Unterwegs in Thüringen | MDR FERNSEHEN | 01.02.2020 | 18:15 Uhr Unterwegs in Greiz

Unterwegs-Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow begibt sich diesmal auf eine Reise durch die besondere Geschichte der ostthüringischen Stadt Greiz, die auch liebevoll "Perle des Vogtlands" genannt wird. Einst gehörte Greiz zu den kleinsten Residenzstädten im deutschen Kaiserreich.

Impressionen vom Sommernachtsball Greiz
Greiz von oben Bildrechte: MDR/Holger John

Es ist eine wirklich leuchtende Erfindung, die in Zukunft so manchen be- oder erleuchten könnte. Ein Gewebe - erdacht im Textilforschungsinstitut in Greiz. So halten seine Entwickler die Tradition der "Textiler" lebendig.

Unteres Schloss bei Nacht
Das Untere Schloss von Greiz bei Nacht. Bildrechte: MDR/Lisa Kästner

Um 1900 hatte sich das beschauliche Residenzstädtchen der Reußen ä. L. zu einer Hochburg der Textilindustrie entwickelt. Die Stadt dehnte sich aus, prächtige Villen und Gründerzeitviertel zogen sich an den lieblichen Hängen des Elstertals hinauf und gaben der Stadt ihr besonderes Gepräge. Ohne den eigentlichen "Stars" die Show zu stehlen: dem Oberen und dem Unteren Schloss, dem Sommerpalais und dem Greizer Park.

Unterwegs-Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow hat also viel zu gucken - unterwegs in Greiz. Im Taschenlampenlicht erkundet sie das Obere Schloss, steigt in eine Zeitreisemaschine und "saust" ins Mittelalter, wagt mit dem Greizer Astronomieverein einen Blick in die Sterne, bekommt in der Alten Papierfabrik Musik auf die Ohren und im Greizer Satiricum von besonderen "Papieren" Lachfalten um die Augen, schlendert durch Park und "Datsche" der Reußen ä. L. und in ihrem einstigen Hauptwohnsitz, dem Unteren Schloss, durch die Gemächer bis in die ehemalige Küche. Dort ist das Greizer Textilmuseum eingerichtet, in dem es bei Führungen noch heute "rattert" wie vor hundert Jahren.

Reporterin mit Ritter-Helm auf dem Kopf
Unterm Helm verbirgt sich Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow. Bildrechte: MDR/Lisa Kästner

Das Vogtland Im Grenzgebiet von Thüringen, Sachsen, Bayern und Tschechien liegt das Vogtland. Den Namen trägt die Region seit achthundert Jahren - seit der Kaiser den Landstrich seinen Verwaltern, den Vögten, übergab.

Die Vogtlandregion erstreckt sich über das Grenzgebiet der Freistaaten Sachsen, Thüringen und Bayern; ein kleiner Teil liegt in der Region Karlsbad in Tschechien. Vielfältig präsentiert sich dieses Gebiet: Felder, Hügel und Wiesen gehen über in die bewaldeten Mittelgebirgshöhen von Erzgebirge und Fichtelgebirge. Die Flüsse Saale, Weiße Elster und Göltzsch schneiden tiefe Täler in die grüne Landschaft. Es gibt verschlafene Dörfer ebenso wie lebhafte Städte, dazu Burgen, Schlösser, Klöster, Brunnen, Industrieanlagen.

Sehenswert sind zum Beispiel die Städte Gera, Greiz, Weida und Plauen, wo einst die Vögte ihren Sitz hatten. Aus Plauen stammt zudem die weltbekannte Plauener Spitze; das Stickereigewerbe gelangte hier im 19. Jahrhundert zur Blüte und ist noch heute eine wichtige Branche der Region. Tradition hat im Vogtland auch der Instrumentenbau: Im Musikwinkel rund um die Orte Markneukirchen und Klingenthal entstehen in mehr als 120 Werkstätten Musikinstrumente in altbewährter Handarbeit.

Für Naturliebhaber bietet das Vogtland viel Gelegenheit zu wandern oder Rad zu fahren. Zum Entspannen laden mehrere Kurbäder ein: Nach Franzensbad im heutigen Tschechien kommen seit mehr als dreihundert Jahren Gäste, um am Heilwasser zu genesen. Freunde der Ingenieurskunst sollten der Göltzschtalbrücke einen Besuch abstatten: Sie ist mit 78 Meter Höhe die höchste Ziegelsteinbrücke der Welt. Erbaut wurde sie von 1846 bis 1851 aus mehr als 26 Millionen Ziegeln.

Wer die Region bereist, schnappt hier und dort vielleicht auch ein paar Worte Vogtländisch auf: In dieser Mundart wird der Bauch "Rumbes" genannt, ein kurzes Schläfchen heißt "Natzer" und ein umständlicher Mensch muss sich als "Mehrsack" titulieren lassen. Ihre Eigenheiten kennt auch die Küche. Im Vogtland liebt man Pilze und ganz besonders Kartoffeln. Erdäpfel gibt es zu fast jedem Essen und in unzähligen Varianten, bevorzugt als Griene Kließ (Grüne Klöße) oder als Buttermilch-Kartoffelpuffer, Bambes genannt. Bambes serviert man je nach Geschmack herzhaft mit Speck und Zwiebeln oder süß mit Preiselbeeren und Milch.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unterwegs in Thüringen | 01. Februar 2020 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 14:32 Uhr