Alles zum Thema Maßeinheiten


Wer legt eigentlich fest, wie viel ein Kilogramm wiegt?

Am 20. Mai 1875 haben 17 Staaten, darunter Deutschland, die sogenannte Meterkonvention unterschrieben. Ziel war es, das sogenannte metrische System als internationales System von Maßeinheiten zu etablieren und auszubauen. Im Anschluss daran wurde das Internationale Büro für Gewichte und Maße gegründet, welches in Paris sitzt und unter anderem über das sogenannte Ur-Kilo wacht. Definiert wurde ein Kilogramm als das Gewicht eines Kubikdezimeter Wassers. Ein Meter wiederum ist festgelegt als das Zehnmillionstel der Erdmeridianlänge vom Pol zum Äquator.


Gibt es so etwas wie objektive Maßeinheiten?

Schon heute leiten sich die meisten Maßeinheiten aus sogenannten Naturkonstanten ab, sind also definiert als Ableitungen aus objektiven, naturwissenschaftlichen Beobachtungen. Länge und Zeit etwa leiten sich aus Lichtgeschwindigkeit oder Elektronen-Ladungen ab.


Warum sind exakte Maßeinheiten so wichtig?

In der aktuellen Hochtechnologie zählen Größenunterschiede von wenigen Nanometern (dem Millionstel eines Millimeters) oder Zeitunterschiede im Bereich sogenannter Femtosekunden (dem Millionstel einer Milliardstel Sekunde). Ein Anwendungsbeispiel dafür sind die Gravitationswellendetektoren in den USA und in Europa, mit deren Hilfe die von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen nachgewiesen werden konnten. Um diese Wellen aufspüren zu können, mussten die Instrumente im Nanometerbereich genau arbeiten.


Warum nutzt beispielsweise England andere Maßeinheiten?

Die Maße der sogenannten angloamerikanischen Maßsysteme entstammen meist dem mittelalterlichen England. Anders als das metrische System sind sie aber nicht in sich geschlossen. Offiziell haben die Regierungen der USA und Großbritanniens ihre Maßsysteme deshalb bereits aufgegeben. Wenn Maße wie Yard oder Pound noch existieren, sind sie definiert als eine bestimmte Umrechnung der entsprechenden Maße des metrischen Systems.