Ansturm zur Eröffnung des russischen Lebensmitteldiscounters "Mere" am 29.01.2019 in Leipzig.
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Umschau | 29.01.2019 | 20:15 Uhr Handelsexperte sieht kaum Erfolgschancen für russischen Lebensmitteldiscounter

In Leipzig hat mit "Mere" die erste Filiale der sibirischen Firma Torgservis eröffnet. Der Leipziger Wirtschaftsexperte Erik Maier sieht aber wenig Chancen für das Unternehmen, sich auf dem deutschen Markt zu behaupten.

Ansturm zur Eröffnung des russischen Lebensmitteldiscounters "Mere" am 29.01.2019 in Leipzig.
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Update (05.02.2019):
Eine Woche nach seiner Eröffnung hat der russische Discounter "Mere" seine erste Deutschland-Filiale in Leipzig vorübergehend geschlossen. Grund seien Lieferschwerigkeiten wegen der großen Nachfrage, sagte eine Unternehmenssprecherin. Am 6. Februar soll die Filiale wieder öffnen.

Juniorprofessor Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig rechnet dem russischen Lebensmitteldiscounter Torgservis mit seiner deutschen Tochter TS-Markt nur geringe Chancen auf dem deutschen Markt zu. "Formate wie dieser Discounter, die es vorher auf dem deutschen Markt versucht haben, sind gescheitert. Wenn Filialen bleiben, dann sind sie eher ein Randphänomen mit einer engen Zielgruppe", so der Fachmann für Handel- und Multi-Channel-Management im Gespräch mit dem MDR-Magazin "Umschau".

Discounter "Mere" plant 100 Filialien in Deutschland

Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Discounters in Leipzig blickt eine Frau durch die Fenster des Geschäfts.
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Am 29. Januar hat in Leipzig die erste Filiale der sibirischen Firma Torgservis unter dem Namen "Mere" eröffnet. "Wir wollen zuerst in Ostdeutschland Fuß fassen", teilt das Unternehmen schriftlich mit. Medienberichten zufolge will die Firma in Deutschland 100 Läden eröffnen. "Selbst wenn sie diese 100 Filialen auch tatsächlich eröffnen, so ist es unmöglich, Discountern wie Aldi oder Lidl Konkurrenz zu machen", so Maier weiter. Nach Ansicht des Handelsexperten seien die Margen im deutschen Lebensmittelhandel sehr gering und die Marktmacht der "Platzhirsche" sehr groß: "20% günstiger als Aldi kann ich mir bei bestimmten Produkten gut vorstellen, denn solche Märkte machen klassischen Restartikelverkauf. Zusätzlich verkaufen sie Produkte, die es in anderen Märkten nicht gibt bzw. Waren von niedriger Qualität." Maier weist zudem darauf hin, dass beim Import nach Deutschland Zölle in Höhe von durchschnittlich 5-20% vom Warenwert anfielen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 29. Januar 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 09:37 Uhr