Umschau-Quicktipp | 09.07.2018 Die passende Kühlbox

Bevor Sie zwischen dreißig Euro und ein paar hundert Euro für eine Kühltasche oder Kühlbox ausgeben, überlegen Sie sich, wozu Sie die Kühlbox eigentlich brauchen. Wie oft fahren Sie im Jahr wohin? Haben Sie auf der Fahrt und vor Ort einen Stromanschluss? Wie viele Personen sollen aus der Kühlbox versorgt werden? Welchen Anspruch haben Sie an die Kühlleistung? Nach den Antworten auf diese Fragen entscheidet sich, welches der grundlegenden vier Kühlsysteme für Sie in Frage kommt. Übrigens lassen sich alle Systeme bis zu einem gewissen Grad auch als Warmhalteboxen verwenden.

Die Kühlbox-Systeme

Die verschiedenen Arten von Kühlboxen unterscheiden sich vor allem in der Kühltechnik, in der Energieversorgung und im Preis. Boxen mit großem und kleinem Volumen gibt es bei fast jedem System.

Paar mit Picknickkorb und Kühlbox.
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Passive Kühlboxen
Passive Kühltaschen oder -boxen isolieren gegen Wärme oder Kälte. Zum Kühlgut packen Sie vorgekühlte Kühlakkus oder Eis aus dem Gefrierfach. Vorteile: Die Boxen sind sehr preiswert, brauchen keine Energiequelle und funktionieren komplett geräuschlos. Nachteile: Die Boxen halten die Temperatur nur für kurze Zeit und auch nur wenige Grad unter der Außentemperatur. Empfehlenswert sind diese Boxen für den gelegentlichen Aufenthalt am Strand, kurze Reisen oder um mal das Bier für den Fußballabend kühl zu halten.

Thermoelektrische Kühlboxen
Mit einem sogenannten Peltier-Element kann die Temperatur elektrisch bis zu 20 Grad unter die Außentemperatur gehalten werden. Dazu wird die Box an 12/24 Volt oder 230 Volt angeschlossen. Vorteile: Auch diese Boxen sind mit Anschaffungskosten zwischen 30 Euro und 150 Euro eher sehr günstig. Sie können die Boxen im Auto anschließen und zum Beispiel am Urlaubsort auch an eine normalen Steckdose. Die Boxen sind in der Regel sehr robust und können ohne größeren Aufwand transportiert werden. Nachteile: Die Kühlung bis zu 20 Grad unter der Außentemperatur hängt von der Außentemperatur selbst ab. Bei sommerlichen Temperaturen und im 12/24 Volt-Betrieb ist die Kühlleistung deutlich schwächer. Achten Sie beim Kauf darauf, ob alle Anschlüsse integriert sind. Gegebenenfalls müssen Sie noch einen 230 Volt-Wandler dazukaufen. Die thermoelektrischen Kühlboxen arbeiten in der Regel mit einem Lüftungsventilator. Die Geräuschentwicklung wird manchmal als störend empfunden, vor allem nachts.

Absorber-Kühlbox
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Absorber-Kühlboxen
Absorber-Kühlboxen sind oft im Wohnwagen oder Reisemobil verbaut, können mit Hilfe eines Kühlmittels zuverlässiger bis zu 20 Grad unter der Außentemperatur kühlen und werden mit 12/24 Volt, 230 Volt oder mit Propan- bzw. Butangas betrieben. Die Abhängigkeit der Kühlleistung von der Außentemperatur besteht aber auch bei dieser Art von Kühlboxen. Vorteile: Absorber-Kühlboxen arbeiten nahezu geräuschlos und können deshalb auch innerhalb von Wohn- bzw. Reisemobil genutzt werden. Durch die Gaskartuschen sind Sie unabhängig von einem Stromnetz und eignen sich für den Dauerbetrieb, zum Beispiel auf dem Campingplatz. Nachteile: Je nach Größe und Ausstattung kosten Absorberboxen mindestens 150 Euro. Sie sind oft deutlich schwerer als thermoelektrische Boxen. Dadurch eigenen Sie sich nicht unbedingt für den Strand.

Kompressor-Kühlboxen
Kompressor-Kühlboxen haben die beste Kühlleistung. Sie arbeiten wie ein Kühlschrank mit einem Kältemittel und einem Kompressor. Dadurch kühlen sie besonders zuverlässig und sind unabhängiger von der Umgebungstemperatur. So sind sie ebenfalls für den Dauerbetrieb geeignet. Vorteile: Die Boxen sind robust und haben eine dauerhaft gute Kühlleistung. Nachteile: Die Boxen sind schwerer und manchmal auch lauter als die anderen Systeme. Außerdem kosten sie deutlich mehr. Bei 180 Euro geht es los, aber Preise von 700 Euro sind für eine gute Kompressor-Kühlbox durchaus normal.   

Die Einsatzgebiete

Für den kurzen Aufenthalt am Badesee sind passive oder thermoelektrische Kühlboxen die beste Wahl. Die Geräte sind am unempfindlichsten beim Transport. Snacks und ein paar Getränke passen in die 20 bis 40 Liter großen Boxen gut rein. Absorber- und Kompressor-Kühlboxen sind die Geräte für den Dauereinsatz, am besten fest verbaut. Sie haben meist das größere Volumen. Ab 50 Liter aufwärts können in den Boxen mitunter ganze Bierkästen verstaut werden. Diese Boxen sind die bessere Wahl für längere Kühlzeiten und hohe Außentemperaturen, also zum Beispiel im Campingurlaub.

So verwenden Sie die Kühlbox richtig

Passiven und thermoelektrischen Kühlboxen greifen Sie am besten unter die Arme, indem Sie das Kühlgut und die Akkus vor dem Transport kräftig runterkühlen. Auch die Box selbst stellen Sie vor Gebrauch möglichst kühl. Öffnen Sie diese Boxen selten und setzten Sie sie nicht der direkten Sonneneinstrahlung aus. Absorber- und Kompressor-Kühlboxen sind in der Handhabung gegenüber Wärme eher unbedenklich. Schließen Sie die Geräte aber möglichst an die stärkere Stromversorgung oder die Gasflasche an. Achten Sie auf die Lautstärke.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Geben Sie für gute Haltbarkeit lieber ein paar Euro mehr aus. Die Boxen sollten stabil, für Ihre Bedürfnisse groß genug und ordentlich verarbeitet sein. Achten Sie besonders auf gute Isolierung und Verschließbarkeit, damit das Innere möglichst lange kühl bleibt. Auch verschiedene Anschlussmöglichkeiten sollten vorhanden sein. Die Anschlusskabel sollten möglichst lang sein und sich leicht verstauen lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 09. Juli 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 00:10 Uhr