Orchester und Chöre Die MDR-Ensembles - Klangkultur auf höchstem Niveau

Klangkultur auf höchstem Niveau: Das MDR-Sinfonieorchester ist das älteste Rundfunkorchester Europas. Der MDR-Rundfunkchor ist der größte professionelle Konzertchor Deutschlands und der MDR-Kinderchor ist der einzige Kinderchor innerhalb der ARD.

Saisoneröffnung 2018/19 mit MDR-Ensembles und Mahler-Programm im Leipziger Gewandhaus am 16.9.2018
Das MDR-Sinfonieorchester und der MDR-Rundfunkchor bei der Saisoneröffnung 2018/19 im Leipziger Gewandhaus. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

MDR-Sinfonieorchester

Das älteste Radio-Orchester Deutschlands präsentiert sich wenige Jahre vor seinem hundertjährigen Jubiläum als eines der lebendigsten und innovativsten in Europa. Neben der regelmäßigen Präsenz im Hörfunk, im Fernsehen und im Internet begeistert das Orchester mit seinen mehr als 50 Konzerten pro Saison im Sendegebiet und darüber hinaus ein breites Publikum.

Das MDR-Sinfonieorchester ist in der Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verwurzelt, in einer Region, deren Musiklandschaft durch Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Robert Schumann, Franz Liszt und Kurt Weill geprägt wurde.

Orchestermusiker mit Instrument
Das MDR-Sinfonieorchester Bildrechte: MDR / Peter Adamik

Das MDR-Sinfonieorchester trägt den innovativen Geist dieser Komponisten in die Gegenwart hinein: Neueste Musik und genreübergreifende Konzertformate gehören ebenso dazu wie lebendige Aufführungen des traditionellen Repertoires. Kristjan Järvi, der in der Nachfolge von u. a. Hermann Abendroth, Herbert Kegel, Wolf-Dieter Hauschild, Fabio Luisi und Jun Märkl von 2013-2018 als Chefdirigent an der Spitze des Orchesters stand, erweiterte dessen Profil durch programmatische Impulse, innovative Konzepte und mit Gästen, die nicht nur der klassischen Musik zugetan sind, wie Aziz Sahmaoui, Django Bates, Wolfgang Muthspiel, Francesco Tristano, DJ Mr. Switch, Stefano Bollani, Bryce Dessner, Hauschka, múm, Max Richter und Anoushka Shankar.

Weitere Gastkünstler wie Julia Fischer, Renaud und Gautier Capuçon, Alexander Toradze, Jean-Yves Thibaudet, Pekka Kuusisto, Gabriela Montero, Nils Mönkemeyer, Antoine Tamestit und Nicolas Altstaedt prägten die Programme, ebenso wie die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Tan Dun, Steve Reich und Arvo Pärt.

Renommierte Dirigenten standen immer wieder am Pult des Orchesters, in den letzten Jahren waren es u. a. Roger Norrington, Ádám Fischer, Krzysztof Urbanski, Stefan Asbury, James Gaffigan, Markus Stenz, Alain Altinoglu, Roberto Abbado, Santtu-Matias Rouvali, Kazuki Yamada, Michail Jurowski, Jan Willem de Vriend, Ludovic Morlot, Dmitry Liss, aber auch Dirigenten der jungen Generation wie Ariane Matiakh, Duncan Ward, Nicholas Carter und Klaus Mäkelä.

Das MDR-Sinfonieorchester hat zahlreiche Soundtracks eingespielt, u. a. zu der Serie "Sense8" der Geschwister Wachowski sowie zu Tom Tykwers Filmen "Cloud Atlas", "Hologram for a King" und dessen Serie "Babylon Berlin". CD-Aufnahmen des MDR-Sinfonieorchesters erscheinen u. a. bei MDR KLASSIK, Neos, Naxos, SONY Classical, DG und Naïve.

Der MDR-Rundfunkchor

Wenn große Orchester im In- und Ausland ein Werk mit Chorbeteiligung planen, steht der MDR-Rundfunkchor auf der Wunschliste ganz oben. Der größte und traditionsreichste Chor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gilt unter Experten als einer der besten. Dirigenten wie Herbert von Karajan, Kurt Masur, Colin Davis, Claudio Abbado, Simon Rattle, Neville Marriner, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Bernard Haitink, Riccardo Muti, Georges Prêtre oder Roger Norrington haben dem MDR-Rundfunkchor ihre Reverenz erwiesen. Regelmäßig konzertieren die Sängerinnen und Sänger natürlich auch mit dem MDR-Sinfonieorchester.

MDR-Rundfunkchor
Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Dass das Ensemble nicht nur exzellenter Partner der bedeutendsten Orchester ist, beweist es mit viel beachteten A-cappella-Interpretationen. Weltliche und geistliche Musik, Ensemblegesang sowie Chorsinfonik gehören gleichermaßen zum Repertoire, das beinahe ein Jahrtausend Musikgeschichte umspannt. Als Spezialensemble für zeitgenössische Musik haben sich die 73 Choristen durch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einen Namen gemacht.

Mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 übernahm der estnische Dirigent Risto Joost die künstlerische Leitung des MDR-Rundfunkchores. Durch innovative A-cappella-Programme und die Aufführung chorsinfonischer Werke prägt er auf besondere Weise das musikalische Profil des Chores. Unter seinen Vorgängern finden sich Namen wie Herbert Kegel, Jörg-Peter Weigle und Gert Frischmuth.

In den 15 Jahren seines Wirkens festigte von 1998 an Howard Arman, der auch das überaus erfolgreiche Format der Nachtgesänge entwickelte, den Ruf des anerkannten Spitzenensembles. Ihm folgte 2013 Philipp Ahmann, der bis 2016 als Erster Gastdirigent tätig war und weiterhin regelmäßig mit dem Chor arbeitet.

Nahezu 200 Schallplatten und CDs - viele davon preisgekrönt - hat das Ensemble in seiner 70-jährigen Geschichte aufgenommen. So erhielten die Sängerinnen und Sänger für die Einspielung von Max Regers "Motetten op. 110" den International Classical Music Award 2017 und für die Aufnahme von Rachmaninows "Vesper" unter Leitung von Risto Joost im Januar 2018 den Diapason d’Or.

Über die Europäische Rundfunkunion wie auch auf Tourneen und Gastspielen weltweit zu hören, fungiert der 2013 mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnete MDR-Rundfunkchor erfolgreich als musikalischer Botschafter Mitteldeutschlands.

Der MDR-Kinderchor

Der einzige Kinderchor der ARD ist zu Hause im Herzen Mitteldeutschlands und bietet mittlerweile etwa 180 jungen Sängerinnen und Sängern eine musikalische Heimat. In den Probenräumen am Leipziger Augustusplatz erhalten die verschiedenen Chorgruppen, die sich in ihrer Kinderchor-Zeit ein Repertoire von Gregorianik bis Jazz aneignen, eine umfassende sängerische und chorische Ausbildung.

Die musikalische Förderung im Chor umfasst neben regelmäßigen Proben in verschiedenen Alters- und Leistungsstufen auch Stimmbildung und Musiktheorie. Oft werden die Kinder schon im Alter von drei Jahren in den Vorchor aufgenommen und bleiben dem Konzertchor bis zum Schulabschluss erhalten. Dabei wird auch den Jungen die Möglichkeit gegeben, nach dem Stimmwechsel weiter im Chor zu singen.

Das vielfältige Repertoire des Chores umfasst Kinderlieder, anspruchsvolle A-cappella-Musik und Uraufführungen ebenso wie chorsinfonische Werke (Berlioz’ "La damnation de Faust" 2013, Rudolf Tobias’ "Des Jona Sendung" 2015, Georges Bizets "Carmen" und Terry Rileys "In C" 2017) oder Crossover-Projekte ("Kinder der Freiheit" mit Polarkreis 18 oder gemeinsame Auftritte mit Dieter "Maschine" Birr von den Puhdys).

Neben regelmäßigen Konzerten überall in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen auch immer wieder Radio- und Fernsehproduktionen sowie CD-Aufnahmen auf dem Programm, zuletzt von Josef Achtéliks musikalischem Märchenspiel "Peterchens Mondfahrt" und von Hans Sandigs "Besuch im Zoo".

Gegründet 1948 von Hans Sandig, beging der MDR-Kinderchor mit einem großen Festkonzert im März 2018 seinen 70. Geburtstag. Nachdem von 1990 bis 2011 Gunter Berger erfolgreich den Takt angab, stand in den folgenden sechs Jahren Ulrich Kaiser am Pult. Im Januar 2018 übernahm Alexander Schmitt mit neuen Impulsen die künstlerische Leitung des MDR-Kinderchors.

Internationale Tourneen führten die jungen Sängerinnen und Sänger zu Konzerten, Schulprojekten und Workshops in die Schweiz, die USA, nach Australien, Polen, Katar und zuletzt nach Tschechien. Zwei Preise beim Internationalen Chorwettbewerb in Verona haben die Qualität der Musikausbildung beim MDR eindrucksvoll bestätigt.

Kontakt: MDR KLASSIK
Augustusplatz 9a
04109 Leipzig
Tel.: (0341) 300 8713