Robert-Koch-Institut 10.000 Neugeborene mit Alkoholschäden

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts kommen jährlich 10.000 Neugeborene mit Alkoholschäden zur Welt. Die Dunkelziffer wird auf 11.000 bis 16.000 Fälle geschätzt. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für geistige Behinderung und tritt damit beispielsweise doppelt so häufig wie das Down-Syndrom auf.

Skulptur einer Frau mit Kind
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Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist gefährlicher als angenommen. Selbt schwangere Frauen, die gelegentlich ein Gläschen Wein oder Sekt trinkt riskieren die Gesundheit ihres Kindes. Das ist das Ergbenis einer Studie des Rober-Koch-Institutes.

Ein mit einer braunen Flüssigkeit gefülltes Glas und 2 leere Schnapsflaschen.
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Die Wissenschaftler haben die sogenannte Fetale Alkoholspektrums-Störung (FASD) jetzt genauer unter die Lupe genommen: Bis zu 16.000 Neugeborene pro Jahr weisen demnach geistige Schäden auf, die im direkten Zusammenhang zu dem Alkohokonsum ihrer Mütter stehen - Tendenz steigend. Die Kaufmännische Krankenkasse verzeichnete in dem Erhebungszeitraum zwischen 2010 und 2014 einen Anstieg der FASD-Fälle von rund 85 Prozent.

Hinter der Abkürzung FASD lauert ein ganzer Katalog von Schäden, die durch Alkoholkonsum beim Ungeborenen verursacht werden.

Andrea Baer vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Halle

"Alkohol passiert die Plazenta ungehindert, so dass der Embryo oder Fötus den gleichen Alkoholpegel wie seine Mutter aufweist. Im Klartext heißt das: Während die werdende Mutter von einem Glas Sekt noch nicht einmal einen Schwips bekommt, kann das Ungeborene schon einen Vollrausch haben, der die kindliche Entwicklung bereits empfindlich stören kann", sagt Andrea Baer von KKH in Halle.

Die Liste der alkoholbedingten Folgen ist erschreckend: Fehlbildungen am Skelett und an den Organen, Herzfehler, Wachstums-, Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen und häufig eine verminderte Intelligenz bis hin zu lebenslanger körperlicher und geistiger Schwerbehinderung.

"Wenn alle Schwangeren konsequent auf Alkohol während der Schwangerschaft verzichten würden, wäre FASD vermeidbar“, resümiert Baer. "In dieser Zeit also Hände weg vom Alkohol, egal in welcher Form und wie verlockend und verführerisch der Anlass auch sein mag.“