Archäologie Der älteste Fürstenmord der Welt

Forscher sind sich sicher: Fürst von Helmsdorf wurde in der Epoche der Himmelsscheibe ermordet. Damit haben sie den ältesten Fürstenmord der Welt aufgedeckt. Doch wie genau ist Helmsdorf gestorben?

Fürst von Helmsdorf ist schon sehr lange tot, schon ganze 3.846 Jahre. Jetzt ist wissenschaftlich bewiesen: Er wurde ermordet. Nicht ungewöhnlich in adligen Kreisen, sensationell an dieser Erkenntnis ist aber, dass die Forschung damit den ältesten Fürstenmord der Welt entdeckt und aufgeklärt hat.

Drei heftige Verletzungen

Wo liegt das Fürstengrab? Das Fürstengrab von Helmsdorf wurde um 1840 v.Chr. auf einem Hügel zwischen Augsdorf und Helmsdorf errichtet. Es wird der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur zugeordnet.

"Schon 2012/13 wurden die Knochen des Fürsten untersucht", sagt Anthropologin Nicole Nicklisch. Bereits damals hatten die Forscher vermutet, dass einige Teile des Skeletts Verletzungen davongetragen haben könnten. Nun haben die Landesarchäologen Kai Michel und Harald Meller die Gebeine erneut untersuchen lassen und siehe da: Es war eindeutig Mord.

Frank Ramsthlaer, stellvertretender Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes in Homburg, sagt:

An den Knochen können eindeutig drei Verletzungen nachgewiesen werden. Möglicherweise gab es noch weitere, aber diese drei waren allein schon tödlich.

Ramsthaler rekonstruiert, dass der Täter Fürst von Helmsdorf mit einem Dolch und großer Entschlossenheit eine Bauchwunde zugefügt haben muss. Er wendete offenbar sehr viel Kraft auf, denn die Tatwaffe traf den elften Brustwirbel, an dem heute eine deutliche Kerbe zu erkennen ist. Vermutlich hat der Täter dabei auch die Hauptschlagader verletzt - für die damalige Zeit das sichere Todesurteil.

Ein weiterer Stich spaltete das linke Schulterblatt. Dabei wurden höchstwahrscheinlich die Lunge und zahlreiche Blutgefäße verletzt.

Wer war der Täter, was war das Motiv?

Auch die römischen Gladiatoren setzten dort bevorzugt ihren Todesstoß. Der Rechtsmediziner vermutet daher, dass der Täter ein erfahrener Krieger war. Die dritte Verletzung, ein Oberarmschnitt, lässt darauf schließen, dass sich der Fürst gegen seinen Angreifer wehrte und ein Kampf stattgefunden hat.

Niemand weiß, wer der Mörder von Fürst von Helmsdorf war, doch die Wissenschaftler vermuten, dass es sich um eine Vertrauensperson gehandelt hat. Warum der Fürst allerdings sterben musste, bleibt weiter im Dunkeln.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2018, 14:18 Uhr