Mehrere Frauen mit Schürzen und ein Junge stehen an einem Backhaus in Mönchenhöfe in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel

Sachsen-Anhalt Unser Dorf hat Wochenende in Mönchenhöfe

Mönchenhöfe ist klein, sehr klein. Gerademal 140 Einwohner hat das Dörfchen an der Schwarzen Elster.

Mehrere Frauen mit Schürzen und ein Junge stehen an einem Backhaus in Mönchenhöfe in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel

Doch diese 140 Bewohner legen sich ins Zeug - und so ist ganz schön was los, denn am Wochenende wird gebacken. Zum letzten Mal in diesem Jahr schiebt der Heimatverein Dreipfundbrote in den denkmalgeschützten Backofen mitten im Dorf. Dafür wird anderthalb Tage der Sauerteig gefüttert, gerührt, geformt.

Dorfansichten So sieht ein Wochenende in Mönchenhöfe aus

Brot backen, Butter stampfen, Körbe flechten: In Mönchenhöfe haben wir erlebt, wie traditionelle Handwerkskunst bewahrt wird. Am Wochenende packen die Menschen dort begeistert mit an.

Straße mit Ortseingangsschild im Dorf Mönchenhofe in Sachsen-Anhalt
Mönchenhöfe nahe der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt hat gerade 141 Einwohner. Aber dafür ist in dem Dörfchen an der Schwarzen Elster ganz schön was los. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Straße mit Ortseingangsschild im Dorf Mönchenhofe in Sachsen-Anhalt
Mönchenhöfe nahe der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt hat gerade 141 Einwohner. Aber dafür ist in dem Dörfchen an der Schwarzen Elster ganz schön was los. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Tom Kösterke aus Mönchenhöfe feuert den dorfeigenen Backofen im Backhaus an.
An sieben Tagen im Jahr wird der dorfeigene Backofen angeheizt. Tom Kösterke ist als Heizer an der Reihe und stellt sich der schweißtreibenden Arbeit im Backhaus. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Drei Frauen und ein Junge schieben rohe Brote aus Sauerteig in einen Ofen im Backhaus von Mönchenhöfe.
Schon von Freitagvormittag an wird der Sauerteig angesetzt, mit Mehl und Wasser gefüttert und immer wieder gerührt. Am Samstagmorgen ist der Teig dann fertig und wird zu Dreipfündern geformt. Wenn der Ofen auf Temperatur ist, muss es zügig gehen: Brot aus der Gärform nehmen, Schieber bemehlen, Laib mit Wasser bestreichen und dann rein in den denkmalgeschützten Ofen. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Zwei Frauen in weißen Schürzen mit einem Butterfass aus Holz.
Und wenn der Heimatverein schon selbst Brot bäckt, dann wird dazu auch die eigene Butter gemacht: Muskeltraining am Butterfass für Daniela und Petra. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Lutz Thäle steht mit einer Arbeitsschürze neben einem Holzstapel
Lutz Thäle hat heute Backpause, denn er ist Spezialist für Eisbein und Stollen. Auf den Winter freut sich der gelernte Tischler ganz besonders. Endlich kann er wieder ein bisschen mehr Zeit in seiner Werkstatt verbringen. Tischlern ist für Lutz inzwischen nur noch Hobby. Das Dorf versorgt ihn regelmäßig mit kleinen Aufträgen. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Drei Frauen und ein Junge mit frischgebackenen Broten am Backhaus von Mönchenhöfe.
Nach gut einer Stunde müssen die Brote raus aus dem Ofen. Es duftet verführerisch, aber märchenhafte Stimmung à la Frau Holle kommt nicht auf, denn wieder ist zügige Teamarbeit gefragt… Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Eine Frau bürstet vor dem Backhaus von Mönchenhöfe ein Brot ab, im Hintergrund laufen mehrere Frauen und Männer umher.
Die Brote kühlen nur kurz aus, dann werden sie abgebürstet. Die mehlige Rutschunterlage wird nun nicht mehr gebraucht. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein Mann und eine Frau backen im Freien auf einem Kinderspielplatz sehr große Eierkuchen in einer Pfanne auf einem Grillrost
Eierkuchen im XXL-Format: Hubert Sachse und seine Frau backen ihre "Plinsen" gerne auf dem Grill. Denn nach Feierabend trifft man sich im Dorf oft dort, wo die meisten Autos stehen. Und Hubert ist ein guter Gastgeber. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Susann Rissling aus Mönchenhöfe arbeitet geschützt durch eine Brille und in einer Camouflage-Jacke mit einer Kettensäge an einer Skulptur aus Holz
Susann Schwenk lässt aus einem Baumstamm wahre Kunstwerke entstehen. In ihrer Elternzeit hat sie Freude am Schnitzen mit der Kettensäge gefunden. Geld verdient sie allerdings mit ihrem eigenen Tattoo-Studio. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Ein Traktor mit einem Anhänger voller Fichtenreisig in einem Waldstück
Zweimal im Jahr treffen sich die Männer vom Heimatverein zum Arbeitseinsatz. Dann schwärmen sie im Wald zum Reisigbündeln aus. So holen sie Brennholz für den Dorf-Backofen heran. Für alle Feste und Backtage in Mönchenhöfe werden 220 Reisigbündel pro Jahr benötigt. Bei einem Arbeitseinsatz schaffen die Männer etwa die Hälfte. Bildrechte: MDR/Jana Eschrich
Udo Eichelbaum flechtet einen Korb aus Weidenholz.
Fast jeder im Dorf pflegt sein Hobby, und meist hat es mit Holz zu tun. Udo Eichelbaum flicht Körbe - wie schon sein Vater. Deshalb schneidet er bald wieder seine Weiden am Dorfrand, denn das Material für die nächsten Körbe und Kiepen muss her. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Das Ufer der Schwarzen Elster bei Mönchenhöfe.
Die Weiden stehen am Ufer der Schwarzen Elster, die malerisch am Dorf vorbeifließt. Klar, dass die meisten Mönchenhöfer immer mal hier sind. Sie bestaunen den Sonnenaufgang, angeln oder lassen einfach die Seele baumeln. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unser Dorf hat Wochenende | 05. November 2017 | 09:00 Uhr

Aber Brot ist nicht alles. Auch Holz prägt das Dorf. Es wird gesägt und verbaut, geschliffen und gesammelt. Allein 220 Reisigbündel verschlingt der Backofen. Und da wären wir dann doch wieder beim Brot.

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Bildrechte: MDR Fernsehen
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Klein, aber fein: Nur 140 Einwohner hat das Dorf Mönchenhöfe, das idyllisch an der Schwarzen Elster liegt. Klar, dass es die Menschen dort oft an den Fluss zieht.

MDR FERNSEHEN So 04.11.2018 09:00Uhr 01:25 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unser Dorf hat Wochenende | 05. November 2017 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2018, 09:00 Uhr