Umschau-Quicktipp | 29.05.2018 So bekommen Sie Spam-Mails in den Griff

Man öffnet das E-Mail-Postfach und sie sprudeln einem massenhaft entgegen - Spam-Mails. Sie kommen in Form von Schnäppchen-Angeboten, Abofallen oder vermeintlich privaten Anfragen. Mehr als 90 Prozent aller Mails sind solche nervigen und oft nicht ganz ungefährlichen Spams. Die Versender denken sich dabei immer neue Formen aus, um Verbraucher zu täuschen. Es gibt jedoch Tricks, damit solche unerwünschten E-Mails gar nicht erst im Postfach landen.

Wie erkenne ich Spams?

Ein Lockangebot, versteckte Schadsoftware oder unerwünschte Werbung - Spam-Mails dienen unterschiedlichsten Zwecken. Oft erkennt man sie an Betreffzeilen wie "Re: Hi" oder "Klassentreffen". Auch bei ungewöhnlichen Schreibweisen sollte mal genauer hinsehen. Diese sorgen dafür, dass die Spamfilter der E-Mail-Programme ausgetrickst werden. Die Versender geben sich zudem gern als Freunde, Arbeitskollegen oder seriöse Unternehmen aus, um beim Empfänger einen persönlichen Bezug herzustellen. Der Zweck: Man soll die Mail und eventuelle Dateianhänge öffnen. Hinter solchen Anhängen mit Endungen wie .exe, .com, .pif oder .scr versteckt sich häufig Schadsoftware. Deshalb lohnt sich auch ein Blick auf die Absender-Adresse. Hier nutzen Spammer oft verbreitete Namen oder Namen bekannter Institutionen um Seriosität zu suggerieren. Es empfiehlt sich daher den Absender genau anzusehen. Passen Absender und E-Mail-Adresse nicht zusammen, heißt es Achtung.

Welche Spam-Mails gibt es?

Neben Werbung gibt zahlreiche weitere Formen von Spam-Mails.

  • Abofallen: Angelockt durch ein Gratis-Angebot wie ein kostenloser Download oder Free-SMS soll der Nutzer Name, Adresse oder auch das Geburtsdatum eingeben. Mittels dieser Daten werden dann Rechnungen für angeblich abgeschlossene Abonnements verschickt. Oft finden sich Preisangaben versteckt in den AGBs oder im Kleingedruckten. Ein unter diesen Umständen abgeschlossener Vertrag ist in der Regel jedoch nicht gültig. Dies ist nur der Fall, wenn der Preis für eine Leistung oder ein Produkt klar und deutlich angezeigt worden ist.

  • Mahnungen/Zahlungsaufforderungen: Verbreitet sind auch Spam-Mails, in denen angebliche Anwaltskanzleien oder Inkassobüros zur Zahlung offener Rechnungen mahnen. Manche dieser E-Mails lassen sich schnell als Spam erkennen:

  • die fiktive Rechnung entstand bei einem Online-Shop, den Sie nicht kennen oder bei dem Sie nicht bestellt haben;
  • die Betreffzeile enthält Rechtschreibfehler wie „Kanelei“ für „Kanzlei“;
  • der Auftraggeber des Inkasso-Büros wird nicht genannt;
  • die Postanschrift der Anwaltskanzlei beziehungsweise des Inkasso-Büros fehlt.

Wichtig: Antworten Sie nicht auf solche E-Mails ! Sind Sie nicht sicher, ob Sie bei einem namentlich genannten Online-Shop nicht doch eine Rechnung offen haben, empfiehlt sich die Nachfrage beim Kundenservice.

Im Postfach sind viele betrügerische Emails gelandet. Die Absender haben Fantasienamen...
Bildrechte: dpa

  • Viren & Co.: Sie gehören zu den größten Bedrohungen im E-Mail-Verkehr. Dabei kann sich der Virus entweder direkt in der Spam-Mail befinden oder er wird über einen vermeintlich sicheren Link durch den Nutzer selbst heruntergeladen. Das Erscheinungsbild solcher Spam-Mails kann ganz unterschiedlich ausfallen: mal als gefälschte Rechnung, mal als Buchungsbestätigung für ein Hotel, einen Flug oder ähnliches. Eine weitere Gefahr sind Trojaner. Dies sind Programme, welche sich zunächst als nützlich ausgeben, dem Nutzer aber durch einen versteckten Code schaden. So können private Daten, beispielweise Zugangsdaten vom Online-Banking, ausgespäht werden. Auch sogenannte Bots werden von Spammern genutzt. Dies sind Programme, die heimlich über Dateianhänge auf dem Computer eingeschleust werden und somit das Ausspionieren von Kennwörtern und E-Mail-Adressen ermöglichen. Aus dem Hintergrund kann der Computer so benutzt werden, um weitere Computer zu schädigen.

Tipps gegen Spam-Mails

Spammer werden zwar immer trickreicher, doch man kann sich durchaus wehren. 

Richtiger Umgang mit der Mail-Adresse

Schon die Wahl der E-Mail-Adresse kann hier helfen. Man sollte möglichst nicht den vollständigen Namen in der Adresse offenbaren. Hilfreich ist es, Zahlen und Sonderzeichen in die E-Mail-Adresse einzubauen. Diese machen es schwerer von Bots, also Programmen die per Zufallsgenerator Menschen kontaktieren, gefunden zu werden. Zudem wird geraten, die E-Mail-Adresse nur Personen mitzuteilen, die man auch persönlich kennt und denen man traut. Für Gewinnspiele, Blogs, Online-Shopping etc. sollte man sich eine zweite Adresse einrichten, die später problemlos gelöscht werden kann. Ein weiterer wichtiger Punkt: Passwörter regelmässig wechseln.

Richtig mit dem Spam-Filter umgehen

Spam-Filter der Mailprogramme lernen. Das heißt, der Filter lernt, wenn unerwünschte Mails als Spam markiert wurden oder im Junk-Mail-Ordner landen. Beim nächsten Mal landet die Spam-Mail wahrscheinlich direkt in diesem Ordner. Voraussetzung ist allerdings, den Spam-Mail-Ordner nicht sofort zu löschen, sonst kann der Filter nicht lernen.

Nicht auf Tricks hereinfallen

Auf keinen Fall darf man auf Links in fragwürdigen E-Mails klicken, denn damit wird dem Absender bestätigt, dass diese Mail-Adresse wirklich existiert. Wichtigste Regel: Anhänge nur dann öffnen zw. Herunterladen, wenn man den Absender zweifelsfrei zuordnen kann. In diesen Anhängen können sich gefährliche Schadprogramme verstecken. Auch ohne Anhang ist es wichtig, fragwürdige E-Mails nicht weiterzuleiten oder darauf zu antworten - auch so bestätigt man dem Spammer, dass die Adresse existiert.

Rechner und Virenprogramme

Illustration von Binärcode und einem Virus
Bildrechte: IMAGO

Sollte es trotz Spamfilter einem Virus oder Trojaner gelungen sein, den Computer zu infizieren, hilft ein gutes Antiviren-Programm. Es verhindert das Eindringen neuer Viren und kann Schadsoftware, die sich bereits auf dem Rechner befindet gezielt erkennen und entfernen. Auch angeschlossene USB- Sticks und Festplatten können so auf Viren kontrolliert werden. Zusätzlich arbeiten viele Spamfilter und Virenprogramme mit Black- und Whitelists. Hierbei wird definiert, welche E-Mail-Absender vertrauenswürdig oder eben nicht vertrauenswürdig sind. E-Mails von Absendern auf der Blacklist werden dann dauerhaft abgewiesen. Wichtig: Computer und Virenprogramm sollten immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden und Programme nur von vertrauenswürdigen Quellen heruntergeladen werden.

Bilder in E-Mails blockieren

Beim Öffnen einer E-Mail mit Bildanhang öffnet sich durch die Nachladefunktion eine winzige Bild-Datei. Passiert dies, weiß der Spammer automatisch, dass die E-Mail-Adresse aktiv ist. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich alle Nachrichten von unbekannten Absendern im Textformat anzeigen zu lassen. Das kann man unter „Extras“, „Optionen oder „Einstellungen“ aktivieren. Einige Programme blockieren dies von vornherein.

Wenn gar nichts mehr hilft, dann nur ein Wechsel

Ist die Spamflut durch die oben genannten Tipps nicht in den Griff zu bekommen, hilft nur ein Wechsel der E-Mail-Adresse.

Fazit

Spamming ist zwar verboten, aber noch immer landen viele dieser Mails in den Postfächern. Durch richtiges Verhalten kann die Gefahr von Spam-Mails aber deutlich reduziert werden. Jeder Verbraucher hat hier eine Sorgfaltspflicht. Verletzt er diese und handelt fahrlässig, kann man ebenfalls für Schäden haftbar gemacht werden. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn kein Vierenprogramm auf dem Computer installiert oder dieses nicht regelmäßig aktualisiert wurde. Wenn dadurch ein Bot-Netzwerk über den Computer Spam-Mails verschickt und Dritte dadurch geschädigt werden, können Verbraucher hierfür ebenfalls haftbar gemacht werden.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 29. Mai 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 09:32 Uhr