Umschau-Quicktipp | 21.08.2018 Wespen fernhalten

Wespen kommen in verschiedenen Arten bei uns vor. Die wenigsten davon können uns durch ihre Stiche gefährlich werden. Schauen Sie deshalb genauer hin, mit wem Sie es im Garten oder im Haus zu tun haben.

Wespen sind von sich aus nicht angriffslustig. Sie stechen, wenn sie sich angegriffen fühlen oder ihren Bau verteidigen wollen. Wespen unterscheiden sich in ihrer Art, Nester zu bauen und in der Stärke und Beständigkeit ihrer Völker. Die meisten von ihnen leben übrigens allein und ganz ohne Volk. Deshalb fallen sie kaum auf, wenn Sie im Garten auf Nahrungssuche unterwegs sind.

Lästige Kurzkopfwespen

Kurzkopfwespen sind die klassischen "Kaffeetafel-Wespen". Auf der Suche nach Zucker, können sie in großen Mengen auftreten und sich auf Kuchen, Obst und Schlagsahne stürzen. Dabei lassen sie sich nur schlecht vertreiben. Interessant dabei: Die Wespen essen auch gerne Fleisch. Und das beschreibt dann auch gleich eine sehr positive Eigenschaft von Wespen. Wo sie sind, sind kaum Mücken, denn die werden ebenfalls als Eiweißquelle für den Nachwuchs gebraucht.

Deutsche Wespe
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Kurzkopfwespen können Völker mit mehreren Tausend Tieren bilden und sind gerade im August und September auf Nahrungssuche. Ihre Nester sind zu 80 Prozent in Erdlöchern, Baumstämmen, Höhlen und Ritzen. Einige suchen sich aber auch warme Stellen im Haus und können dort dann bis in den November überleben. Im Freien halten sich die Völker meist bis zu den ersten Nachtfrösten. Gerade die Völker in Erdlöchern können bei Störungen, zum Beispiel durch die Gartenarbeit oder spielende Kinder, mit Angriff reagieren. Sie sehen sehr schlecht und orientieren sich lieber an den verwirbelten Duftfahnen von Obst und Kuchen. Deshalb sieht ihr Flug auch oft etwas hektisch aus, was manche als Aggressivität deuten.

Harmlose Langkopfwespen

Waldwespe
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Langkopfwespen haben zwar Stachel, können damit aber kaum durch die menschliche Haut stechen. Ihre Nester sehen aus wie große Kokons und hängen meist auf Dachböden oder in Schuppen. Von diesen Nestern geht in der Regel keine Gefahr aus. Auch leben in solchen Bauten oft nur ein paar Dutzend Tiere.

Und was ist mit Hornissen?

Hornissen
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Hornissen gehören zu den sogenannten echten Wespen und sind mit Körpergrößen von vier bis fünf Zentimetern die größten und gleichzeitig gutmütigsten Vertreter unter den Wespen. Sie sind eher scheu und passiv und bilden Völker mit nur ein paar Hundert Tieren. Hornissen haben einen großen Appetit auf Insekten und auch auf andere Wespenarten, aber nicht auf süßen Kuchen. Wenn Sie also ein paar dieser großen Vertreter im Garten haben, dann sollten Sie sich auf ein friedliches Miteinander freuen und einlassen.

Unsinnige Vorurteile

Stachel der Gemeinen Wespe
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"Wespenstiche sind giftiger als Bienenstiche!" Das ist falsch, denn obwohl Wespen mehrmals zustechen können, geben sie dabei immer nur einen kleinen Teil ihres Giftes ab. Bei Bienen bleibt der Stachel in der Haut des Opfers stecken und pumpt selbständig weiter Gift hinein, und zwar bis zu zehnmal mehr als bei einem Wespenstich. Allerdings können Wespen als Aasfresser mit ihrem Stich auch gefährliche Keime übertragen.

"Wespen sind unnütz!" Auch das ist falsch. Wespen bestäuben Blüten genauso fleißig wie Bienen. Zusätzlich vernichten Sie noch Schädlinge wie Blattläuse, Fliegen und Mücken.

"Drei Hornissenstiche töten einen Menschen" Das ist völliger Quatsch. Das Gift der Hornmisse ist wesentlich schwächer als das von Bienen oder Wespen. Nur der Stich ist aufgrund des größeren Stachels schmerzhafter.

Umgang mit Wespen

Zahlreiche Wespen fressen an reifen Weintrauben.
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Sollten Wespen Ihre Kaffeerunde oder Grillparty stören, helfen diese Tipps weiter:

  • Bieten Sie den Tieren am besten in fünf bis zehn Metern Entfernung eine Ablenkfütterung an. Überreife Früchte eignen sich dafür am besten.
  • Vorsicht: Locken Sie nicht mit Marmelade oder Honig, denn das gibt den Tieren so viel Energie, dass sie aggressiv werden können.
  • Verhalten Sie sich ruhig. Schlagen Sie nicht nach den Tieren.
  • Pusten Sie Wespen nicht fort. Das Kohlendioxid in Ihrer Ausatemluft versetzt die Wespen in Alarmbereitschaft.
  • Trinken Sie nie direkt aus einer Flasche. Benutzen Sie lieber einen Strohhalm. Decken Sie Speisen und Getränke ab.
  • Tragen Sie keine starken Parfüme, weil die Tiere auf verschiedene Duftstoffe gereizt reagieren können.
  • Entfernen Sie Speisereste und süße klebrige Getränkerückstände aus dem Gesicht von Kindern.
  • Tragen Sie im Garten und gerade unter Obstbäumen immer festes Schuhwerk.
  • Tragen Sie keine grellen bunten Farben. Tipp: Wespen mögen kein Weiß. Wenn Sie also Ihren Tisch entsprechend eindecken und selber möglichst helle Kleidung tragen, werden Sie weniger belästigt.

Wespennester im Garten

Wespennest in einem Holunderbusch.
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Sollten Sie ein Wespennest in Ihrem Haus oder Garten entdecken, halten Sie zunächst Abstand. Wenn es möglich ist und Sie den Bereich des Gartens nicht unbedingt betreten müssen, dann warten Sie bis zum Herbst, denn dann verschwindet das Volk von selbst. Sollte das Nest aber zu nahe an Wohn- oder Lebensbereich sein, dann versuchen Sie unter keinen Umständen, es selbst zu entfernen. Rufen Sie dafür ausgebildete Schädlingsbekämpfer. Auch wenn Kinder im Garten sind und in die Nähe des Nestes gelangen könnten, sollten Sie das Nest entfernen lassen.

Hilfe bei Wespenstichen

Wespenstich.
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Bei einem Wespenstich am Körper versuchen Sie einen eventuell vorhandenen Stachel zu entfernen und kühlen Sie die Stelle. Sollten Sie in den Mund- oder Rachenraum gestochen werden, dann versuchen Sie zu kühlen. Lutschen Sie Eiswürfel, trinken Sie kaltes Wasser und fahren Sie sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus. Durch das Anschwellen des Stiches kann es sonst zu Atemnot bis hin zum Ersticken kommen.

Wer mit einem Schock oder einer starken allergischen Reaktion auf einen Wespenstich reagiert, gehört ebenfalls sofort ins Krankenhaus. Beachten Sie, dass bei einer vorhandenen Allergie gegen Wespenstiche die Reaktionen von Stich zu Stich immer stärker zunehmen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine mögliche Desensibilisierung und lassen Sie sich Notfallmedikamente verschreiben.

Sind Sie allergisch?

Das kann Ihnen mit Sicherheit nur ein Arzt beantworten. Einige Zeichen können aber darauf hindeuten: Luftnot, Kreislaufbeschwerden oder Ausschlag an anderen Körperstellen sind problematisch. Wer so reagiert, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit allergisch und gehört unbedingt zum Arzt. Starker Juckreiz und starke Schwellungen in den ersten 15 bis 30 Minuten nach einem Stich sind dagegen normal.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 21. August 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2018, 22:23 Uhr