Ein Rauchmelder hängt an einer Zimmer
Bildrechte: imago/Steinach

Umschau | 27.02.2018 | 20:15 Uhr Mit Rauchmeldern Leben retten

Am gefährlichesten bei einem Brand ist nicht die Hitze, sondern der Rauch. Er ist so giftig, dass er binnen kurzem zu Bewusstlosigkeit und zum Tod führt. Vor allem Schlafende haben dann kaum eine Chance. Rauchmelder reduzieren das Risiko, weil sie bei starker Rauchentwicklung Alarm schlagen.

Ein Rauchmelder hängt an einer Zimmer
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Die Vorstellung eines Feuers in der eigenen Wohnung wird gerne verdrängt. Dabei ist die Sorge durchaus berechtigt. Rund 200.000 Mal brennt es jedes Jahr in Deutschland. Durchschnittlich 700 Menschen kommen dabei ums Leben. Häufig sind Defekte in elektrischen Geräten der Auslöser, aber auch unbeaufsichtigte Kerzen, der falsche Umgang mit Spiritus und anderen brennbaren Chemikalien, ein vergessenes Bügeleisen oder entzündetes Öl in einer Pfanne sind typische Ursachen.

Eine Frau schaut auf einen Rauchmelder, den sie in ihrer Hand hält
Rauchmelder gibt es in unterschiedlichen Farben, Formen und Ausstattungsvarianten. Eins tun sie aber alle: Sie schlagen Alarm, wenn sie Rauch registrieren. Bildrechte: IMAGO

Noch bedrohlicher als die Hitze sind die bei einem Feuer entstehenden giftigen Rauchgase. Sie führen schon nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tod. Wen der Brand im Schlaf überrascht, der hat nur dann eine Chance, wenn er rechtzeitig wach wird. Wie groß die Gefahr hier ist, zeigt die Statistik: Rund 80 Prozent aller Brandtoten sterben im Bett. Rauchmelder könnten das verhindern. Sie lösen bei verstärkter Rauchentwicklung Alarm aus. Damit können sie nicht nur nachts Leben retten, sondern auch auf ein Feuer aufmerksam machen, das sich  ansonsten unbemerkt im Nebenraum entwickelt würde.

Am besten überall

Am besten ist es, in jedem Zimmer einen Rauchmelder anzubringen, mindestens aber im Schlafzimmer, im Flur und gegebenenfalls in den Kinderzimmern. Bis auf Sachsen haben alle Bundesländer entsprechende Vorschrift. Feuerwehren und Versicherern ist das nicht genug. Sie fordern eine einheitliche bundesweite Vorschrift. Das hat einen guten Grund: Dort wo Melder Pflicht sind, gibt es deutlich weniger Brandtote.

DIN EN 14604 sorgt für Sicherheit

Seit 2008 dürfen in Deutschland nur noch Rauchmelder verkauft werden, die der DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Danach müssen die Geräte folgende Mindestanforderungen erfüllen

Rauchmelder
Rauchmelder schlagen im Brandfall am frühesten Alarm, wenn sie in der Zimmermitte an der Decke angebracht werden. Bildrechte: Colourbox

  • Der Alarmton muss mindestens 85 dB/3m erreichen.
  • Mit einem Testknopf muss sich die Funktionsfähigkeit des Gerätes jederzeit überprüfen lassen.
  • Ein nötiger Batteriewechsel muss mindestens 30 Tage vor Ende der Batterielebensdauer angezeigt werden. Meist geschieht das durch einen wiederkehrenden Signalton.
  • Der Rauch muss von allen Seiten in den Melder eindringen können.
  • Dabei sollten die entsprechenden Öffnungen nicht größer als 1,3 Millimeter sein, um das Eindringen von Staub und Insekten zu verhindern.

Nur mit Siegel!

Die meisten Rauchmelder sind schnell montiert und leicht zu handhaben. Trotzdem gibt es einiges zu beachten:

Zwei Hände montieren einen Rauchmelder
Rauchmelder müssen regelmäßig überprüft werden. Bildrechte: IMAGO

  • Kaufen Sie nur geprüfte Geräte, die das VdS-Prüfsiegel oder ein TÜV-Siegel tragen.
  • Bringen Sie die Rauchmelder immer in der Zimmermitte an der Decke an, weil der Rauch nach oben steigt und der Melder dort am frühesten Alarm schlägt. Montieren Sie das Gerät nicht an Schrägen, abgehängten Balken oder ähnlichem.
  • Überprüfen Sie die Funktionsfähigkeit der Rauchmelder regelmäßig.
  • Wechseln Sie rechtzeitig die Batterien. In der Regel machen sich die Geräte mit einem leisen Piepton bemerkbar, wenn die Batterie schwächer wird. Bei einem guten Rauchmelder reicht der Strom für diese Meldung über mehrere Tage oder sogar Wochen, damit zum Beispiel auch Urlauber nach der Rückkehr wissen, dass ein Batteriewechsel fällig ist.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 27. Februar 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2018, 22:01 Uhr