Studie Intervallfasten: Was es wirklich bringt

"Nein, ich will keinen Kuchen", sagt der Kollege, "ich esse erst ab 12 Uhr wieder." Wer so einen Korb auf eine Kucheneinladung kassiert, muss wissen: Hier setzt jemand gerade auf Intervallfasten. Nimmt man damit echt ab?

Symbolfoto, Essen auf einem Teller der gleichzeitig mit Messer und Gabel eine Uhr darstellt
Essen erlaubt - aber nur in einem bestimmten Zeitraum. Purzeln da wirklich die Pfunde? Bildrechte: imago/Westend61

Wer weniger Pfunde mit sich herumschleppen will, hat die Qual der Wahl: Einfach weniger essen, auf bestimmte Produkte verzichten, wochenlang nach bestimmten Diätplänen leben, ab einer bestimmten Uhrzeit nichts mehr essen, oder nur während fest bestimmter Zeitintervalle. Die Auswahl ist groß, die Wirkung der Umstellung des Essverhaltens nach bestimmten Mustern und Plänen dagegen selten wissenschaftlich erforscht.

Intervallfasten zum Beispiel ist eine der Methoden zur Gewichtsreduktion, über die viel diskutiert wird. Wie wirksam ist Intervallfasten nun wirklich? Das hat sich ein Forschungsteam der Universität San Francisco näher angeschaut und zwar für den 16:8 Rhythmus. Das bedeutet: In einem Zeitraum von acht Stunden ist essen ok, in den anderen 16 Stunden des Tages gibt es nichts zwischen die Zähne. Für die Studie wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Für die eine Gruppe waren drei Mahlzeiten pro Tag zugelassen. Der anderen Gruppe wurden Essens-Zeitfenster vorgegeben, zwischen 12 und 20:00 Uhr durfte gegessen werden. Die Studie dauerte zwölf Wochen, beteiligt waren 116 Personen, 70 Männer und 46 Frauen, und zwar im Alter von 18 bis 64 Jahren. Alle mit leichtem bis starkem Übergewicht und einem Bodymass-Index zwischen 27 bis 43.

Was kam heraus?

Am Ende der drei Monate wurde ausgewertet: Gäbe es Unterschiede zwischen dem Gewichtsverlust der beiden Gruppen, würden die einen mehr abgenommen haben als die in der anderen Gruppe? Und wie hoch wäre der Gewichtsverlust innerhalb der Gruppen, sowie die Fettmasse, Insulinwerte, Hämoglobin A1c-Spiegel, geschätzte Energieaufnahme, Gesamtenergieverbrauch und ruhender Energieaufwand.

Tatsächlich zeigte sich: In der Intervallgruppe wurde mehr Gewicht verloren als in der Gruppe ohne Essens-Zeitfenster. Bei den anderen Werten, die untersucht wurden, wie Insulinwerte und Energieaufnahme, zeigten sich keine Unterschiede. Weder bei den Essern mit Zeitfenstern noch bei denen ohne. Die Forscher kommen anhand ihrer Untersuchungsergebnisse zu dem Schluss: Es macht keinen Unterschied, ob man über den Tag verteilt drei Mahlzeiten zu sich nimmt oder nur während bestimmter Zeitintervalle.

(lfw)

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