Unterwegs in Sachsen-Anhalt | 23.10.2021 | 18:15 Uhr Unterwegs auf historischen Obstalleen

Sie säumen Straßen zwischen Ortschaften, bilden lebendige Tunnel, sind Sichtschutz und geben Orientierung – Sachsen-Anhalts Alleen. Seit Jahrhunderten prägen sie das Landschaftsbild unserer Region. Ursprünglich in Parkanlagen zum Lustwandeln und Flanieren entstanden, wurden ab 1750 Alleen aus Obstbäumen angelegt, um Menschen mit Früchten und Vieh mit Futter zu versorgen. Unterwegs in Sachsen-Anhalt geht auf Tour entlang der Obstalleen rund um Zerbst.

Eine Frau läuft bei sonnigem Dezember-Wetter durch eine Allee von Obstbäumen.
Wenn im Frühjahr die Obstbäume blühen, sind sie herrliche Anziehungsorte. Aber auch zu anderen Jahreszeiten bieten die Straßen mit ihren Bäumen Abwechslung. Bildrechte: dpa

Victoria Herrmann und Andreas Neugeboren wollen diesmal wissen, was die Obstalleen für die Menschen bedeuten, wie sie damit leben und umgehen und wie sie genutzt werden. Die Reise startet in Grimme, einem kleinen Dorf bei Zerbst.

Alleen brauchen Pflege

Der Heimatverein und die Bürgerinitiative "Zerbst blüht auf" pflanzen Bäume in die Lücken einer sehr alten Birnenallee. Denn die Alleen im Land brauchen Pflege. Zum Glück gibt es Naturfreunde wie Janet Löhn vom Heimatverein. In Grimme hat das Baumpflanzen eine schöne Tradition: "Wir haben im Ort eine Streuobstwiese angelegt. Jeder Jugendliche pflanzt zu seiner Jugendweihe oder Konfirmation einen Obstbaum". Und Matthias Keller vom Verein "Zerbst blüht auf" hilft gern, wenn es um Naturschutz geht.

Platz für alte und seltene Obstsorten

Auch Manfred Ruppert hat sich um die Obstbaumalleen rund um seine Heimatstadt Köthen verdient gemacht. Er kümmert sich um diverse Obstbaumallen, pflanzt mit seinen Freunden immer wieder Bäume nach, beschneidet und pflegt sie – vieles bezahlt er aus eigener Tasche. Ihm haben es die Apfelbäume angetan. In Köthen kümmert sich der Pomologe um den Fürstlichen Obstmustergarten, angelegt mit vielen Apfelsorten, vor allem alte und seltene. Wer Fragen rund um den Apfel hat, ist bei Manfred Ruppert an der richtigen Adresse.

Sachsen-Anhalt, Kalbe/Milde: Ruth Schwarzer (r) und Brita von Götz-Mohr stehen in der Nähe von Kalbe/Milde an einer Kirschallee.
Die Alleen mit ihren Obstbäumen sind ein Schatz. Bildrechte: dpa

Jedes Jahr gehen die Kinder vom Albert-Schweitzer Familienwerk in Niederlepte in die Alleen der Umgebung und sammeln eifrig Äpfel. Dann wird Saft gepresst. 60 Liter waren es im letzten Jahr. "Sie lieben den frischen, selbstgepressten Apfelsaft", sagt Betreuer André Schulze.

Sachsen-Anhalt ist nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Alleen-Land. 5000 Kilometer Alleen säumen allein Straßen und Feldwege in unserem Bundesland. Diese Obstbäume sind ein Schatz und es gibt viele Menschen, die sich um diesen Schatz kümmern – wir erzählen ihre Geschichten.

Das Moderatoren-Team

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 23. Oktober 2021 | 18:15 Uhr