Studie Intervallfasten: Was es wirklich bringt

"Nein, ich will keinen Kuchen", sagt der Kollege, "ich esse erst ab 12 Uhr wieder." Wer so einen Korb auf eine Kucheneinladung kassiert, muss wissen: Hier setzt jemand gerade auf Intervallfasten. Nimmt man damit echt ab?

Symbolfoto, Essen auf einem Teller der gleichzeitig mit Messer und Gabel eine Uhr darstellt
Essen erlaubt - aber nur in einem bestimmten Zeitraum. Purzeln da wirklich die Pfunde? Bildrechte: imago/Westend61

Wer weniger Pfunde mit sich herumschleppen will, hat die Qual der Wahl: Einfach weniger essen, auf bestimmte Produkte verzichten, wochenlang nach bestimmten Diätplänen leben, ab einer bestimmten Uhrzeit nichts mehr essen, oder nur während fest bestimmter Zeitintervalle. Die Auswahl ist groß, die Wirkung der Umstellung des Essverhaltens nach bestimmten Mustern und Plänen dagegen selten wissenschaftlich erforscht.

Geschichte

Diäten: Von der Wunderpille zur Kohlsuppe

Abspecken, wenn möglich ohne etwas dafür zu tun: Das ist schon lange Traum vieler Menschen. Vor allem nach Festtagen gibt es da gesteigerten Bedarf. Und immer gleich auch eine neue, todsichere Diät. Neu ist das nicht.

Maßband und Tabletten
Abnehmen mit "Wunderpillen" Ein alter Traum, eine unendlich lukrative Geschichte für die "Pillendreher": Dass eine Pille das mit dem Körpergewicht richten soll... Bis heute gibt es unzählige Pillen auf dem Markt, die beim Kiloverlust helfen sollen. Die erste ihrer Art stammt aus den 1930er- Jahren in den USA. Sie wurde aber vom Markt genommen, weil sie hochgiftige Wirkstoffe enthielt. Bildrechte: IMAGO
Maßband und Tabletten
Abnehmen mit "Wunderpillen" Ein alter Traum, eine unendlich lukrative Geschichte für die "Pillendreher": Dass eine Pille das mit dem Körpergewicht richten soll... Bis heute gibt es unzählige Pillen auf dem Markt, die beim Kiloverlust helfen sollen. Die erste ihrer Art stammt aus den 1930er- Jahren in den USA. Sie wurde aber vom Markt genommen, weil sie hochgiftige Wirkstoffe enthielt. Bildrechte: IMAGO
Ein leerer Teller und ein Glas Wasser stehen auf einem rot-weiß-karierten Tischtuch.
Fasten: Ein Klassiker, ursprünglich verankert in den Jahreskreisläufen verschiedener Religionen – Zeitabschnitte, in bestimmte Essensregeln galten. In unserer Zeit oft wörtlich genutzt als Nahrungsverzicht während eines festgelegten Zeitrahmens. Bildrechte: imago/imagebroker
Rotwein und Schokolade
FDH Diät Abkürzung für "Friss die Hälfte". Funktioniert allerdings nicht, wenn man das Prinzip "halbe Portion" einfach nur auf Schokotafeln und Alkoholkonsum anwendet... Bildrechte: imago/imagebroker
sechs Kunden von Weight Watchers, Aufnahme aus dem Jahr 1972
Das "Schwergewicht" unter den Abnehmmethoden: Die Firma Weight Watchers begleitet ihre Kunden beim Abnehmen mit Kalorien-Tabellen und ausgetüftetelten Ernährungsplänen. Hier im Bild feiert die Firma ihr 5-jähriges Jubiläum mit erfolgreichen Abnehmern, von denen einige ihre Gewicht halbiert hatten. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann präsentiert mehrere Bücher
Dukan-Diät Die Dukan-Diät warb mit der Aussicht auf eine Figur "schlank wie der Eiffelturm aber nicht so drahtig". Der Diät-Renner mit 100 erlaubten Lebensmitteln und einem vierstufigen Ernährungsplan aus Frankreich schwappte 2011 auf den deutschen Markt. Ernährungsexperten und eine französische Verbraucherbehörde stufen die Methode als gesundheitsgefährdend ein. Bildrechte: IMAGO
Kohlsuppe
Die Kohlsuppen-Diät Eine Crash-Diät aus den 70er-Jahren – sie verspricht binnen einer Woche einen Gewichtsverlust bei Null Hungergefühl zwischen 5 und acht Kilo. Die Idee – der Kohl ist so schwer verdaulich, dass der Körper so viel Energie verbraucht, den Kohl zu verarbeiten, dass dadurch die Kilos purzeln. Man darf so viel Suppe löffeln wie man will. Bildrechte: IMAGO
Alle (6) Bilder anzeigen

Intervallfasten zum Beispiel ist eine der Methoden zur Gewichtsreduktion, über die viel diskutiert wird. Wie wirksam ist Intervallfasten nun wirklich? Das hat sich ein Forschungsteam der Universität San Francisco näher angeschaut und zwar für den 16:8 Rhythmus. Das bedeutet: In einem Zeitraum von acht Stunden ist essen ok, in den anderen 16 Stunden des Tages gibt es nichts zwischen die Zähne. Für die Studie wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Für die eine Gruppe waren drei Mahlzeiten pro Tag zugelassen. Der anderen Gruppe wurden Essens-Zeitfenster vorgegeben, zwischen 12 und 20:00 Uhr durfte gegessen werden. Die Studie dauerte zwölf Wochen, beteiligt waren 116 Personen, 70 Männer und 46 Frauen, und zwar im Alter von 18 bis 64 Jahren. Alle mit leichtem bis starkem Übergewicht und einem Bodymass-Index zwischen 27 bis 43.

Was kam heraus?

Am Ende der drei Monate wurde ausgewertet: Gäbe es Unterschiede zwischen dem Gewichtsverlust der beiden Gruppen, würden die einen mehr abgenommen haben als die in der anderen Gruppe? Und wie hoch wäre der Gewichtsverlust innerhalb der Gruppen, sowie die Fettmasse, Insulinwerte, Hämoglobin A1c-Spiegel, geschätzte Energieaufnahme, Gesamtenergieverbrauch und ruhender Energieaufwand.

Tatsächlich zeigte sich: In der Intervallgruppe wurde mehr Gewicht verloren als in der Gruppe ohne Essens-Zeitfenster. Bei den anderen Werten, die untersucht wurden, wie Insulinwerte und Energieaufnahme, zeigten sich keine Unterschiede. Weder bei den Essern mit Zeitfenstern noch bei denen ohne. Die Forscher kommen anhand ihrer Untersuchungsergebnisse zu dem Schluss: Es macht keinen Unterschied, ob man über den Tag verteilt drei Mahlzeiten zu sich nimmt oder nur während bestimmter Zeitintervalle.

(lfw)

Das könnte Sie auch interessieren:

Schwarzweißaufnahme eines vollen Wasserglases neben einer ebenfalls mit Wasser gefüllten Glaskaraffe 3 min
Bildrechte: imago/JOKER

Was sich hinter der gefährlichen Salzwasser-Diät verbirgt

MDR AKTUELL Fr 06.07.2018 04:26Uhr 02:57 min

https://www.mdr.de/wissen/audio-758524.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

0 Kommentare