Ein Mann in langem Mantel und mit Pelzmütze steht mit halb erhobenen Armen in einem verschneiten ukrainischen Dorf.
Der Regisseur Levin Peter suchte die Orte in der Ukraine auf, an denen sein Großvater im Zweiten Weltkrieg stationiert war. Bildrechte: Deckert Distribution GmbH

unicato im Januar 2018 "Hinter dem Schneesturm" von Levin Peter

unicato präsentiert den Debütfilm "Hinter dem Schneesturm" von und mit dem Filmemacher Levin Peter in einer 100-Minuten-Sendung. Darin spricht er mit seinem Großvater über des Opas Zeit im Zweiten Weltkrieg.

Ein Mann in langem Mantel und mit Pelzmütze steht mit halb erhobenen Armen in einem verschneiten ukrainischen Dorf.
Der Regisseur Levin Peter suchte die Orte in der Ukraine auf, an denen sein Großvater im Zweiten Weltkrieg stationiert war. Bildrechte: Deckert Distribution GmbH

Im Dokumentarfilm "Hinter dem Schneesturm" spricht Regisseur und Autor Levin Peter mit seinem Großvater über des Opas Zeit im Zweiten Weltkrieg.

"Die Erde ist ein Gedächtnis", heißt es in diesem Film einmal. Sie nimmt die Toten in sich auf, und mit ihnen deren Erinnerungen. Nach diesen zu graben, kann den Blick auf ein Leben verändern. Der Großvater von Levin Peter war 1943 als Besatzungssoldat in der Ukraine stationiert. Inzwischen lebt er steinalt und mit wenig Außenkontakten, wie auf einer verlorenen Insel, in einem kleinen Zimmer eines Altenheimes. Im Schrank seines Großvaters fand Levin Peter eines Tages ein Fotoalbum. Seite für Seite führte es tiefer in den Krieg und tiefer in die Ukraine. Die letzten Fotos zeigten, rätselhaft und abstrakt, Silhouetten von Menschen in der schneeverwehten Steppe nahe der ostukrainischen Stadt Mariupol. Sie wurden gewissermaßen der Auslöser dieses Films, der lange Gespräche zwischen Opa und Enkel verknüpft mit den Schemen von damals und diese wiederum in Zusammenhang bringt mit Eindrücken des jungen Filmemachers aus der Ukraine von heute.

Bis zum fertigen Film war es ein schwieriger, reibungsvoller Weg. Als sein Großvater ihn als Arschloch beschimpfte, wurde Levin Peter klar: Das sollte kein Interview wie jedes andere werden: "Das waren die ersten Tage und für mich war eigentlich die Stunden danach klar: Blödeste Idee, diesen Film zu machen und ich höre sofort auf. Das war's." Doch dann startete er doch noch einen Versuch und bemühte sich, diesmal anders vorzugehen. "Das ging eigentlich damit los, dass ich erstmal verstehen musste, was ihn überhaupt berührt und beschäftigt, wie sein Leben abläuft. All das wusste ich nicht - was in seinem Kopf los ist, was seine Gedanken sind", erzählt Peter. Also zog er zu seinem Großvater ins Altenheim, erlebte seinen Alltag mit. Gefragt waren vor allem Geduld, Vertrauen und Feingefühl - und eine Menge Zeit. Gut ein Jahr verbrachte Peter mit seinem Opa in dem kleinen Zimmer.

"Hinter dem Schneesturm" zeigt, wie verschwiegene Lebensabschnitte der Großeltern in die Gegenwart der Enkelgeneration eingreifen können. Ein reibungsvoller Versuch der Verständigung über jene Schatten, die man Erinnerung nennt.

Ein Mann im Interview.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann im Interview.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vom verbissenen verfolgten Hobby zum Beruf: Levin Peter berichtet von seinen filmischen Anfängen und seinem beruflichen Werdegang.

Di 09.01.2018 11:21Uhr 07:54 min

https://www.mdr.de/unicato/video-166610.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Unicato
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Levin Peter und Markus Kavka
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine eigene Handschrift beim Filmemachen wird überbewertet, findet Peter Levin. Er empfiehlt jungen Filmemachern deshalb, sich nicht zu verkrampfen.

Di 09.01.2018 11:14Uhr 02:51 min

https://www.mdr.de/unicato/video-166600.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Porträt vom Filmemacher Levin Peter
Bildrechte: Deckert Distribution GmbH

Levin Peter ist viel unterwegs. unicato traf ihn mitten in Berlin. Er wuchs in Jena auf, wo er 2005 sein Abitur machte. Seinen ersten Dokumentarfilm "Prestes Maia" drehte er 2007 in Zusammenarbeit mit ZDF und ARTE über die größte Hausbesetzung Lateinamerikas 2007 in São Paulo. Diesen Film präsentierte unicato bereits, im Jahr 2010 wurde er mit einem unicato Award ausgezeichnet. Von 2008 bis 2015 absolvierte Peter sein Regiestudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Diplomfilm "Hinter dem Schneesturm" erhielt einen First Steps Award. Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2016 war Peter mit seinem Diplomfilm als Gast der Perspektive Deutsches Kino vertreten. 2016 gründete Peter zusammen mit seiner Lebenspartnerin Elsa Kremser die Produktionsfirma "RAUMZEITFILM Produktion" und ist als Regisseur und Produzent tätig. In seinem nächsten Film geht es um die Hündin Laika, das erste Lebewesen, das ins All geschickt wurde, beziehungsweise ihre Nachfahren: die Straßenhunde Moskaus. Ein halbes Jahr hat Peter ein Rudel mit der Kamera begleitet. Der Film soll 2019 in die Kinos kommen.

unicato vom Januar 2018 Bilder vom Dreh

Ein Kamerateam dreht vor den Hackeschen Höfen in Berlin.
Der Dreh startet mitten im Straßenverkehr vor den Hackeschen Höfen in Berlin. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Ein Kamerateam dreht vor den Hackeschen Höfen in Berlin.
Der Dreh startet mitten im Straßenverkehr vor den Hackeschen Höfen in Berlin. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Moderator Markus Kavka steht umgeben von Tonassistent, Kameramann und Lichtassistent.
Konzentration - bei Straßenlärm und Kälte haben es Moderator Markus Kavka und das Drehteam schwer. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Der blonde Filmemacher Levin Peter steht umringt von zwei Kameramännern, Licht- und Tonassistent.
Der Filmemacher Levin Peter steht bereit zum Interview. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Eine Frau mit gelockten brünetten Haaren und Kopfhörern im Gespräch mit einem Kameramann.
Autorin Juliane Fuchs spricht sich mit den Kameramännern ab. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Moderator Markus Kavka und Filmemacher Levin Peter nehmen Anweisungen entgegen.
Der Moderator Markus Kavka und sein Interviewpartner Levin Peter sind bereit für die nächsten Aufnahmen. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
Zwei Kameramänner laufen durch eine Hofeinfahrt.
Die Kameramänner durchlaufen den Kurs zum Dreh, um sich ein Bild von der Situation in den Hackeschen Höfen zu verschaffen. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter
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Moderator Markus Kavka steht umgeben von Tonassistent, Kameramann und Lichtassistent.
Konzentration - bei Straßenlärm und Kälte haben es Moderator Markus Kavka und das Drehteam schwer. Bildrechte: MDR/Marieke Wolter

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2018, 16:26 Uhr