Am Straßenrand abgestellte Wohnwagen
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Umschau | 13.03.2018 | 20:15 Uhr Mit dem Wohnwagen sicher verreisen

Bremsen, Beschleunigung, Kurvenfahrten: Mit Wohnwagen ist alles anders. Zu Unfällen kommt es oft, weil die Fahrer nicht daran denken, dass sie mit Anhänger unterwegs sind. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

Am Straßenrand abgestellte Wohnwagen
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Wer mit einem Wohnmobil oder einem Caravan verreist, reist frei. Wohin die Reise geht und an welchen Stellen Halt gemacht wird, lässt sich vorher genau planen oder unterwegs spontan entscheiden. Der erlebnisreiche Urlaub geht allerdings auch mit einer besonderen Verantwortung einher: der Verantwortung für Fahrzeug, Ladung und Insassen.

Unfälle mit Wohnwagen werden häufig dadurch verursacht, dass die Fahrer nicht daran denken, dass sie mit Anhänger unterwegs sind. Die Last hinter dem Auto wirkt sich aber entscheidend auf das Fahrverhalten des gesamten Gespanns aus. Wir erklären, worauf Sie besonders achten sollten:

Beschleunigen, bremsen, Kurvenverhalten

Mit Anhänger reagiert ein Pkw viel schwerfälliger als ohne. Beim Beschleunigen gewinnt das Auto einfach viel langsamer an Tempo. Wenn Sie zum Beispiel überholen oder auf der Autobahn die Spur wechseln wollen, sollten Sie daran denken.

Noch wichtiger ist das veränderte Bremsverhalten. Der Bremsweg verlängert sich und auch die Last des Anhängers, die über die Anhängerkupplung auf das Auto drückt, kann sich beim Bremsen auswirken. Halten Sie am besten zum Fahrzeug vor Ihnen noch einen größeren Sicherheitsabstand als sonst und bremsen Sie so sanft wie möglich.

Polizeiwagen neben umgekipptem Caravan auf einer Autobahn
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Gerade in den Kurven machen sich Gewicht und Fahrverhalten des Caravans bemerkbar. Gehen Sie zu schnell in die Kurve, nehmen Sie die Kurve zu eng oder haben Sie den Wohnwagen falsch beladen, riskieren Sie, dass Sie die Spur nicht halten können, der Anhänger aneckt oder er im schlimmsten Fall sogar kippt und Sie die Kontrolle verlieren.

Tipp: Wenn Sie bisher noch wenig Erfahrung mit Wohnwagen haben, üben Sie vor der Reise auf vertrauten Straßen, um sich an das neue Fahrverhalten zu gewöhnen. Noch besser ist ein entsprechendes Fahrtsicherheitstraining.

Ladung richtig verteilen

Vor allem beim Bremsen oder in engen Kurven kann falsch gelagerte Ladung fatale Auswirkungen haben. Im besten Fall kommt es nur zu Schäden an der Landung und im Wohnwagen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Unfall, weil verrutschte oder zu hoch gelagerte Ladung das so Fahrverhalten beeinflusst, dass Sie das Gespann nicht mehr sicher steuern können.

Beladen Sie den Anhänger am besten so, dass sich schwere Sachen am Boden in der Nähe der Achsen befinden. Lagern Sie auch alles andere möglichst weit unten. Sichern sie alles gut gegen Verrutschen.

Gewichtsgrenzen einhalten

Pkw mit Wohnwagen
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Jedes Auto hat eine zulässige Anhängelast, die nicht überschritten werden darf. Gleiches gilt für die maximale Anhängelast des Wohnwagens. Ebenso ist bei beiden ­– Zugfahrzeug und Anhänger – das jeweils geltende zulässige Gesamtgewicht zu beachten. Überschreitungen der Gewichtsgrenzen gefährden die Stabilität und Sicherheit des Gespanns.

Im Zweifel fragen

Ist mein Auto stark genug motorisiert für einen Wohnwagen? Ist mein Anhänger stabil genug? Liege ich mit dem Gewicht noch innerhalb des Zulässigen? Wenn Sie bei den Vorbereitungen der Reise nicht sicher sind, fragen Sie. Unterstützung bekommen Sie unter anderem bei Automobilclubs, Caravan-Herstellern oder -Verleihern. Viele bieten auch ein Fahrsicherheitstraining an. Über die Suche im Internet finden Sie schnell einen Anbieter in Ihrer Nähe.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 13. März 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 21:23 Uhr