Umschau-Quicktipp | 01.08.2018 Sonnenbrand - ein gefährliches Urlaubssouvenir!

Sonnenschutz beginnt mit der richtigen Kleidung, erklärt Hautärztin Dr. Ina Schulze aus Markkleeberg. "Die sollte dicht gewebt und nicht zu hell sein. Außerdem gehört ein Sonnenhut oder eine Mütze mit dazu“, rät unsere Expertin. Der nächste Schritt ist die Hautpflege. Auf der Hitliste stehen hier etwa Sonnencreme oder -milch. Je nach Hauttyp sollten Sie sich mit einem entsprechend hohen Lichtschutzfaktor (LSF) schützen. Ideal ist LSF 50. Seien Sie nicht zu sparsam! Bis zu drei Esslöffel sollten Sie auf dem ganzen Körper davon verteilen.

Sonnenschutz durch Kleidung und Cremes

Nach dem Baden oder wenn Sie viel geschwitzt haben, müssen Sie den Pflegeschutz auf der Haut erneuern. Wer empfindliche Haut hat und eventuell schon mit Sommersprossen vorbelastet ist, der sollte sich überlegen, ob es wirklich das volle Sonnenbad sei muss. Sommersprossen sind nämlich nichts anderes, als bereits geschädigte Hautpartien. Cremen Sie sich besonders sorgfältig an den so genannten Sonnenterassen ein. Das sind die Hautstellen, unter denen quasi direkt Knochen liegen: Nasenrücken, Hand- und Fußrücken und Schienbein.

Kinderhaut ist besonders gefährdet

ein Mädchen cremt sich ein
Kinder sollten nicht in die Mittagssonne. Bildrechte: Colourbox

80 Prozent aller Hautschäden durch Licht werden im Kindesalter verursacht. Deshalb sind entsprechende Kleidung, der Sonnenhut und ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor hier besonders wichtig. Außerdem gehören Kinder im Sommer zwischen 11:00 und 15:00 Uhr in den Schatten - da in dieser Zeit die UV-Strahlung besonders stark ist. Sparen Sie auch bei Ihrem Kind nicht mit Sonnencreme. Allein für das Gesicht sollten Sie mindestens einen Teelöffel voll verwenden. Besonders wenn Eltern durch Sommersprossen schon vorgeschädigt sind, ist bei Kindern erhöhte Vorsicht geboten.  

Wenn es doch passiert ist

Von einem Sonnenbrand spricht man, wenn die Haut ihre Rotfärbung auch an einem kühlen Ort im Schatten nicht verliert. "Es gibt vier Stufen. Bei Stufe eins bleibt die Haut rot, tut aber nicht weh. Stufe zwei bedeutet rote Haut und Schmerzen, bei der dritten Stufe haben Sie dann schon deutlich sichtbare, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen. Und bei der vierten Stufe sprechen wir von einer Nekrose, also abgestorbenen Zellen und deutlich sichtbaren Schäden an der Haut", erklärt unsere Gesundheits-Expertin.

Schnell reagieren

Wenn Sie Schmerzen auf der Haut oder eine Rötung bemerken, ist es meist schon zu spät. Jetzt sollten Sie ganz schnell handeln. "Bleiben Sie auf keinen Fall in der Sonne sitzen oder liegen. Jetzt schnell noch Sonnenmilch aufzutragen, hilft Ihnen auch nicht weiter", warnt die Hautärztin. In jedem Fall gilt: Sofort in den Schatten und die Haut kühlen. Je schneller, desto besser.

Trinken Sie viel, das hilft Ihrer Haut einen Flüssigkeitsmangel auszugleichen! Mittel wie Aprés Sun Lotion, Hydrocortison-Gel oder Panthenol-Spray beruhigen Sie die Haut und schützen zum Teil vor Infektionen. Beachten Sie die Anwendungshinweise: Tragen Sie nie zuviel Pflegeprodukt auf, das könnte die Haut unnötig abschirmen und die Ableitung der Wärme verhindern.     

Natürliche Mittel

Neben den erwähnten Pflegeprodukten aus der Apotheke gibt es eine große Zahl an natürlichen Produkten, die beim Sonnenbrand helfen sollen. Allerdings ist ihre Wirkung mitunter umstritten. Dazu unsere Expertin. "Sie müssen da ausprobieren, was Ihrer Haut gut tut. Alles unter 37 Grad Celsius kann hilfreich sein", erklärt die Expertin.

Aloe Vera

Gel aus Aloe Vera
Gel aus Aloe Vera Bildrechte: Colourbox.de

Die Pflanze enthält viel Feuchtigkeit und viele Vitamine. Sie brauchen einfach nur ein Stück abzuschneiden, es zu halbieren und die austretende Flüssigkeit auf die Haut zu reiben. Wichtig dabei: Die Pflanze muss sauber sein, es darf also kein Staub oder ähnliches auf die Haut gelangen. Alternativ gibt es in Apotheke und Drogerie Aloe-Vera-Gels.

Joghurt, Quark und Buttermilch

Zur Kühlung können auch Packungen mit Joghurt, Quark und Buttermilch beitragen. Allerdings werden die durch die Haut sehr schnell erhitzt und können unter Umständen dann kleben. Die Produkte sollten am besten nie direkt auf die Haut aufgetragen werden - sondern nur in Form eines Wickels. Sind die Wickel aufgewärmt, müssen sie gewechselt werden. Alternativ legen Sie einfach nasse Tücher auf die Haut und wechseln diese entsprechend öfter.

Essigwasser

Verdünnen Sie einen  Bio-Essig - und hier am besten Apfelessig eins zu eins mit Wasser. Damit können Sie Tücher befeuchten und sie auf die Haut legen. Der Essig wirkt leicht desinfizierend und soll auch Juckreiz lindern.

Arnika

Die Pflanze wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. In Apotheke und Drogerie bekommen Sie Salben und Gels mit Arnika, die Sie auf die Haut auftragen. Kühlen müssen Sie hierbei zusätzlich.

Vorsicht: Kühlen nur in Maßen

Die optimale Kühltemperatur liegt in einem Bereich zwischen 15 und 20 Grad . Wird es viel kälter, kann das den Heilungsprozess der Haut verlangsamen.

Kühlen können Sie am besten mit Wasser, feuchten Tüchern oder speziellen Wassersprays. Je sauberer das Wasser desto besser. Schließlich ist die Hautoberfläche durch den Sonnenbrand beschädigt und empfindlich gegen Keime und Verschmutzungen. Eis oder Kühlkissen sollten Sie nicht direkt auf die betroffenen Stellen bringen, sondern immer geschützt durch ein Tuch.

Außerdem rät die Expertin: "Achten Sie darauf, sich mit dem Eis nicht zum Sonnenbrand noch eine Erfrierung zu holen. Und wenn Sie Blasen haben, dann lassen Sie diese in Ruhe. Nur wenn Sie es gar nicht aushalten, öffnen Sie die Blasen an einem Punkt mit einer sterilen Nadel und lassen die Flüssigkeit heraus. Lassen Sie die Blasenhaut als Schutz bestehen. Wenn sich darunter eine neue feste Schicht gebildet hat, löst sich die alte Haut von allein ab."  

Achtung bei fettigen Ölen und Cremes

Vermeiden Sie Produkte von fettigen Ölen und Cremes bei Sonnenbrand. Die Haut kann durch diese Mittel nur ganz schlecht Wärme abgeben und Feuchtigkeit aufnehmen. Das behindert die Heilung.

Wann ist der Sonnenbrand vorbei?

Das hängt von ihrem Hauttyp ab. Das Problem: Meist holt man sich den Sonnenbrand gleich zu Beginn des Urlaubs. "Dann sollten Sie die nächsten Tage die Sonne wirklich meiden. Mit Sonnenbrand gehören Sie definitiv nicht wieder da hin. Lange Kleidung und Schatten bevorzugen - nur so geben Sie Ihrer Haut eine Chance zur Heilung. Und das kann ein bis zwei Wochen oder auch länger dauern", warnt die Hautärztin.

Gefährlicher Trend: Tattoos durch Sonnenbrand

Sonnencreme statt Sonnenbrand: Verschmieren nicht vergessen und schon ist wieder Platz für das nächste Kunstwerk.
Die Sonnencreme dient hier als Schablone für den gewollten Sonnenbrand. Gefährlich! Bildrechte: MDR JUMP

Die Mode, sich durch Schablonen bestimmte Hautbereiche abzudecken und dann intensiv von der Sonne bescheinen zu lassen, damit sich die Muster regelrecht in die Haut einbrennen, hält unsere Expertin für grob fahrlässig. “Das ist vollkommen unverantwortlich und in jeder Form abzulehnen“, urteilt sie.

Tödliche Gefahr: schwarzer Hautkrebs

Ein Sonnenbrand bedeutet auch immer eine Schädigung ihrer Haut. Die ist nicht rückgängig zu machen, erklärt unsere Expertin. "Die Gesundheit Ihrer Haut ist wie ein Konto von dem Sie immer nur abheben können. Je öfter Sie einen Sonnenbrand haben, desto leerer wird das Konto. Irgendwann kann das böse enden“, betont die Hautärztin. Gemeint ist vor allem der schwarze Hautkrebs, der besonders durch zu starke Beanspruchung der Haut mit UV Strahlen, also Sonnenlicht entstehen kann.

Wird diese Krebsart sehr früh diagnostiziert, kann man den noch oberflächlichen Tumor leicht aus der Haut schneiden. Hat der Krebs aber erstmal über das Lymphsystem gestreut und Metastasen gebildet, dann bleiben den Betroffenen trotz Operation und Chemotherapie oft nur noch wenige Monate zu leben. Neue Therapien für das Immunsystem geben zwar Hoffnung, bedeuten im Moment aber lediglich eine verlängerte Lebenszeit von ein paar Monaten bis zu gut einem Jahr. Jeder Sonnenbrand ist also auch ein unnötiges Lebensrisiko und nicht etwa ein lustige Anekdote aus dem Urlaub.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | MDR JUMP am Vormittag | 01. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 00:10 Uhr

Quicktipp: Was hilft gegen Sonnenbrand?
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MDR FERNSEHEN Mi 01.08.2018 00:00Uhr 01:03 min

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