell für Ceranfeld entwickelten Reinigern wurde auch eine einfache Scheuermilch auf ihre Wirksamkeit getestet. Ergebnis: Das Produkt konnte in Sachen Reinigungsleitung nur mit den hinteren Plätzen mithalten. Aber sie ist auch nicht speziell für Ceranfelder entwickelt worden. Leichte Verschmutzungen lassen sich also auch mit so einer sehr preiswerten Scheuermilch entfernen.    

Der Test - Problem Mikroplastik

In Ceranfeldreinigern wirken im Wesentlichen zwei Bestandteile: Fettlöser und sogenannte Abrasivoffe, also kleinste Putzteilchen. Sie sollen den Schmutz mechanisch entfernen. Bei acht Testprodukten bestanden diese Putzteilchen aus Mikroplastik. Diese winzigen Kunststoffteilchen belasten immer mehr die Umwelt. Sie kommen übers Abwasser in den Wasserkreislauf und bedrohen Fische und andere Lebewesen. Sollten Sie die Möglichkeit haben, greifen Sie zu einem Produkt ohne Mikroplastik. Mineralien wie Ton- oder Kieselerde als Putzbestandteile belasten die Umwelt nicht und reinigen das Ceranfeld ebenso schonend. Sollten Sie noch ein Produkt mit Mikroplastik benutzen, wischen Sie die Reinigungsreste mit einem Papiertuch auf und entsorgen sie über den Hausmüll.        

Hände schützen

Die meisten Reiniger arbeiten mit kräftigen Fettlösern. Das kann bei längerem Gebrauch die Haut angreifen. Auch ist nicht auszuschließen, dass manche Menschen allergisch auf die Inhaltsstoffe der Reiniger reagieren. Benutzen Sie deshalb bei der Reinigung immer Haushaltshandschuhe.

Der rätselhafte Schiller-Effekt

Viele Ceranfeld-Putzer bekommen ihren Herd im Prinzip sauber. Wäre da nicht ab und zu dieses nervige farbige Glitzern. Das entsteht, wenn öfter mal Salzwasser überkocht. Dabei bilden sich hauchdünne Schichten, die Sie auch mit normalem Spülmittel kaum wegbekommen. Gute Reiniger, vor allem die mit Zitronensäure, haben mit dem Schillereffekt kein Problem. Achten Sie beim Kauf Ihres Reinigers darauf, dass er auf Säurebasis also mit pH –Werten von 2,5 – 4 arbeitet. Reiniger auf basischer Basis (pH-Wert größer als 9) bekommen das Schillern schlecht weg.

Hausmittel

Neben den klassischen Ceranfeldreinigern gibt es auch etliche Tipps, wie Sie Ihr Ceranfeld alternativ sauber bekommen. Eine Garantie für den Erfolg gibt es allerdings nicht:

  • Backpulver wird mit etwas Wasser zu einer breiigen Paste angerührt, aufs Ceranfeld aufgetragen, verrieben und nach ein paar Minuten Einwirkzeit abgewischt.
  • Backofenspray und Glasreiniger besitzen von Haus aus enorme Fettlösekraft und kommen mit den meisten Verschmutzungen klar.
  • Zitrone ist neben Essig der natürliche Fettlöser schlechthin. Reiben Sie mit einer halbe  Zitrone Ihre Herdplatte ein und bearbeiten dann die Verkrustungen zusätzlich mit warmem Spülwasser. Das kann funktionieren.
  • Spülmaschinentabs werden zerkleinert und mit Wasser zu einem Brei angerührt. Damit bearbeiten Sie das Kochfeld und spülen anschließend schön sauber. Die Tabs müssen im Geschirrspüler auch mit heftigen Verkrustungen klar kommen.

Und dann wäre da noch das Induktionskochfeld

Bei dieser Art des Kochens wird der Topf nicht direkt mit Hitze von der Herdplatte erwärmt. Per Wechselstrom wird im Topfboden selbst die Hitze erzeugt. Das ist effizienter und die Herdplatte wird nicht so heiß wie im herkömmlichen Verfahren. Deshalb können auch übergelaufene Milch und Co. nicht so fest einbrennen. Das Kochfeld lässt sich in der Regel einfacher reinigen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 07. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2018, 14:45 Uhr