Blick auf eine verschneite Ortschaft
Bildrechte: Heike Riedel

Unterwegs in Sachsen | MDR FERNSEHEN | 13.01.2018 | 18:15 Uhr Verträumte Pfade durchs Bergbauland

Blick auf eine verschneite Ortschaft
Bildrechte: Heike Riedel

Die Besiedlung des Erzgebirges zählt zu den großen Kulturleistungen Europas. Der Lockruf des Silbers ließ die Menschen im frühen 12. Jahrhundert aufbrechen in der Hoffnung, in der neuen Heimat einen Lebensunterhalt zu finden. Sie rodeten den Urwald Miriquidi, schürften nach den Edelmetallen und legten Siedlungen und Städte an. Mit ihrem Tun veränderten unsere Vorfahren Landschaft und Kultur. Das passierte diesseits und jenseits der Grenze. So entstehen im frühen 12. Jahrhundert fast zeitgleich auf sächsischer Seite Christiansdorf (das heutige Freiberg) und Graupen (heute Krupka) auf böhmischer Seite als älteste Bergsiedlungen.

Wandeln auf Bergpfaden

Kameramann und Tontechniker bei der Arbeit während eines Interviews
Die Dreharbeiten fanden auch am Rande des zwölf Hektar großen Kraters, der Altenberger Pinge, statt. Nur unter Aufsicht dürfen das Drehteam und Besucher hier hinein. Bildrechte: Heike Riedel

Anlässlich der deutsch-tschechischen Bewerbung der Montanregion um den Titel des Weltkulturerbes erkundet "Unterwegs in Sachsen"-Moderatorin Beate Werner die facettenreiche Bergbaulandschaft. Sie wandelt auf Bergpfaden von Altenberg bis Annaberg-Buchholz. Sie besucht die tschechischen Bergbaureviere bei Krupka (Graupen) und Měděnec (Kupferberg). Sie überfliegt Pingen, Halden, Kunstgräben und Kunstteiche und zeigt die Schönheit und Einzigartigkeit dieses durch Bergbau geprägten Landschaftsraums.

In der großen Kreisstadt Dippoldiswalde wird ein Team von "Unterwegs in Sachsen" die Öffnung eines mittelalterlichen Stollens beobachten und die Zeugnisse historischer Bergbautätigkeit dokumentieren.

Beate Werner trifft von Altenberg bis Annaberg-Buchholz auf viele bergbaubegeisterte Menschen: "Unterwegs in Sachsen … Verträumte Pfade durchs Bergbauland" am Samstag, 13. Januar 2018, 18:15 Uhr im MDR FERNSEHEN.

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Unterwegs in Sachsen | MDR FERNSEHEN | 13.01.2018 | 18:15 Uhr Verträumte Pfade durchs Bergbauland

Blick auf eine verschneite Ortschaft
Am frühen Morgen verlassen wir das Elbtal und treten unsere Reise durch das Bergbauland von A wie Altenberg bis A wie Annaberg-Buchholz an. Von A bis Z könne ja jeder reisen, wir tun es eben von A nach A. Unser Ziel ist der ehemalige Miriquidi, der einstige Urwald, der auch der "Schwarze Wald" genannt wurde. Im 12. Jahrhundert warnten Chronisten: "Jeder Versuch, es zu durchqueren würde das Leben kosten." Bildrechte: Heike Riedel
Blick auf eine verschneite Ortschaft
Am frühen Morgen verlassen wir das Elbtal und treten unsere Reise durch das Bergbauland von A wie Altenberg bis A wie Annaberg-Buchholz an. Von A bis Z könne ja jeder reisen, wir tun es eben von A nach A. Unser Ziel ist der ehemalige Miriquidi, der einstige Urwald, der auch der "Schwarze Wald" genannt wurde. Im 12. Jahrhundert warnten Chronisten: "Jeder Versuch, es zu durchqueren würde das Leben kosten." Bildrechte: Heike Riedel
Eine verschneite Abbruchfläche
Die Pinge ist das Wahrzeichen der Bergstadt Altenberg. Weil die Bergleute und Zinner, die Zinnherren, über Jahrhunderte planlos das Zinnerz aus dem Berg holten, brach er 1620 ein. Glück im Unglück: Nur ein Bergmann, der 79-jährige David Eichler ließ dabei sein Leben. Die Pinge wuchs durch den beständigen Zinnbergbau immer weiter. Wie Zeitzeugen berichten, war sie allerdings in den 1930er Jahren wesentlich kleiner. Man konnte damals in der Pinge Ski fahren. Bildrechte: Heike Riedel
Kameramann und Tontechniker bei der Arbeit während eines Interviews
Dreharbeiten fanden auch am Rande des zwölf Hektar großen Kraters, der Altenberger Pinge, statt. Nur unter Aufsicht dürfen das Drehteam und Besucher hier hinein. Die Pingenränder sind aufgelockert und könnten abbrechen, denn der Berg arbeitet heute noch. Bildrechte: Heike Riedel
Ein Metallbecher
Gebrauchsgegenstände aus Zinn hatten zu ihrer Zeit einen hohen Stellenwert. Da Zinn bereits bei einer niedrigen Temperatur von 231 Grad schmilzt, lässt es sich gut gießen und weiterverarbeiten. Außerdem läuft es nicht schwarz an wie Silber. Erst im 19. Jahrhundert wird das häusliche Kleingerät aus Zinn durch Porzellan und Emaille verdrängt. Persönlichkeiten ersten Ranges besuchten die Altenberger Zinnbergbau. 1813 stattete Goethe den Altenberger Anlagen einen Besuch ab. 1828 veranlasste der Wissenschaftler Alexander von Humboldt an der Altenberger Roten Zeche eine Höhenmessung. Bildrechte: Heike Riedel
Eine Holzkonstruktion
Auf der UNESCO-Bewerberliste stehen erstrangige Denkmale der Bergbautechnik wie beispielsweise das Nasspochwerk in Altenberg. 1507 erfand Sigismund von Maltitz diese Technik, die den Bergbau revolutionierte. Weil die Pochstempel so zuverlässig und mit geringem Kostenaufwand das Zinngestein zermalmten, liefen sie über viele Jahrhunderte bis 1952. Bis zu tausend Holzstempel mit eisernen Köpfen arbeiteten in den Altenberger Pochwerken. Bildrechte: Heike Riedel
Ein bärtiger Mann steht hinter einem Auto
Unterwegs in Sachsen macht auch auf tschechischer Seite in Měděnec/Kupferberg Halt. Der Kupferhübel mit seinen zahlreichen Stollen und Pingen sei durchlöchert wie ein Schweizer Käse, sagt Ivan Cáder. Sein Ziel ist es, die Stollen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Große Hoffnung setzt er auf die UNESCO. Denn im Moment finanziert er alles aus der eigenen Tasche. Bildrechte: Heike Riedel
Ein Mann mit einer Taschenlampe in einer Höhle
Ivan Cáder führt uns am Kupferhübel in einen wiederentdeckten historischen Stollen aus dem 12. Jahrhundert. Dass der Bergmann aus Leidenschaft diesen unter dem Boden einer Kapelle entdeckt hat, gleicht einer Sensation. Deutlich sind die mittelalterlichen Schlegelspuren zu erkennen. In der Regel wurden die Stollen später technisch überformt, erweitert und damit die frühe Struktur zerstört. Bildrechte: Heike Riedel
Ein verschneiter Ort
Die Bewerbung um den Weltkulturerbe-Titel ist gemeinsame Sache von Deutschland und Tschechien. Das ergibt auch Sinn, denn die Erzlagerstätten, die Erzgänge und Flöze hören am Landesgrenze ja nicht plötzlich auf. Es gibt auch einige Beispiel, wo diesseits und jenseits der Grenze ein Flöz abgebaut wurde. Auch die Ortschaft Měděnec (deutsch Kupferberg) mit seinem Kupferhübel bewirbt sich um den Titel. Bildrechte: Heike Riedel
Ein Radfahrer in einer Winterlandschaft
Strampeln für den Welterbetitel - zu jeder Jahreszeit und Witterung. Das sagt sich Karsten Gräning, der Vizechef des Tourismusverbandes Erzgebirge. Kamen die ersten Impulse für die Bewerbung von Wissenschaftlern der Freiberger Bergakademie, so ziehen nun 32 Städte und drei Landkreise an einem Strang. Bildrechte: Heike Riedel
Ein Besucher auf einem Aussichtsturm
Der Bergbau war der einzige Grund für die Menschen, sich auf dem rauem Kammgebirge niederzulassen. Gruben, Stollen und Fördertürme prägen das Landschaftsbild über acht Jahrhunderte. Vom Turm des Altenberger Arno Lippman-Schachtes wird deutlich, dass alles vom Bergwerk her kommt. 500 Einzeldenkmale und Sachzeugen bilden eine einzigartige Montanregion. Bildrechte: Heike Riedel
Blick auf einen Ort mit Kirchturm
Auch die Große Kreisstadt Dippoldiswalde rückt in den Fokus der Montanwissenschaftler, als man vor ein paar Jahren mittelalterliche Stollen in der Nähe des Busbahnhof entdeckte. Bislang war nicht bekannt, dass man auch in Dippoldiswalde im frühen 12. Jahrhundert nach Silber schürfte. Bildrechte: Heike Riedel
Hügellandschaft in der Morgensonne
Das Erzgebirge lockt jedes Jahr Scharen von Besuchern. Die Besucher erleben Technik zum Anfassen und eine einzigartige Landschaft, geprägt von Hochflächen, Bergkuppen und großräumigen unzerschnittenen Naturräumen. Bei optimalen Wetterbedingungen gelangen dem Kameramann Michael Heinz Fernsichten vom auf den Fichtelberg und den böhmischen Jeschken. Bildrechte: Heike Riedel
Ein Altar
Welche Charakteristik trug unser Landschaftsbild zur Blüte des Sächsischen Erzbergbaus? Antwort gibt der berühmte Bergaltar in der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz. Das Werk des spätgotischen Malers Hans Hesse zählt zu den berühmtesten Darstellungen des frühneuzeitlichen Bergbaus. Im Auftrag der Bergknappschaft schuf er in nur zwei Jahren den vierflügligen Altar zu einer Zeit, als Annaberg gerade mal 25 Jahre alt war. Bildrechte: Heike Riedel
Eine Frau und ein Man in einem Bergbauschacht
Auf ihrer Reise durch das Montangebirge von A wie Altenberg nach A wie Annaberg-Buchholz traf Beate Werner auf viele bergbaubegeistete Menschen. Viele von ihnen fuhren noch vor der Wende in die Grube ein, wie beispielsweise Gunter Herklotz bis 1991 im Altenberger Revier. Weil er die Dinge aus eigenem Erleben schildern kann, sind seine Führungen plastisch und spannend. Bildrechte: Heike Riedel
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Blick auf einen Ort mit Kirchturm
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