Medizin Akne-Forschung: Kampf gegen Pickel bald erfolgreicher?

Bei den meisten Teenagern geht das wieder vorbei. Manchmal ist die Akne aber besonders schlimm – und manchmal auch bei Nichtpubertierenden. Neue Erkenntnisse aus Großbritannien könnten Betroffenen Hoffnung machen.

Seitenansicht Nase bis Kinn einer jungen Frau mit vielen Pickeln und Rötungen, besonders im Kinn- und Kieferbereich
Besserung in Sicht: Die Behandlung von Akne könnte bald erfolgreicher verlaufen. Bildrechte: imago images/obencem

Gut möglich, dass sich das Sammelsurium an Hautpflegeprodukten im Badezimmer pubertierender Mitmenschen bald erledigt hat. Oder zumindest völlig neu zusammensetzt. Denn Forschenden vom King's College in London ist ein tieferer Einblick in die Ursachen von Akne gelungen.

Den prominentesten Platz nimmt die Hauterkrankung wahrscheinlich zwischen dem zehnten und zwanzigsten Lebensjahr ein – und geht dabei gern mal über den Nur-ein-paar-Pickelchen-Status hinaus. Trotzdem: Irgendwann hat sich das von selbst wieder erledigt. Akne ist aber generell die häufigste entzündliche Hauterkrankung beim Menschen und kann ebenfanfalls sowohl vor als auch nach der Pubertät auftreten. Weltweit sind etwa 650 Millionen Menschen betroffen, also doppelt so viele wie die USA Einwohner haben. Die Ursachen sind allerdings nur unzureichend erforscht.

Protein trägt die Verantwortung

Das Team um Fiona Watt fand heraus, dass im Falle einer Akne-Erkrankung das Gata6-Protein herunterreguliert wird. Das kommt eigentlich in der sogenannten Pilosebaceus-Einheit zum Vorschein. Diese Einheit besteht aus einem Haar auf der Haut und einer Talgdrüse. Dieses Protein kontrolliert das übermäßige Entstehen von dem, was wir Hautunreinheiten nennen. Wenn es gestört ist, kann Akne entstehen. Das Protein kann, so die Erkenntnisse, auch das Bilden von verstopften Poren verhindern.

Die Forschungsgruppe hofft, durch ihre Beobachtungen die Türen für eine weitere Akne-Forschung sowie die Behandlungs der Krankheit öffnet. Schon jetzt wird leichte und mittlere Akne durch Retinsäure behandelt. Das Team fand heraus, dass Retinsäure das Austreten von Gata6 bewirkt. Bei der Studie wurden neun Personen mit unterschiedlich schwerer Akne und fünf gesunde Kontrollpersonen untersucht.

flo

Link zur Studie

Die Studie erschien unter dem Titel Contribution of GATA6 to homeostasis of the human upper pilosebaceous unit and acne pathogenesis am 20. Oktober 2020 im Fachblatt Nature Communications.
DOI: 10.1038/s41467-020-18784-z

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