FAQ Müll von heute - Rohstoff von morgen?


Was ist Müll?

Unter Müll verstehen wir Abfälle aus Haushalt, Gewerbe und Industrie.


Ist Müll gleich Müll?

Nein. Müll wird nach verschiedenen Arten gesammelt und verwertet.


Warum kam Müll früher in nur eine Tonne?

Der Haushaltsmüll hatte bis zu den 1970er-Jahren ganz andere Bestandteile: Asche, Küchenabfälle, Papier und Konservendosen. Einweck-Gläser wurden wiederverwertet.  


Seit wann wird Müll getrennt?

1985 gab es im Landkreis Nürnberg erstmals Tonnen für Papier, Biomüll und Restmüll.

Die DDR hatte für Glas, Papier und Altmetall funktionierende Wertstoff-Kreisläufe entwickelt - das System der Sekundärrohstoffe, kurz SERO.


Welche Regeln gibt es für die Mülltrennung?

Auf den ersten Blick ganz einfach: Papier, Glas, Plastik, Biomüll, Restmüll. Aber ganz so simpel ist es dann doch nicht.

Kartons und Verpackungen aus Pappe gelten als Papiermüll. Leere Glasbehälter gehören farblich sortiert in entsprechende Container. Ausnahme: Blaues und rotes Glas soll in die grünen Glascontainer.

Was in den Biomüll hinein darf, hängt auch ab von den Verwertungsmöglichkeiten der Kommune, also ob sie eine Biovergärungs- oder eine Kompostieranlage benutzt. Zu Bioabfall gehören u.a. Gartenabfälle, Topfpflanzen, Speisereste, Eierschalen, Gemüsereste, Knochen, Teebeutel, Haare, Federn, Kleintierstreu.

Verpackungsmüll kommt in die Gelbe Tonne: Leichtverpackungen aus Kunststoff, Alu, Weißblech oder Getränkekartons. Aber Vorsicht – ganz so einfach ist es nicht: Einwegrasierer, Feuerzeuge, Filme, Videokassetten, Kugelschreiber, Filzstifte gehören da nicht hinein.   

Für andere Abfälle wie Bauschutt, Gartenabfälle, Batterien, Flachglas, Glaskannen aus der Kaffeemaschine, Elektroschrott gibt es spezielle Sammelstellen wie Wertstoffhöfe.  


Was unterscheidet Recycling vom Upcycling?

Hinter beiden Begriffen steckt die Idee, möglichst viel Profit aus einem Material zu schlagen. Wobei beim Upcycling die Wertsteigerung im Vordergrund steht. Da werden Holzpaletten zu Möbeln oder vertikalen Blumenbeeten, halbierte Autoreifen zu Fahrradständern, Plastikflaschen zu dekorativen  Bewässerungs- oder hängenden Gärten, alte Telefonzellen zu offenen Bibliotheken. Dahinter steckt die Idee, dass es für jeden Gegenstand ungezählte Verwendungsmöglichkeiten gibt.

Beim Recycling geht es nicht um die Aufwertung eines Materials, sondern einen gewinnbringenden Kreislauf an sich.


Können wir nicht einfach aufhören Müll zu produzieren?

Jain. Keinen Müll zu verursachen, ist in Europa so gut wie unmöglich, wenn man von Lebenskonzepten wie dem ehemals im Wald lebenden Aussteiger Jürgen Wagner alias "Öfföff" absieht. Aber weniger Müll machen - den Schlüssel dazu hat jeder in der Hand: Unser Konsumverhalten sorgt für weniger oder mehr Müll.

Es fängt zuhause an – trinken wir Leitungswasser oder Wasser aus Plastikflaschen? Benutzen wir beim einkaufen wiederverwendbare Tragetaschen oder Transportkisten? Gehen wir in Supermärkte oder in Unverpackt-Läden? Entscheiden wir uns für oder gegen mehrfach verpackte Süßigkeiten? Muss man Kleidung neu kaufen oder geht auch Second Hand, tauschen, weiterschenken, weiterverkaufen? Braucht jeder im Haus eine eigene Bohrmaschine oder können sich Haushalte bestimmte Dinge teilen? Diese Liste lässt sich unendlich fortsetzen.

Außerdem betreiben auch Kommunen oder gemeinnützige Vereine Tauschmärkte, aber auch im Internet gibt es viele Verschenk- und Tauschforen.

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell | Radio | 29. Januar 2019 | 17:50 Uhr