Umschau-Quicktipp | 05.04.2019 Smarte Lautsprecher

Sie starten auf Wunsch die Lieblingsmusik, beantworten Fragen zum Wetter oder erzählen einfach nur einen Witz: Smarte Lautsprecher gehören aktuell zu den beliebtesten Technikspielereien. Laut Branchenverband Bitkom nutzt bereits jeder achte Deutsche einen Lautsprecher, der mit einem digitalen Assistenten und einer Internetverbindung ausgestattet ist. Käufer haben die Wahl zwischen verschiedenen Systemen. Wir haben mit Johannes Schuba vom Magazin für Digitales t3n zusammengetragen, was für den Kauf wichtig sein kann.

"Alexa", "Siri" oder "OK Google"

Der Amazon-Sprachassistent Alexa steht auf einem Tisch.
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Auf dem Markt der smarten Lautsprecher gibt es derzeit drei große Anbieter: Amazon mit den Echos, Apple mit den Homepods und Google mit seinen Home-Geräten. Alle drei rüsten ihre Lautsprecher mit ihrem eigenen digitalen Assistenten aus. Der reagiert dank eingebauter Mikrofone auf ein vorher festgelegtes Wort: "Alexa", "Siri" oder "OK Google" und die danach gesprochene Anweisung. Im Alltag spürbare Unterschiede bei der Technik gebe es nicht, sagt Johannes Schuba: "Die sind alle auf einem ähnlichen Stand, was sie können. Siri wird öfter mal nachgesagt, dass sie etwas hinterherhängt." Wirkliche Gespräche entstünden dabei aber nicht. Nutzer müssten schon sehr konkrete Anweisungen geben wie "Siri, wie wird das Wetter morgen?" oder "Alexa, starte meine Morgen-Playlist!" "Wenn man etwa auf eine vorherige Antwort des smarten Lautsprechers eingeht, dann muss man manchmal bestimmte Dinge auch nochmal sagen. Grundsätzlich funktioniert das solide, wenn ich eine konkrete Anweisung gebe – das verstehen alle recht gut", sagt unser Experte. Aber auch andere Technikanbieter rüsten ihre Lautsprecher mit einem der drei genannten Assistenten aus. Lautsprecher-Spezialist Sonos etwa verbaut dafür Alexa.

Muss zur restlichen Technik passen

Unser Experte rät, die Kaufentscheidung danach auszurichten, was bereits an Smartphones oder Tablets im Haus ist. "Wenn man nur Apple-Geräte hat, ist auch ein smarter Lautsprecher mit Siri die beste Wahl. Und bei Android dann der Lautsprecher von Google", sagt Johannes Schuba. Auch welche Dienste man im Internet bereits nutzt, kann eine wichtige Rolle beim Kauf spielen. "Musikstreaming-Dienste wie Spotify und Deezer laufen bei allen, Apple Music geht natürlich nur über Siri", sagt unser Experte. Wer zudem noch Videostreaming-Dienste oder Videotelefonie nutzen will, braucht einen der smarten Lautsprecher mit einem zusätzlichen Display. Die kosten dann schnell über 100 oder 200 Euro. "Die Videotelefonie funktioniert recht solide, kommt aber auch stark auf die Internetverbindung an. Eine 16.000er Leitung schafft das solide, mit einer 6000er-Leitung sollte das auch klappen, wenn die nicht schon sehr belastet wird", sagt Johannes Schuba.  

Guter Klang kostet mehr

Wer seinen smarten Lautsprecher nicht nur als Gesprächspartner, sondern wirklich für Musikgenuss nutzen will, muss meist etwas mehr ausgeben als die 30, 40 Euro für die günstigsten Geräte. "Die größeren Amazon-Echo-Geräte etwa oder die größeren von der Konkurrenz wie Google Home geben schon einen soliden Klang ab. Auch Apple wirbt mit dem Homepod damit, dass sie sich auf die Entwicklung des Klangs  konzentriert haben. Auch Sonos ist da ein guter Kandidat", sagt Johannes Schuba. Zwischen 180 und 250 Euro müssten Käufer aber für wirklich guten Klang einplanen.

Was geht raus?

Seit smarte Lautsprecher in Deutschland verkauft werden, wird auch darüber diskutiert, was die Geräte aufnehmen und eventuell nach draußen senden. "Apple sagt grundsätzlich, dass ihre Geräte die Daten nur verschlüsselt an ihre Server schicken. Zudem sind die mit einer zufälligen Geräte-ID-Nummer versehen, die sich nicht mit meinem Nutzeraccount bei Apple verknüpft lässt", sagt unser Experte. Anders halten das Amazon und Google. Beide verknüpfen den smarten Lautsprecher auch mit den jeweiligen Account des Nutzers. "Ich kann dann in der Alexa-App anhören, was ich jemals zu Alexa gesagt habe. Grundsätzlich ist es so, dass die so natürlich den Service besser machen wollen", sagt unser Experte. Jeder Nutzer müsse sich vor dem Kauf klar machen, was die Geräte machen und welche Daten sie weiterschicken. "Viele Anbieter bieten die Möglichkeit, die erfassten Daten zu löschen", sagt Johannes Schuba.

Störgeräusche

Im Internet gibt es auch kleine Zusatzgeräte für wenige Euro, die auf Echos oder Google Home draufgesetzt werden können. Diese Geräte enthalten einen Minicomputer und senden solange Störgeräusche an die smarten Lautsprecher, bis die Nutzer wirklich den Lautsprecher mit "Alexa" oder "OK Google" aktivieren. Das soll verhindern, dass die Mikrofone durchgehend Geräusche oder Sprache aufnehmen. "Solche Modifikationen kann man nutzen. Die helfen auch. Man sollte sich aber überlegen, ob man so einen smarten Lautsprecher dann wirklich haben will", sagt unser Experte. Die einzig andere effektive Lösung wäre, die Mikrofone immer wieder auszuschalten. "Aber dann müsste ich erst eine Taste auf den Geräten anstellen, bevor ich sprechen kann", sagt Johannes Schuba. Das nehme den smarten Lautsprechern aber wieder etwas von ihrer einfachen Bedienbarkeit.

Nutzt kaum jemand

Smarte Lautsprecher können sehr viel, werden von den meisten Nutzern aber eben nur für einfache und immer gleiche Aufgaben genutzt. "Die können zum Beispiel das smarte Haus steuern, wie Licht aus oder Musik an", sagt Johannes Schuba. Viele Nutzer wüssten auch nicht, dass sie auf ihren smarten Geräten so genannte Routinen anlegen können. "Das ich einfach sage zu meinem smarten Lautsprecher 'Guten Morgen' und er weiß: Wenn ich das sage, soll er die Nahrichten vorlesen, die Kaffeemaschine starten und das Licht langsam hochfahren", sagt unser Experte. Im Alltag treibt die zusätzliche Technik in den Lautsprechern den Stromverbrauch übrigens kaum nach oben. "Alexa, Siri und Co. laufen ja im Stand-by-Betrieb, aber das tun andere Lautsprecher auch", sagt Johannes Schuba. Auf der Stromrechnung sei der Unterschied dann nicht zu sehen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 05. April 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 00:10 Uhr