Spalicek (Egerer Stöckel) am Marktplatz von Cheb in Tschechien.
Wahrzeichen in Cheb: das "Stöckl" auf dem Marktplatz Bildrechte: IMAGO

Unterwegs bei Sachsens Nachbarn | MDR FERNSEHEN | 21.07.2018 | 18:15 Uhr Durchs Egerland nach Loket

Spalicek (Egerer Stöckel) am Marktplatz von Cheb in Tschechien.
Wahrzeichen in Cheb: das "Stöckl" auf dem Marktplatz Bildrechte: IMAGO

Das "Manhattan des frühen Mittelalters" steht im westböhmischen Cheb. Es ist eine Gruppe von elf hohen Häusern auf dem Egerer Marktplatz, die man liebevoll "Stöckl" nennt. So wie die vielbestaunten Wolkenkratzer in New York entstanden sie als direkte Folge knappen Baugrundes. Weil es in den engen Gassen der mittelalterlichen Stadt wenig Platz gab, wurden die Waren einfach in die Höhe gestapelt. Und die Häuser mussten vertikal wachsen. Heute gilt das Stöckl als Wahrzeichen der Stadt Cheb. 

Der Sommersitz von Fürst Metternich

Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Der 74-Jährige Weimaraner verliebte sich hier in die 19-jährige Ulrike und machte ihr sogar einen Heiratsantrag.
Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Bildrechte: MDR / Heike Riedel

Die Reise von "Unterwegs in Sachsen"-Moderatorin Beate Werner durch das Egerland von Cheb nach Loket führt an vielen geschichtsträchtigen Orten vorbei. Sie besucht die Kaiserburg von Kaiser Friedrich Barbarossa, das Sterbezimmer des Feldherrn Albrecht von Wallenstein und den Sommersitz von Fürst Metternich, wo sich einst Staatsmänner, Vertreter des europäischen Hochadels und Schriftsteller wie Alexandre Dumas erquickten. 

Beate Werner ist beeindruckt von der Farbenpracht der Egerländer Trachten und bewundert die Kunstfertigkeit der Fachwerkbauten mit ihren hohen verzierten Giebeln. Sie trifft auf ihrer Reise auch auf beeindruckende Bewohner der Region wie den Chronisten Günther Juba, den Abt Filip Zdenek Lobkowicz oder den Deutschlehrer Jaroslav Strach. 

Auf der Königsburg  Loket, die malerisch von der Eger umspült wird, erfährt die Moderatorin, warum auch Goethe sich in das Egerland verliebt hatte und es auf seinen Reisen nicht vermissen wollte.

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Unterwegs in Sachsen: Egerland 1 min
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Kommen Sie mit auf eine Reise durchs Egerland nach Loket. Beate Werner bestaunt farbenprächtge Bauernhöfe und königliche Burgen.

Sa 21.07.2018 18:15Uhr 00:35 min

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Unterwegs bei Sachsens Nachbarn | MDR FERNSEHEN | 21.07.2018 | 18:15 Uhr Unterwegs bei Sachsens Nachbarn: Durchs Egerland nach Loket

Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land.
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land.
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Der Urlauber trifft an vielen Orten auf die Eger. Sie  entspringt am Nordhang des Schneebergs im Fichtelgebirge und mündet nach 316 km bei Litoměřice in die Elbe. Die Eger überwindet 616 Meter Höhenunterschied. Auf die hohe Fließgeschwindigkeit deutet auch ihr alter Gewässername hin. „Eger„  geht auf die germanische Vorform Agriā zurück, was in etwa bedeutet: der stark strömende, wilde Fluss.
Der Urlauber trifft an vielen Orten auf die Eger. Sie  entspringt am Nordhang des Schneebergs im Fichtelgebirge und mündet nach 316 km bei Litoměřice in die Elbe. Die Eger überwindet 616 Meter Höhenunterschied. Auf die hohe Fließgeschwindigkeit deutet auch ihr alter Gewässername hin. "Eger" geht auf die germanische Vorform Agriā zurück, was in etwa bedeutet: der stark strömende, wilde Fluss. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die größte Stadt am Oberlauf der Eger ist Cheb, früher Eger. Eger wurde schon im Jahre  1061 das erste Mal urkundlich als Egire erwähnt. 1125 errichteten die bayrischen Grafen von Vohburg eine Burg an der Stelle einer älteren slawischen Anlage.1167 kam Eger in den Besitz des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa. Ihre mittelalterliche Stadtstruktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben.
Die größte Stadt am Oberlauf der Eger ist Cheb, früher Eger. Eger wurde schon im Jahre 1061 das erste Mal urkundlich als Egire erwähnt. 1125 errichteten die bayrischen Grafen von Vohburg eine Burg an der Stelle einer älteren slawischen Anlage. 1167 kam Eger in den Besitz des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa. Ihre mittelalterliche Stadtstruktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
In der Eger Burg trifft sich Moderatorin Beate Werner mit dem Chronisten Günther Juba aus Waldsassen. Er begründete nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einen deutsch-tschechischen Stammtisch dies- und jenseits der Grenze. Er ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des Egerlandes.
Auf der Eger-Burg trifft sich Moderatorin Beate Werner mit dem Chronisten Günther Juba aus Waldsassen. Er begründete nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einen deutsch-tschechischen Stammtisch dies- und jenseits der Grenze. Günther Juba ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des Egerlandes. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Viele Persönlichkeiten europäischer Geschichte hinterließen in Eger ihre Spuren. Der berühmte deutsche  Kaiser Friedrich Barbarossa errichtete im Jahre 1167 in Eger seine Kaiserpfalz. Ebenso weilte Feldherr Albrecht von Wallenstein fünf Mal in Eger und wurde hier 1634 hinterrücks ermordet. Der Tatort ist heute noch im Stadtmuseum zu besichtigen. Cheb begeht diese Denkwürdigkeit mit den Wallenstein-Festspielen.
Viele Persönlichkeiten europäischer Geschichte hinterließen in Eger ihre Spuren. Der berühmte deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa errichtete im Jahre 1167 in Eger seine Kaiserpfalz. Ebenso weilte Feldherr Albrecht von Wallenstein fünf Mal in Eger und wurde hier 1634 hinterrücks ermordet. Der Tatort ist heute noch im Stadtmuseum zu besichtigen. Cheb begeht diese Denkwürdigkeit mit den Wallenstein-Festspielen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Auch Dichter Friedrich Schiller besuchte 1791 Eger, um hier die historischen Abläufe und Örtlichkeiten für seine Wallenstein-Trilogie zu studieren.
Auch Dichter Friedrich Schiller besuchte 1791 Eger, um hier die historischen Abläufe und Örtlichkeiten für seine Wallenstein-Trilogie zu studieren. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die hohen, zum Teil mit Fachwerk ausgestatteten Handelshäuser am Markt, boten den Händlern viel Platz, um ihre Waren zu stapeln. Da Eger an der wichtigen via regia lag, wurden hier viele Waren umgeschlagen. Dachstuhlführungen in deutscher Sprache bietet die Touristinformation am Markt an.
Die hohen, zum Teil mit Fachwerk ausgestatteten Handelshäuser am Markt, boten den Händlern viel Platz, um ihre Waren zu stapeln. Da Eger an der wichtigen via regia lag, wurden hier viele Waren umgeschlagen. Dachstuhlführungen in deutscher Sprache bietet die Touristinformation am Markt an. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Im Egerland befanden sich viele Wallfahrtsorte, Klöster und Kirchen. Die Moderatorin besucht in Tepla das Kloster des Prämonstratenser-Ordens, welches nun von Abt Filip Zdeněk Lobkowicz geführt wird. Die Ordensbrüder stellten nicht nur Geistliche, sondern auch Balneologen, Allgemeinärzte und Gymnasiallehrer, wie die Moderatorin in der historischen Bibliothek erfährt.
Im Egerland befanden sich viele Wallfahrtsorte, Klöster und Kirchen. Die Moderatorin besucht in Tepla das Kloster des Prämonstratenser-Ordens, welches nun von Abt Filip Zdeněk Lobkowicz geführt wird. Die Ordensbrüder stellten nicht nur Geistliche, sondern auch Balneologen, Allgemeinärzte und Gymnasiallehrer, wie die Moderatorin in der historischen Bibliothek erfährt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Abt Filip Zdeněk Lobkowicz zeigt der Moderatorin die historische Bibliothek, die sich heute wieder in einem exzellenten Zustand befindet. Der Abt spricht auch über die Zeit des Kommunismus, als die kommunistische Volksmiliz und die Geheimpolizei das Kloster Tepla besetzten und als Kaserne nutzten. Von diesem Schlag gegen das Ordensleben kann sich die tschechische Gesellschaft erst über Generationen erholen.
Abt Filip Zdeněk Lobkowicz zeigt der Moderatorin die historische Bibliothek, die sich heute wieder in einem exzellenten Zustand befindet. Der Abt spricht auch über die Zeit des Kommunismus, als die kommunistische Volksmiliz und die Geheimpolizei das Kloster Tepla besetzten und als Kaserne nutzten. Von diesem Schlag gegen das Ordensleben kann sich die tschechische Gesellschaft erst über Generationen erholen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Wer übers Land fährt, dem stechen diese farbenfrohen Egerländer Bauernhöfe sofort ins Auge. Junge tschechische Familien erwarben die verfallenen Bauten und haben sie wieder zu neuem Leben erweckt.
Wer übers Land fährt, dem stechen diese farbenfrohen Egerländer Bauernhöfe sofort ins Auge. Junge tschechische Familien erwarben die verfallenen Bauten und haben sie wieder zu neuem Leben erweckt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Vor allem im Umkreis der reichen Handelsstadt Eger lassen sich diese Bauernhäuser aus der Zeit um 1800 entdecken. Als markantes Merkmal gilt der hohe Ziergiebel oftmals auch mit plastischem Schmuck versehen. Nur reiche Bauern konnten sich so schöne Fachwerkhäuser leisten. Sie wollten den reichen Patrizierfamilien in der Stadt in nichts nachstehen.
Vor allem im Umkreis der reichen Handelsstadt Eger lassen sich diese Bauernhäuser aus der Zeit um 1800 entdecken. Als markantes Merkmal gilt der hohe Ziergiebel oftmals auch mit plastischem Schmuck versehen. Nur reiche Bauern konnten sich so schöne Fachwerkhäuser leisten. Sie wollten den reichen Patrizierfamilien in der Stadt in nichts nachstehen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die Fertigkeit im Umgang mit Holz spiegelt sich auch im Instrumentenbau wieder, der in der Egerregion seit über 300 Jahren verwurzelt ist. Lucie Mikeska und ihr Ehemann kauften vor zwei Jahren die Traditionsfirma Strunal, die mit 80 Mitarbeitern Geigen, Kontrabässe und Gitarren fertigt.
Die Fertigkeit im Umgang mit Holz spiegelt sich auch im Instrumentenbau wieder, der in der Egerregion seit über 300 Jahren verwurzelt ist. Lucie Mikeska und ihr Ehemann kauften vor zwei Jahren die Traditionsfirma Strunal, die mit 80 Mitarbeitern Geigen, Kontrabässe und Gitarren fertigt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Der 74-Jährige Weimaraner verliebte sich hier in die 19-jährige Ulrike und machte ihr sogar einen Heiratsantrag.
Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Der 74-Jährige Weimaraner verliebte sich hier in die 19-jährige Ulrike und machte ihr sogar einen Heiratsantrag. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Noch an Ort und Stelle vertieft sich Beate Werner in Goethes Büchlein über Elbogen, dem er seinen Schmerz über die unbeantwortete Liebe anvertraute. Elbogen an der Eger pries der Dichter als ein landschaftliches Kunstwerk.
Noch an Ort und Stelle vertieft sich Beate Werner in Goethes Büchlein über Elbogen, dem er seinen Schmerz über die unbeantwortete Liebe anvertraute. Elbogen an der Eger pries der Dichter als ein landschaftliches Kunstwerk. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Der Goethe-Pavillon scheint ein besonderer Ort zu sein. Zufällig trifft Beate Werner hier den ehemaligen Sänger Thomas „Rups“ Unger von den Randfichten. Der Erzgebirger  ist hier als Wasserwanderer unterwegs und kann das Egerland als Reiseziel in höchsten Tönen loben und weiterempfehlen.
Der Goethe-Pavillon scheint ein besonderer Ort zu sein. Zufällig trifft Beate Werner hier den ehemaligen Sänger Thomas Lauterbach von den Randfichten. Der Erzgebirger ist hier als Wasserwanderer unterwegs und kann das Egerland als Reiseziel in höchsten Tönen loben und weiterempfehlen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
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Die hohen, zum Teil mit Fachwerk ausgestatteten Handelshäuser am Markt, boten den Händlern viel Platz, um ihre Waren zu stapeln. Da Eger an der wichtigen via regia lag, wurden hier viele Waren umgeschlagen. Dachstuhlführungen in deutscher Sprache bietet die Touristinformation am Markt an. + Video
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