Umschau-Quicktipp | 07.06.2018 Was tun gegen Fruchtfliegen?

Umschau-Quicktipp: Was tun gegen Fruchtfliegen?
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Fruchtfliegen kommen aus den Tropen und vermehren sich rasend schnell. Sie können uns zwar nicht gefährlich werden können. Dennoch sind sie oft lästig und mitunter eklig.

MDR FERNSEHEN Di 05.06.2018 12:56Uhr 01:28 min

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Sie kommen aus den Tropen und vermehren sich rasend schnell. Sie können uns zwar nicht gefährlich werden, sind aber lästig und mitunter eklig. Obst-, Essig- oder Taufliege: verschiedene Namen, aber immer  ein Ziel - unser Essen und Trinken. Wir erklären, wie Sie die Plagegeister wieder loswerden.   

Obstfliegen sind zwei bis sechs Millimeter groß und leben entweder als Wildform in Wald und Flur oder als Kulturform in der Nähe des Menschen. Komposthaufen, Obstlager oder die Obstschale in der Wohnung sind die beliebtesten Tummelplätze der Kultur-Obstfliege. Da sie sich bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius nicht vermehren können, haben wir von November bis März/April in der Regel Ruhe vor den Plagegeistern. Allerdings halten Sie auch sehr niedrige Temperaturen in einem bestimmten Larvenstadium aus und können so im Freien überwintern. Wird es dann im Frühjahr wärmer, entwickelt sich aus der Larve die fertige Obstfliege. Sie fühlt sich vom Duft fauligen Obstes angezogen und macht sich auf den Weg in unsere Wohnung. 

So kommt die Fliege ins Haus

Reifende Früchte setzen Gase frei, die in der Nähe gelagertes Obst und Gemüse noch schneller reifen lassen. Ab einem bestimmten Reifegrad setzen Zucker und Hefebakterien einen Gärungsprozess in Gang. Der dabei entstehende Essiggeruch lockt die Obstfliege über Fenster und Balkontür in die Wohnung. Aber auch auf dem Obst oder Gemüse, das Sie vom Einkauf mit nach Hause bringen, können schon Eier und Larven der Obstfliege haften und auf diesem Weg in die Wohnung gelangen. Dort fühlen sie sich dann besonders in Obstschalen wohl. Auch die Eimer für Rest- oder Biomüll und die gelbe Tonne sind beliebte Nahrungs- und Brutplätze. 

So wird die Fliege zum Dauergast

Ein Fruchtfliegen-Paar während der Paarung.
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Überall, wo es faulig riecht und möglichst auch noch feucht ist, legen die Tierchen gerne ihre Eier. Das können pro Weibchen und Durchgang bis zu 400 Stück sein. Nach spätestens 14 Tagen ist der Nachwuchs bereits so weit, ebenfalls Eier zu legen. So können in knapp einem Monat theoretisch über 100.000 Fliegen aus einem einzigen Paar entstehen. Bei einer Lebensdauer von gut 50 Tagen können Obstfliegen ihre zahlreichen Enkel also eine Weile genießen. 

Nicht gefährlich, aber eklig 

Schreiten Sie nicht zeitig genug ein, dann vermehren sich Obstfliegen nicht nur rasant, sondern beschleunigen auch noch den Verfallsprozess von Obst und Gemüse. Von fauligen Früchten übertragen Sie die für Gärung verantwortlichen Bakterien auf noch intaktes Obst und legen dabei dort auch ihre Eier ab, damit die schlüpfenden Larven gleich etwas zu futtern haben. Eier und Larven sind so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Deshalb hat wahrscheinlich jeder schon mal Obstfliegenlarven unfreiwillig mitgegessen. Das ist eklig, aber nicht gefährlich, da bei uns heimische Obstfliegen in der Regel keine gefährlichen Keime übertragen.

So beugen Sie vor

Besonders im Sommer und Herbst sind die Tiere aktiv. Werden Kirschen, Äpfel und Birnen reif, gibt es in der freien Natur ein großzügiges Nahrungsangebot. Somit vermehren sich die Fliegen rasant und sind vermehrt auf der Suche nach neuen Brutplätzen. Da sie dabei vorwiegend nach Geruch fliegen, ist eine gut gelüftete Wohnung, die nicht nach reifem Obst oder vergorenen Getränken riecht, ein wichtiger Aspekt. Außerdem sollten Sie alle möglichen Brutplätze entfernen:

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
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  • Leeren Sie Mülleimer und Müllbeutel öfter, reinigen Sie die Eimer gründlich mit Wasser!
  • Lagern Sie Obst und Gemüse nicht offen in der Wohnung sondern am besten im Kühlschrank oder an einem möglichst kühlen, trockenen Ort!
  • Äpfel und Tomaten geben viel Reifegas ab, lagern Sie anderes Obst und Gemüse deshalb mindestens 50 Zentimeter entfernt davon!
  • Reinigen Sie Abflüsse und Waschbecken und halten Sie Ausgüsse, die lange Zeit nicht benutzt werden, geschlossen!
  • Lassen Sie keine Speisereste liegen, verschließen Sie Getränke!
  • Reinigen Sie auch den Geschirrspüler regelmäßig und lassen Sie ihn nicht offen und halb gefüllt stehen. Gleiches gilt für schmutziges Geschirr, auch das sollten Sie nicht längere Zeit stehen lassen.    
  • Lüften Sie regelmäßig, um die Raumluft von Gärungsduft zu befreien!  

So werden Sie die Tierchen los

Sind Fruchtfliegen erstmal bei Ihnen eingezogen, sollten Sie vor allem schnell handeln, um die Tierchen wieder los zu werden. Zuerst entfernen Sie vor allem befallenes Obst und Gemüse und alle möglichen Brutstätten. Dann können Sie versuchen, die verbleibenden Obstfliegen mit dem Staubsauger zu fangen. Der Sog ist stark genug und hält die Tiere auch im Staubbeutel. Am besten fangen Sie Obstfliegen aber mit einer Falle. Der Handel bietet dazu eine Vielzahl an Produkten. Ab zehn Euro bekommen Sie Fallen, die die Tiere meist mit einem Lockstoff anziehen und dann in ein Gefäß lotsen, aus dem die Fliegen nicht mehr entkommen können. Sehr effektiv und viel preiswerter ist eine selbstgebaute Obstfliegenfalle: Dazu geben Sie eine Mischung aus Wasser und einem Obstessig mit etwas Zucker und ein paar Tropfen Spülmittel in eine kleine Schüssel. Essig und Zucker locken die Fliegen an, das Spülmittel sorgt dafür, dass das Wasser kaum noch Oberflächenspannung hat. Die Fliegen versinken so recht schnell und können aus der Falle nicht mehr raus. Mischungen aus Gebissreiniger und Wasser haben eine ähnliche Wirkung. Ein ganz natürlicher Weg zur Fliegenbekämpfung ist Fettkraut, eine fleischfressende Pflanze.  Obstfliegenvernichter für die Steckdose locken die Tierchen mit UV-Licht an und töten sie dann mit einem elektrischen Schlag. Sie sollen aber nur bedingt funktionieren.  

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 07. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2018, 16:00 Uhr