Umschau-Quicktipp | 26.01.2018 Wertgegenstände zu Hause sicher aufbewahren

Wertgegenstände zu Hause sicher aufbewahren

Niedrige Zinsen bei der Geldanlage, wenig Vertrauen in Banken: Viele Menschen bewahren Wertsachen und Geld zu Hause auf. Ganze 45 Prozent der Deutschen sparen Bargeld zu Hause an, so der Sparerkompass 2016 (repräsentative Studie/Bank of Scotland). Als Grund dafür gibt jeder Fünfte an, dass ein Bargeldbestand zu Hause ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Aktuell wird jedoch in Deutschland aller zwei Minuten eingebrochen. Damit Einbrecher das Geld oder andere Wertgegenstände nicht finden, sollten Sie das, was Ihnen wichtig ist, also gut verstecken.

Gute Verstecke, schlechte Verstecke - Tipps vom Ex-Einbrecher

Wer kann besser einschätzen, ob ein Versteck gut oder schlecht ist als ein Einbrecher? Wir haben uns deshalb Tipps von einem ehemaligen Berufseinbrecher geben lassen.

Gute Verstecke

Gute Verstecke verlangen Kreativität und sind meist ein wenig aufwändiger. Wichtig dabei: Je ungewöhnlicher das Versteck, desto höher leider auch die Gefahr, es zu vergessen.

  • Ein Schreibtisch bietet viele Versteckmöglichkeiten. Das wissen Einbrecher und suchen auch hier gründlich. Ein Tipp vom Experten: Geld unter der Schreibtischunterlage ist sicherer, wenn darauf Geräte wie zum Beispiel ein Drucker oder Schreibutensilien liegen.
  • Kleben Sie Geld mit Klebeband unter den Schrank.
  • Befüllen Sie eine Arzneiampulle oder ein Röhrchen mit Geld, verschließen Sie es wasserdicht, stecken Sie es in eine Weinflasche und packen Sie den Korken wieder drauf. Für Einbrecher zählt jede Minute – Zeit, jede einzelne Weinflasche zu kontrollieren, bleibt da eher nicht.
  • Das Loch in der Tür: Ein in den Türrahmen gebohrtes Loch bietet Platz für gerollte Geldscheine. Zur Tarnung einfach von oben wieder zuschrauben.
  • CD-Hüllen: Im Plastik-Inlay finden Geldscheine Platz. Besonders bei großen CD Sammlungen ein gutes Versteck.
  • Steckdosentresor: ein Mini-Tresor, der vorn als Steckdose getarnt ist. Er wird in der Wand eingelassen. Das hat den Vorteil, dass man ihn nicht einfach mitnehmen kann. Zudem ist er als Tresor nicht erkennbar. Niemand würde versuchen, in eine Steckdose zu fassen - also ein ideales Täuschungsmanöver und ein erstklassiges Versteck.

Schlechte Verstecke

Einbrecher haben Wertgegenstände in einem Kleiderschrank gesucht und ein Chaos hinterlassen
Bildrechte: IMAGO

Jeder Einbrecher beginnt im Schlafzimmer. Weil das ein sehr persönlicher Bereich ist, verstecken Menschen hier gern Wertgegenstände: unter der Matratze, zwischen den Socken oder im Nachtschrank - und verschaffen Einbrechern damit ein schnelles Erfolgserlebnis. Auch Tiefkühlschrank und Kühlschrank sind keine guten Verstecke. Selbst wenn Wertgegenstände in Alufolie gepackt werden, ist die Chance hoch, dass Einbrecher hier fündig werden. Wertvolles in der Computer-Verkleidung, im DVD-Player oder in der Stereoanlage zu verstecken, ist keine gute Idee. Diese Geräte nimmt der Einbrecher vermutlich so oder so mit – und dann sind mit den Elektrogeräten auch die Wertsachen weg. Vermeiden Sie unbedingt auch die "Klassiker": die Keksdose in der Küche, Briefumschläge im Bücherregal, Geheimverstecke in Büchern, hinterm Bilderrahmen, unterm Teppich, im Backofen oder dem Spülkasten im Bad. Diese Verstecke kennt jeder Einbrecher.

 Ein großes Stück Sicherheit – Tresore

Menschen wollen aufgrund der hohen Einbruchszahlen zunehmend ihr Hab und Gut schützen – Grund genug für die Tester der Stiftung Warentest, sich auch mit dem Thema zu befassen und sich insgesamt zehn Tresore mit und ohne Sicherheitsstufe näher anzusehen. Deren Preisspanne reicht von 70 bis 400 Euro. Es wurde getestet, wie schnell Einbrecher die Tresore öffnen können. Zudem spielten Handhabung, Montage und Befestigung des Tresores an der Wand eine Rolle für dei Bewertung.

Tresor
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Alle Tresore ohne Sicherheitsstufe zeigten ein mangelhaftes Ergebnis. Von sechs Tresoren mit Sicherheitsstufe nach EU-Norm schnitten vier gut ab und einer befriedigend. Dabei spielte häufig das Gewicht eine große Rolle: So waren die leichten, einwandigen Tresore von Hellweg und Pearl leicht zu knacken. Die Tester urteilten: Die 70 Euro für den Pearl-Tresor kann man sich sparen - eine verschließbare Schublade bietet fast denselben Schutz. Besser schnitten doppelwandige und massivere Modelle ab. Vier Tresore (Rheinland Gaia S2-100, Rottner Comsafe Powersafe 300 EL, Burg-Wächter Combiline CL20 E, Atlas TA S22) ließen sich nur sehr schwer von der Wand lösen und meisterten auch die Prüfung der Aufbruchssicherheit mit "sehr gut". Besonders gute Ergebnisse erzielten die Modelle von Atlas und Burg-Wächter: Sie konnten in der vorgegebenen Zeit von 10 Minuten nicht geöffnet werden. Beide Modelle sind mit 400 Euro aber leider auch die teuersten im Test. Der Tresor von Burg-Wächter hat einen weiteren Vorteil: Er hat eine Feuerwiderstandsklasse, d.h. Papierdokumente halten einem Feuer 30 Minuten lang stand. Insgesamt verweisen die Tester darauf, dass neben der Beschaffenheit des Tresors auch die solide Verankerung in der Wand sehr wichtig ist.

Fazit

Hundertprozentige Sicherheit vor Einbrechern gibt es nicht. Und auch das „Super-Versteck“ existiert in der Realität leider nicht, denn jedes neue oder besonders kreative Versteck können Einbrecher auch aus den Medien erfahren. Tresore bieten einen zusätzlichen Schutz, allerdings muss man dafür tief in die Tasche greifen. Gut zu wissen: Nur, wenn man einen Tresor mit Sicherheitszertifikat wählt, kann man seinen Inhalt versichern. Experten empfehlen, in jedem Fall auf die Absicherung der Wohnung über Fenster, Balkontür und Tür zu achten, denn am besten sind Wertsachen vor Einbrechern gesfchützt, wenn diese gar nicht erst in die Wohnung kommen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 26. Januar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2018, 00:10 Uhr