Unterwegs in Sachsen-Anhalt | 02.10.2021 | 18:15 Uhr Unterwegs rund um den Merseburger Dom

Wer die Domstadt Merseburg besucht, kann auf Schritt und Tritt die tausendjährige Geschichte entdecken. Besonders jetzt im Jubiläumsjahr lohnt ein Städtetrip. Und gerade im Oktober kann man den Höhepunkt der Feierlichkeiten erleben.

Merseburger Dom
In einer damaligen Rekordzeit von gerade mal sechs Jahren errichtet, wurde der Dom in Merseburg vor 1.000 Jahren errichtet. Bildrechte: Saskia Barthel

Vor 1.000 Jahren wurde der Dom geweiht. Er ist zwar nicht der schönste, der Dom zu Magdeburg ist größer und der Dom zu Naumburg hat mehr Besucher, doch der Merseburger Dom hat unfassbar viel Geschichte – zentrale Ereignisse des Mittelalters spielten sich hier ab.  Erlesene Ausstellungsstücke erinnern an die glanzvolle Zeit Merseburgs. Und: Die berühmten Merseburger Zaubersprüche werden ab 1. Oktober für 4 Wochen im Original ausgestellt. "Ein einzigartiger Schatz", sagt Beate Tippelt. Die Domführerin rezitiert eindrücklich die althochdeutschen Beschwörungsformeln aus dem 9. Jahrhundert.

Aber auch Galerist Holger Leidl ist stolz auf die Merseburger Zaubersprüche. An seinem Weinberg stehen sie in Metall gestanzt. Der Merseburger ist in der Straße am Weinberg aufgewachsen "und weil es keinen Weinberg mehr gibt, wollte ich der Stadt ihren Weinberg zurückgeben", sagt er und keltert nun jedes Jahr an die 350 Flaschen.

Merseburgerin hofft, dass die Stadt aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Eine Vollblut-Merseburgerin ist auch Kerstin Knoblauch. Sie leitet die Königliche Hofschneiderei in der Nähe des Domes. An die 2500 Gewänder und Kostüme hängen hier, viele stellen Figuren der 1.000-jährigen Geschichte Merseburgs dar und lassen sie jedes Jahr beim historischen Festumzug prächtig aufleben. Kerstin Knoblauch hegt und pflegt die Gewänder, Besucher können während der Öffnungszeiten einfach vorbeischauen und anprobieren, sie hofft, dass Merseburg mit dem Festjahr "aus dem Dornröschenschlaf erwacht".

Wiederbelebt wird gerade das älteste Gebäude der Stadt: das Petrikloster. Der Verein Förderkreis Klosterbauhütte kümmert sich um das Ensemble und hat sich zum Ziel gesetzt, das Kloster als Ort des kulturellen Schaffens dauerhaft zu erhalten.  Der Dachstuhl wird gerade erneuert und beim Beräumen des Dachbodens haben die Vereinsmitglieder viele alte Schätze wie alte Fotos, Briefe in Sütterlin und diverse Gegenständegeborgen.

Victoria Herrmann und Andreas Neugeboren gehen in der Sendung "Unterwegs in Sachsen-Anhalt in und um den Merseburger Dom" am 2. Oktober um 18.15 Uhr auf Entdeckungstour, tauchen in die Geschichte ein, treffen Merseburger, die die Geschichte ihrer Stadt bewahren und lebendig halten.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 02. Oktober 2021 | 18:15 Uhr