Beate Werner im Steinbruch Demitz-Thumitz
Bildrechte: Manja Kionka

Unterwegs in Sachsen | MDR FERNSEHEN | 03.11.2018 | 18:15 Uhr Steinzeit in Demitz-Thumitz

Beate Werner im Steinbruch Demitz-Thumitz
Bildrechte: Manja Kionka

In Demitz-Thumitz liegen die steinharten Themen gleich tonnenweise auf der Straße. Die Bürger präsentieren stolz ihre Gärten voller Steinpilze. Nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen ihre Kirchen. Natürlich aus Granit. In Häusern mit Granitsockeln backen die Hausfrauen leckere Pflastersteine. Steinerne Monumente erinnern an harte Arbeit, sonnige Tage, Krieg und Frieden. Steinzeit, wohin das Auge blickt.

Warum Steinbrucharbeiter Sauerkraut weniger mögen als Steinsalz, Granit wie Eisen rostet und Granitfusel merkwürdig klappert, erfährt "Unterwegs in Sachsen"-Moderatorin Beate Werner auf dem steinigen Säufersteg.

Die Stadt der Pflastersteine und Bauquader

Beate Werner im Steinbruch Demitz-Thumitz
Während der Dreharbeiten: Beate Werner im Selbstversuch im Steinbruch Demitz-Thumitz Bildrechte: Manja Kionka

Den Stein ins Rollen brachten die Erbauer des mächtigen Viaduktes. Sie fanden graumelierte Felsbrocken. "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess' ich nimmer", reimte ein Schulmeister, damit die lieben Kleinen sich gut merken, woraus Granit besteht. Wer sich an ihm nicht die Zähne ausbeißen wollte, musste kraftvoll zupacken. Generationen von Steinbrechern zerteilten rund um den Klosterberg die steinreiche Heimat in Pflastersteine und Bauquader. Heute liegen sie auf Deutschlands Straßen oder stecken im Münchner Olympia-Stadion. Seit alle verwertbaren Granitbrocken verbaut sind, laufen die verlassenen Brüche mit türkisfarbenem Wasser voll. In der Abendsonne liegt über allen ein Hauch Grand Canyon.

Die legendäre Granitroute durch Demitz-Thumitz ist ein absolutes MUSS für Urgesteine jedes Alters, das Studium typischer Granitschädel inklusive.

Bilderstrecke

Bildergalerie Unterwegs in Sachsen ... Steinzeit in Demitz-Thumitz

Beate Werner vor Bergsee
Beate Werner ist beeindruckt von diesem kristallklaren Bergsee am Rande von Demitz-Thumitz. Am Großen Bruch wurde über 100 Jahre lang einer der begehrtesten Baustoffe gewonnen - Granit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Beate Werner vor Bergsee
Beate Werner ist beeindruckt von diesem kristallklaren Bergsee am Rande von Demitz-Thumitz. Am Großen Bruch wurde über 100 Jahre lang einer der begehrtesten Baustoffe gewonnen - Granit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Marion Müller und Beate Werner halten in einer Backstube Gebäck
Pflastersteine aus Granit, an denen man sich definitiv nicht die Zähne ausbeißt, entstehen in der Backstube von Marion Müller im  Landgasthof Buckan. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Beate Werner neben einem Denkmal
Steinarbeiter wie der Mager, Paul waren harte Männer. Kerle aus Granit eben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Steinbruch bei Demitz-Thumitz
In Demitz-Thumitz liegen die steinharten Themen tonnenweise direkt vor der Haustür. Unterhalb vom Klosterberg  wird auch heute noch Granit gebrochen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine alte Steinsäge
Eine alte Steinsäge. Auf Knopfdruck frisst sie sich gaaanz langsam in den Stein. Und das ohne eigene Zähne, sondern mithilfe kleiner Stahlkugeln, die in die Ritzen gestreut werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Springbrunnen
Demitz-Thumitz ist das Granitdorf. Kein Zweifel. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wegweiser Granitroute
Gut ausgeschildert für Besucher - die Granitroute. Garantiert nur für steinharte Typen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bergsee am Rande von Demitz-Thumitz
Der Große Bruch gilt heute als der größte Granit-Kesselbruch Deutschlands. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jörg Nadolny, Beate Werner und ein Kameramann
Jörg Nadolny empfiehlt sich als charmanter Gästeführer. Am Aussichtspunkt erläutert er Moderatorin Beate Werner die Dimension des einstigen Steinbruchs. Hier hätte mühelos die Cheops-Pyramide Platz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Steinbruchschmied Gerd Tempel bei der Arbeit
Gerd Tempel ist der letzte und einzige Steinbruchschmied. Eigentlich könnte er schon entspannt sein Rentnerdasein genießen. Aber wenn Aufträge reinkommen, steht er auch noch samstags am Amboss. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Viadukt
Mit diesem gigantischen Viadukt hatte die Granit-Ära einst begonnen. Als Dampfrösser das beschauliche Demitz erobern wollten, sollte eine Brücke das sumpfige Schwarzwassertal überspannen. Üblich war damals als Baumaterial Sandstein. Um Transportkosten zu sparen, verwenden die Bauleute lieber den heimischen Granit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mädchen vom Karnevalsclub Demitz
Wenn das kein Grund zum Jubeln ist: Die Mädchen vom Karnevalsclub Demitz grüßen mit einem dreifachen "Schwarzwasser - Ahoi". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (12) Bilder anzeigen

Link zum MDR-Fernsehprogramm

Schwarzweißaufnahme einer Baustelle + Video
Bildrechte: Gemeinde Demitz-Thumitz
MDR FERNSEHEN Sa, 03.11.2018 18:15 18:45

Unterwegs in Sachsen

Unterwegs in Sachsen

Steinzeit in Demitz-Thumitz

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand