Astronomie Vollmond im Dezember: Superheller Mond und Marsfinsternis

Zum Jahresende gibt der Mond noch einmal alles: Wenn am 8. Dezember Vollmond ist, dann ist auch ein wenig Supermond und zusätzlich gibt es sogar noch eine Marsfinsternis. Für Astrofans werden Wünsche wahr.

Der Mars verschwindet hinter dem Mond.
In der Vorschau von Stellarium kann man gut erkennen, wie der Mars am Donnerstag kurz nach 6 Uhr morgens oben links hinter dem Vollmond verschwindet. Bildrechte: Stellarium.org

Wenn jetzt noch das Wetter mitspielen würde, dann wäre die Wunschliste komplett. In der Nacht zum Donnerstag überwiegend stark bewölkt bis bedeckt und zeitweise weitere, lokale Schneeregen- oder Schneeschauer – sagt das MDR Wetter. Klingt für einen Dezember, in dem wir auf weiße Weihnachten hoffen, sehr gut, aber leider nicht so verheißungsvoll für ein astronomisches Spektakel am Donnerstagmorgen. Nur im Süden oder Norden Deutschlands gibt es vereinzelt Chancen auf den Blick zum Mond, so das Tagesschau-Wetter.

Wann beginnt die Finsternis?

Kurz nach 6 Uhr am Morgen verschwindet der Mars hinter dem Mond. Der ist zu diesem Zeitpunkt so richtig voll, denn nicht mal eine Stunde zuvor, genau um 05:08 Uhr erreichte er seine monatliche Opposition, stand in direkter Linie zu Erde und Sonne. Wir nennen das einfach nur Vollmond. Der heißt im Dezember übrigens auch kalter Mond oder Julmond, so wie alle Vollmonde alte deutsche Namen haben. Aber zurück zur Finsternis. Beim Verschwinden steht der Mars von der Erde aus gesehen links oben hinter dem Mond. Eine Stunde später wird der Mars dann wieder sichtbar, rechts unterhalb des Mondes. Da die Sonne erst nach 8 Uhr aufgeht, ist die Marsfinsternis also gut zu sehen (wenn das Wetter mitspielt, richtig!).

Mond und Mars
Der Nachthimmel im Osten am 7. Dezember 2022 gegen 19 Uhr. Mars und Mond sind sich die ganze Nacht nahe. Am Donnerstagmorgen verschwindet der Mars dann hinterm Mond. Bildrechte: Stellarium.org

Wo muss ich hinschauen?

Sollte die Wolkendecke es also zulassen, dann müssen Sie am Donnerstagmorgen mit ihrem Heißgetränk in der Hand nach Westen schauen. Zweieinhalb Stunden vor Monduntergang (in Erfurt z.B. um 8:39 Uhr) stehen Mond und Mars schon tief im Westen, nur rund 20 Grad über dem Horizont. Sie brauchen also auch noch freie Sicht. Hochhäuser oder hohe Bäume sind besonders hinderlich. Und natürlich ist wie immer bei Beobachtungen des Nachthimmels eine dunkle Umgebung zu empfehlen. Gar nicht so einfach in der hell erleuchteten Vorweihnachtszeit. Aber ein wenig dunkler ist es ja schon geworden in Mitteldeutschland.

Mondphasen 1 min
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29,53 Tage braucht der Mond, um die Erde einmal zu umrunden. Von uns aus wirkt es so, als nehme der Mond zu, erstrahle dann rund und voll und nehme wieder ab.

Fr 28.06.2019 10:04Uhr 01:24 min

https://www.mdr.de/wissen/astrokalender/Mondzyklus-Mondphasen-102.html

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Und was ist mit dem Supermond?

Der Vollmond im Dezember ist zwar von der Größe her nicht vergleichbar mit dem Supermond, wie wir ihn im Sommer erlebt haben. Da befand er sich an seinem erdnächsten Punkt in diesem Jahr, dem Perigäum. Damals waren Mond und Erde nur 357.264 km voneinander entfernt (gemessen immer von Mittelpunkt zu Mittelpunkt der Himmelskörper). Damit kann der Vollmond im Dezember leider nicht mithalten. Im Gegenteil, er ist sogar mit über 400.000 Kilometern sehr weit entfernt (im Durchschnitt sind es 384.405 km). Am 12. Dezember erreicht er seinen erdfernsten Punkt für den Dezember, das Apogäum.

Aber dafür punktet unser Begleiter mit besonderer Helligkeit. Denn am Morgen des 8. Dezember stehen sich Erde und Mond fast exakt gegenüber. Dadurch wirft das Sonnenlicht, das auf ihn fällt, von uns aus gesehen fast keinen Schatten, da die Sonne direkt im Rücken des Beobachters, also uns steht. Deshalb wirkt der Mond an diesem Morgen besonders hell. Diesen Effekt nennt man auch Oppositionseffekt, Seeliger- oder Heiligenschein-Effekt. (Hier eine gute Beschreibung der FU Berlin.)

Zurück zum Wetter

Ohne Ihnen die Hoffnung ganz nehmen zu wollen, aber die Chancen auf das wunderbare Astro-Spektakel sind eher mau. Falls es Ihnen dennoch gelingt, einen Blick auf Mond und Mars zu bekommen, dann machen Sie unbedingt ein Foto. Schon mit kleinen Teleobjektiven kann man gute Ergebnisse erzielen. Das liegt auch daran, dass der Mond (siehe oben) besonders hell ist. Ein Stativ ist dennoch zu empfehlen, auch wenn sie mit kurzen Belichtungszeiten (1/200 oder 1/300 Sekunde bei großer Blende) arbeiten können. Probieren sie es mit dem manuellen Fokus aus, falls ihr Autofokus und der Mond sich nicht vertragen. Und wenn das alles nichts wird, dann schauen Sie sich das Ganze einfach virtuell an. Stellarium zum Beispiel bietet eine Simulation des Nachthimmels, nicht nur bei Vollmond.

gp

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Ansicht des Mondes mit einer reliefartigen Struktur der Zahl 10. 12 min
Was wissen wir über den Mond? Bildrechte: MDR