Oktokopter-Drohne mit DSLR-Kamera und Rig.
Bildrechte: IMAGO

Umschau-Quicktipp | 15.05.2018 Was Hobbypiloten beachten sollten

Drohnen sind erschwinglich geworden und liegen im Trend. Weil mit der zunehmenden Nutzung auch die Gefahr von Unfällen wächst, gibt es dafür rechtliche Rahmenbedingungen. Was müssen Drohnenpiloten hier beachten?

Oktokopter-Drohne mit DSLR-Kamera und Rig.
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Drohnen, also unbemannte Flugobjekte, für jedermann liegen seit Jahren im Trend. Für jeden Geldbeutel gibt es sie zu kaufen, selbst als Bausatz im Weihnachtskalender für Kinder. Doch immer wieder hört man auch von Beinahe-Kollisionen und einigen Unfällen, verursacht durch Drohnen. Mit der zunehmenden Nutzung der kleinen Flugobjekte haben sich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert.

Wer braucht eine Genehmigung?

Innerhalb von Deutschland gibt es bestimmte Regelungen zum Umgang und Verkehr mit Drohnen. Die Nutzung von Fluggeräten ist im Luftverkehrsgesetz und in der Luftverkehrsordnung geregelt. Danach handelt es sich bei Drohnen um unbemannte Luftfahrtsysteme, sofern sie "nicht ausschließlich zur Sport- oder Freizeitgestaltung betrieben werden, sondern zu einem gewerblichen Zwecke genutzt werden". Bei reiner Freizeitnutzung gelten sie dagegen als Flugmodelle, deren Nutzung weniger streng reglementiert ist.

Genehmigungspflichtig sind Drohnenflüge im rein privaten Einsatz nur für den Fall, dass das Gerät mehr als fünf Kilo wiegt. Bei leichteren Modellen braucht man für die Nutzung keine behördliche Erlaubnis. Das Fliegen von Drohnen ab einem Gewicht von zwei Kilogramm ist seit Herbst 2017 nur noch mit "Drohnen-Führerschein" erlaubt. Dafür gibt es ein Mindestalter: 16 Jahre. Angesichts der bestehenden tatsächlichen und rechtlichen Risiken empfiehlt es sich aber für Kinder und Jugendliche generell, dies unter Aufsicht zu tun.

Will man kommerziell arbeiten, zum Beispiel Luftbilder erstellen und verkaufen, ist eine Aufstiegsgenehmigung durch die jeweils zuständigen Landesbehörden notwendig.

Achtung: Drohnen müssen ab einem Gewicht von 250 Gramm mit der Adresse des Eigentümers gekennzeichnet werden, um im Schadensfall den Besitzer leichter ermitteln zu können.

Wo darf geflogen werden und wie hoch?

  • Die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter. Will man höher fliegen, bedarf es einer Sondergenehmigung.
  • In sensiblen Bereichen wie Menschenansammlungen oder Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften herrscht ein generelles Flugverbot herrscht.
  • Im Umkreis der 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen schützt eine sogenannte Kontrollzone individueller Lage und Ausdehnung den an- und abfliegenden Verkehr des Flughafens. Innerhalb eines Abstandes von 1,5 Kilometern vom Flughafenzaun ist die Nutzung von Drohnen und Flugmodellen grundsätzlich ganz verboten. Außerhalb dieses Abstandes benötigt jedes Luftfahrzeug, das in die Kontrollzone einfliegt, eine Freigabe der Flugsicherung. Dies gilt auch für Drohnen.
  • Der Flugbetrieb darf grundsätzlich nur in direkter Sichtweite des Steuerers stattfinden. Zusätzlich genutzte Hilfsmittel wie Ferngläser, On-Board Kameras, Nachtsichtgeräte oder ähnliche technische Hilfsmittel dürfen nicht zur Verlängerung der Sichtweite genutzt werden. Die Sichtweite entspricht auf freier Fläche einer Maximalentfernung von 200 bis 300 Metern. Hinsichtlich der Flughöhe sehen einige Bundesländer ein Maximum von 30 bis 100 Metern vor. Der Luftraum ist während des Fluges, insbesondere im Hinblick auf anderen Verkehr, ständig vom Steuerer oder einer zweiten Person, die mit dem Steuerer in Kontakt steht, zu beobachten.
  • Gerät eine Drohne außer Kontrolle, ist dies unverzüglich der Flugsicherung zu melden.

Stichwort Haftpflichtversicherung

Prinzipiell ist das Fliegen mit Drohnen versicherungspflichtig. Egal ob dies zu reinen Hobbyzwecken oder aus gewerblichen Ambitionen heraus geschieht. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Was viele nicht wissen: Die private Haftpflichtversicherung deckt dies in der Regel nicht ab! Es muss also eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden.

Sollte die Drohne aufgrund technischer Fehler oder sogar aufgrund einer Fehlbedienung abstürzen, sorgt eine Haftpflichtversicherung im Fall der Fälle für die Erstattung der teils immensen Kosten, wie folgendes Horrorszenario zeigt: Die Drohne stürzt in der Nähe von fahrenden Autos ab und sorgt für einen Massencrash. Aber selbst durch scheinbar kleine Vorfälle – wenn etwa die Drohne gegen eine Windkraft- oder Photovoltaikanlage fliegt – können unwahrscheinlich hohe Kosten entstehen. Die Risiken beim Drohnen-Flug sind also ebensowenig zu unterschätzen wie die extrem hohen Kosten im Schadensfall. Besonders wichtig bei einer Haftpflichtversicherung ist die vereinbarte Versicherungs- bzw. Deckungssumme, denn mit ihr wird festgelegt, wie hoch der maximale Betrag für eine Erstattung im Schadensfall ist.

Persönlichkeits- und Urheberrechte

Abgesehen von den Aufstiegsgenehmigungen und den Zwecken, für die man eine Drohne benutzt, sind weitere rechtliche Belange zu beachten:

Quadrocopter-Drohne am Himmel
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Etwa 500.000 Drohnen gibt es in Deutschland. Für viele sind sie ein Spielzeug. Doch gerade Drohnenpiloten müssen einiges zum Thema Datenschutz beachten.

Fr 18.08.2017 10:32Uhr 04:51 min

https://www.mdr.de/medien360g/video-130926.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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  • Nur dort fliegen, wo man es auch darf: Die Drohne nicht über Gebiete und Grundstücke steuern, die man nicht betreten darf. Eigentumsverhältnisse gelten auch in der Luft.
  • Grundstückseigentümer fragen: Vor dem Flug immer den jeweiligen Grundstückseigentümer um Erlaubnis zu fragen.
  • Persönlichkeitsrecht: Das Recht am eigenen Bild gehört zu unseren gesetzlich verankerten Persönlichkeitsrechten. Wer nicht abgelichtet werden möchte, muss das auch nicht dulden. Das gilt auch für Bilder von Kameras, die an Drohnen montiert sind.
  • Experten weisen zudem darauf hin, dass Drohnen die Privatsphäre gefährden und daher nicht ohne weiteres überall herumfliegen dürfen. Es drohen eine Abmahnung oder gar eine Unterlassungsklage, wenn man zuwiderhandelt. In einem konkreten Fall ging ein Hobbypilot seiner sonnenbadenden Nachbarin mit seinem Fluggerät solange auf die Nerven, bis sie vor Gericht zog. Der Drohnenbesitzer, der gar keine Fotos von seiner Nachbarin gemacht hatte, wehrte sich und pochte auf seine schützenswerte allgemeine Handlungsfreiheit, mit der er seinem Hobby nachgehe. Doch die Richter werteten das Persönlichkeitsrecht der Frau höher (Amtsgericht Potsdam, Az.: 37 C 454/13).
  • Bei der Veröffentlichung von Fotos oder Videos im Web gelten natürlich die Bestimmungen des Urheberrechts, so wie sie für die Fotografie allgemein Geltung haben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 15. Mai 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 09:58 Uhr

Ein Pilot steht vor seiner Drohne
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Quadrocopter-Drohne am Himmel
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Etwa 500.000 Drohnen gibt es in Deutschland. Für viele sind sie ein Spielzeug. Doch gerade Drohnenpiloten müssen einiges zum Thema Datenschutz beachten.

Fr 18.08.2017 10:32Uhr 04:51 min

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