MDR-Programme weiter über UKW verbreitet

Entgegen Medienberichten, wonach am Mittwoch das Aus für viele UKW-Sender droht, gibt es in dieser Woche keine Abschaltungen von UKW-Frequenzen, über die der MDR seine Programme verbreitet.

Das erklärt MDR-Betriebsdirektor Dr. Ulrich Liebenow. In einer Stellungnahme im Zusammenhang mit aktuellen Streitigkeiten zwischen technischen Dienstleistern führt er weiter aus: „Selbstverständlich sind wir mit unseren Dienstleistern kontinuierlich im Gespräch. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir uns zu vertraglichen und strategischen Verhandlungen im Zusammenhang mit der UKW-Verbreitung nicht öffentlich äußern werden. Wir sehen die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt ebenso wie die Politik in der Pflicht. Es gilt, nun zügig  den massiven Auswirkungen des UKW-Antennenverkaufs durch die Media Broadcast auf den Hörfunkmarkt, inklusive der Androhung von Abschaltungen zur Durchsetzung von Einzelinteressen, entgegenzuwirken und die UKW-Versorgung in Deutschland sicherzustellen.“

Zum Hintergrund: Der MDR betreibt wie auch alle privaten Rundfunkveranstalter in unserer Region und weitere ARD-Anstalten kein eigenes UKW-Sendernetz. Bisheriger Betreiber für den MDR war die aus der Deutschen Telekom hervorgegangene Media Broadcast. Vor einigen Jahren wurde der Markt der Rundfunkverbreitung, insbesondere auf Anregung der privaten Rundfunkveranstalter, liberalisiert. So konnten sich auch alternative Sendernetzbetreiber etablieren. Die Antennenzugangspreise wurden reguliert.

In diesem Kontext hatten sich die ARD-Landesrundfunkanstalten, auch der MDR, und Deutschlandradio entschieden, die Aussendung der UKW-Hörfunkprogramme EU-weit auszuschreiben. An der Ausschreibung hatte sich zunächst auch Media Broadcast beteiligt, dann aber das Angebot zurückgezogen. Im Ergebnis der Ausschreibung erhielt ein alternativer Sendernetzbetreiber den Zuschlag für alle drei Lose des MDR. Der Auftrag umfasst die Aussendung der MDR-UKW-Hörfunkprogramme über 169 Frequenzen an insgesamt 101 Standorten in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit dem Zuschlag wurde jedoch nicht zugleich die Sender-Infrastruktur übertragen, also Sender und Antennen. Sie verblieb zunächst im Eigentum der Media Broadcast. Da diese Gesellschaft sich jedoch komplett aus dem UKW-Geschäft zurückgezogen hat, veräußerte sie einen Großteil der Antennen an neue Gesellschaften, bei denen es sich um Finanzinvestoren handelt. Diese wollen nun deutlich höhere als die bisher geltenden regulierten Preise erzielen. Auch der neue Vertragspartner des MDR ist mit diesen Forderungen konfrontiert.

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2018, 17:04 Uhr