Ein Frau in einem Labor
Bildrechte: imago/Westend61

Unsterblichkeit Ewiges Leben - Sind Stammzellen die Lösung?

Der Traum vom ewigen Leben ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Da es die "Unsterblichkeitspille" nicht gibt, müssen andere Ideen her. Könnten Stammzellen aus dem Knochenmark die Lösung bringen?

Ein Frau in einem Labor
Bildrechte: imago/Westend61

Verglichen mit normalen Gewebezellen haben Stammzellen eine ganz besondere Fähigkeit: Sie können sich teilen und bringen täglich immer neue Stammzellen hervor. Organe, wie etwa die Leber oder auch die Schleimhaut im Darm regenerieren sich, Knochen und Muskeln bauen sich ab und wieder auf. All das leisten Stammzellen. Allein das Knochenmark bildet etwa 300 Milliarden Stammzellen - pro Tag!

Am Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena beschäftigen sich Wissenschaftler mit Ursachen und Folgen der Alterung von Stammzellen. Für die Forschungsgruppe um Professor K. Lenard Rudolph deutet einiges darauf hin, dass Funktion und Regenerationskraft von erwachsenen Stammzellen im Alter abnehmen und Alterungsprozesse stark beeinflussen können. Warum das so ist, ist bisher noch unbekannt.

Unersetzbar: Blutzellen

Blutbildende Stammzellen sind die "Mutterzellen" aller Blutzellen. Sie werden im Knochenmark gebildet und gelangen von dort in den Blutkreislauf. Im Alter verändern sich manche dieser Stammzellen, sie mutieren. Wissenschaftler nennen diese mutierten Zellen "Klone". Sie sind nur bei älteren Menschen im Blut nachweisbar. Profesor Rudolph zufolge können diese "Klone" relativ groß werden:

Die können 10 bis 50 Prozent der Blutzellen bilden, die alle mutiert sind. (…) Diese mutierten Klone findet man nicht in Menschen, die jünger sind als 40 bis 45 Jahre. Und ab dem Alter werden die nachweisbar. Wenn man heutzutage guckt bei 70-Jährigen, dann haben 50 Prozent der 70-Jährigen solche mutierten Klone.

Verglichen mit den ursprünglichen Stammzellen haben die Klone veränderte Eigenschaften: Sie haben keine normale Funktion und sind hyper-inflammatorisch. Das bedeutet, sie lösen besonders viele Entzündungen aus. Inzwischen ist man sich sicher, dass chronische Entzündungen eine entscheidende Rolle bei typischen Alterserkrankungen wie Demenz oder Schlaganfällen spielen könnten. Rudolph zufolge ist das wahrscheinlich auch die Ursache dafür, dass Menschen, die solche Mutationen haben, dann häufiger Herzinfarkte und kardio-vaskuläre Erkrankungen entwickeln. 

Das Geheimnis ewiger Jugend?

Eine Lösung gegen das Altern könnte die Kryonik bieten. Dabei werden Nabelschnurblut und -gewebe mit Stammzellen von Neugeborenen eingefroren und damit quasi konserviert. Später werden die gefrorenen Zellen wieder aufgetaut und können möglicherweise neuen Knorpel aus Stammzellen bilden, um durch Abnutzung entstandene Knorpelschäden am Knie zu reparieren. Gelagert werden die gefrorenen Stammzellen in Metall-Tanks, zum Beispiel bei der Leipziger Biotechfirma  Vita34.

Eine Frau in Schutzanzug zieht in einem Labor für Kältetechnik gefrorene Proben aus einem Behälter.
Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm: Hauptsache Gesund | 25. Oktober 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2018, 15:27 Uhr