Umschau-Quicktipp | 28.06.2018 Was muss ich bei einem Lagerfeuer beachten?

Umschau-Quicktipp: Was muss ich bei einem Lagerfeuer beachten?
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Es ist wieder soweit. Abends ist es länger warm und länger hell und viele Menschen verbringen diese Zeit im Freien. Es ist auch die Zeit von Lagerfeuern. Damit die Freude über einen gemütlichen Abend am Feuer nicht getrübt wird, sind einige Verhaltensregeln und Sicherheitshinweise zu beachten, um sich selbst, andere und die Natur nicht zu gefährden. Bundesweit einheitliche Vorgaben gibt es zwar nicht, jedoch unterliegt offenes Feuer grundsätzlich strengen Auflagen und Regeln.

Lagerfeuer an unterschiedlichen Orten

Wald

Im überwiegenden Teil Deutschlands sind offene Feuer in Wäldern mittlerweile  wegen Waldbrandgefahr verboten. Doch es gibt Ausnahmen - die Informationen dazu haben die zuständigen Ordnungsämter. Zudem hilft ein Blick in das Bundes- bzw. Landeswaldgesetz. Sicher sind feste, durch Behörden ausgewiesene Feuerstellen. Doch auch an diesen muss kontrolliert werden, dass das Feuer nach dem Löschen auch wirklich aus ist. Bei offenem Feuer außerhalb des Waldes gilt ein Mindestabstand von 100 m zum Waldrand.

Öffentliche Parks/Plätze

Je nach Stadt sind die Regeln auch hier unterschiedlich. Ein Blick in das örtliche Polizeigesetz hilft. Darin sind Details wie Zeitpunkt und Größe eines Lagerfeuers geregelt. Aber auch der Abstand des Feuers zu Gebäuden wird hier klar definiert. In Leipzig zum Beispiel setzt jedes Lagerfeuer das Einverständnis des Eigentümers der Fläche, auf der das Feuer abgebrannt wird, voraus. In diesem Zusammenhang müssen also Hausordnung, Kleingartenordnung o.Ä. beachtet werden. Bei öffentlichen Grünanlagen ist eine Erlaubnis beim Amt für Stadtgrün und Gewässer zu beantragen. Für Straßen, Wege und Plätze, die dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind, wird eine gesonderte Erlaubnis benötigt.

Eigener Garten

Lagerfeuer im Garten
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Ob Lagerfeuer in privaten Gärten erlaubt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Städte und Gemeinden haben hierfür eigene Regeln, denn offenes Feuer stellt immer eine potentielle Gefahr für Umwelt und Menschen in der Umgebung dar. In vielen Orten ist offenes Feuer nur an wenigen Tagen im Jahr erlaubt, meist um die Osterzeit. Wer zu einer anderen Zeit ein Lagerfeuer im Garten machen möchte, kann beim zuständigen Ordnungsamt eine Genehmigung beantragen. Neben  allgemeinen Sicherheitsregeln sind zudem im Garten Auflagen der Gemeinden zu beachten, die in erster Linie das Verbrennen von Laub, Strauchwerk und Ästen betrifft.

Sicherheitsregeln für Lagerfeuer

Auch diese variieren zum Teil von Stadt zu Stadt. Jedoch gelten einige wichtige grundsätzliche Regeln zur Sicherheit für das Abbrennen von Lagerfeuern.

  • Wer ein Lagerfeuer entzündet oder betreibt, ist für die Folgen durch Brandschäden verantwortlich. Bereits die Gefährdung anderer durch Feuer ist strafbar (§ 306 Strafgesetzbuch (StGB)).
  • Feuerstellen müssen mit festen Steinen umrandet werden. Diese verhindern ein unkontrolliertes Ausbrechen der Glut und Flammen. Sie schützen auch Personen in geringem Maße davor, ins Feuer zu treten.
  • Verwenden Sie nur trockenes und naturbelassenes Holz. Dies verringert die Rauchentwicklung. Das setzt voraus, dass das Holz nicht mit Schutzanstrichen oder Imprägnierungen behandelt wurde. Das Verbrennen von Abfällen, wie Grünschnitt oder Möbel, ist verboten. Zum Schutz von kleinen Tieren empfiehlt es sich, das Holz erst kurz vor dem Lagerfeuer aufzuschichten. Übrigens: Einfach im nächsten Wald Holz für ein Feuer zu sammeln ist verboten. Hierfür braucht es einen Holzsammelschein, den man bei der Gemeinde oder dem zuständigen Forstamt kaufen muss.
  • Gehen Sie sorgsam mit dem Feuer um und lassen Sie es nie unbeobachtet.
  • Entfernen Sie brennbare Gegenstände und Bewuchs um die Feuerstelle.
  • Halten Sie ausreichende Sicherheitsabstände ein. Dabei ist der fünffache Durchmesser des Feuers, wenigstens jedoch fünf Meter als Sicherheitsabstand einzuhalten. Zu brennbaren Objekten, wie beispielsweise Pavillons, sind größere Abstände notwendig.
  • Beachten Sie den Funkenflug und die Rauchausbreitung. Bei störender Beeinträchtigung der Umgebung durch Rauch oder Funken ist das Lagerfeuer umgehend zu löschen.
  • Von Anfang an muss ein Behälter mit Wasser oder Sand oder auch ein geeigneter Feuerlöscher zum Löschen des Feuers bereitstehen, um bei einer ungewünschten Brandausbreitung schnell eingreifen zu können.
  • Benzin und andere Brandbeschleuniger haben beim Lagerfeuer nichts zu suchen. Zum Entzünden eignen sich Zeitungspapier oder kleine Äste.
  •  Nach dem Lagerfeuer muss die Feuerstelle vollständig abgelöscht und bis zur letzten Glut im Auge behalten werden. Entweder man löscht die Glut mit Wasser oder deckt sie mit Sand ab. Letzteres gilt als besonders sicher.
  •  Wenn ein Feuer außer Kontrolle gerät, rufen Sie sofort die Feuerwehr zur Hilfe: Notruf 112.
  •  Beachten Sie die aktuell für ihren Ort gültige Waldbrandstufe. In der Regel sind ab Waldbrandstufe 4 Lagerfeuer aller Art verboten.
  •  Für Naturschutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope und im Schutzbereich von Naturdenkmalen gelten meist strengere Regeln für Lagerfeuer. Oft sind diese hier grundsätzlich verboten.

Kinder und Lagerfeuer

Vor allem für Kinder ist Feuer faszinierend. Über die damit verbundenen Gefahren sind sie sich jedoch meist nicht im Klaren. Experten empfehlen statt strikten Verboten Kinder lieber behutsam und altersgerecht an den richtigen Umgang mit Feuer heranzuführen. So gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit den Gefahren. Kinder-Sicherheitsregeln für den Umgang mit Feuer sind deshalb:

  • Nur gemeinsam mit einem Erwachsenen Feuer machen
  • Offene, lange Haare zurückbinden
  • Weite Ärmel hochkrempeln, Schals und Ähnliches ablegen
  • Nie auf brennbaren Flächen wie Tischdecken zündeln und immer Löschmaterial bereitstellen

Fazit

Würstchen an Stöcken über einer Feuerstelle
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Wenn es längere Zeit heiß und trocken ist, sollte man, egal ob im privaten Garten oder öffentlichen Park, grundsätzlich kein Lagerfeuer machen. Eine gute Alternative sind Feuerschalen oder Feuerkörbe. Sie bieten die Möglichkeit, kleine Holzmengen kontrolliert abbrennen zu lassen, ohne dass zu große Flammen entstehen. Aus diesem Grund sind offene Feuer in Feuerkörbe und Feuerschalen auch nicht genehmigungspflichtig.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 28. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2018, 09:29 Uhr