FAQ Wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus?


Wie kann künstliche Intelligenz die Medizin verbessern?

Algorithmen können deutlich schneller als Menschen riesige Datenmengen durchsuchen. Das könnte etwa bei der Diagnose eine große Hilfe sein, weil Mediziner dann nicht mehr selbst riesige Bücher wälzen müssen zu Fragen: Auf welche Krankheiten deuten die Symptome des Patienten hin und wie wahrscheinlich ist es, dass es sich um dieses oder jenes Krankheitsbild handelt? Künstliche Intelligenz nimmt also zeitraubende Recherchearbeit ab und versorgt die Ärzte dadurch viel schneller mit wichtigen Informationen.


Entscheidet dann ein Algorithmus über die richtige Therapie?

Denkbar ist, dass Computerprogramme nicht nur Informationen über Krankheitssymptome liefern sondern auch darüber, welche Therapien wann und unter welchen Bedingungen zur Heilung geführt haben. Entscheidungen aber können Maschinen nicht treffen, denn dann stellt sich die Frage: Wer ist verantwortlich dafür, wenn ein Fehler passiert? Ein Computer kann nicht vor Gericht gestellt werden, sein Programmierer kann aber auch nicht für alles zur Verantwortung gezogen werden, was mit der Maschine während der Anwendung passiert.


Ist ein Krankenhaus ohne menschliche Ärzte denkbar?

Nein, auch im Krankenhaus der Zukunft werden Menschen gebraucht. Denn Algorithmen und künstliche Intelligenz funktionieren letztendlich nur für Probleme, die sich in mathematische und damit berechenbare Schritte zerlegen lassen. Mit Berechnung lassen sich aber grundsätzlich nicht alle Probleme lösen, wie die Mathematiker Turing und Church in den 1930er-Jahren gezeigt haben. Genau wie menschliche Intelligenz ist also auch KI begrenzt. Mensch und Maschine ergänzen sich also, ersetzen können sie sich aber nicht.


Roboter im OP-Saal: Science-Fiction oder bereits Gegenwart?

Roboter sind längst unverzichtbare Assistenten in der Chirurgie. Sie können etwa besser als Menschen hochpräzise Schnitte in sensiblem Gewebe ausführen. Robert werden auch nicht müde und dadurch zittrig, wenn sie bestimmte Instrumente festhalten müssen, beispielsweise ein Endoskop mit dem sich ein Arzt tief im Inneren eines Patientenkörpers orientiert.


Können Roboter Krankenpflege übernehmen?

Am Universitätsklinikum in Halle wird derzeit im Rahmen des Projekts FORMAT der Roboter Pepper getestet. Dass Maschinen wie Pepper eines Tages menschliche Krankenpfleger ersetzen, halten die Forscher aber für sehr unwahrscheinlich. Die Nachbildung und Steuerung von Händen erweist sich als sehr kompliziert, Pepper kann damit zwar gestikulieren, putzen kann er aber nicht. Auch selbstständig sprechen und mit Patienten agieren kann er nicht. Die Wissenschaftler glauben daher, dass Roboter wie Pepper vor allem Assistenten sein werden, die Patienten beispielsweise aus oder in Betten heben oder für Untersuchungen vorbereiten. Mit den Patienten sprechen und Entscheidungen treffen müssen dagegen weiterhin menschliche Pfleger.


Müssen Ärzte und Krankenpfleger dann High-Tech-Spezialisten werden?

Mediziner und Pfleger müssen nicht Ingenieure oder Softwareentwickler werden, Angst vor der Technik dürfen sie aber auch nicht haben. Allerdings haben sie das auch nicht. Laut einer Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) interessieren sich 90 Prozent der Krankenhausbeschäftigten für neue Technologien in ihrem Beruf. Über 70 Prozent nutzen heute schon regelmäßig "digitale Technik in den Bereichen Kommunikation, Logistik, Management und Personal, Patientenversorgung, Information und Qualifizierung", heißt es in dem Papier. Ein Problem sind jedoch mangelnde Beteiligung und Information, wenn Kliniken neue Technik einführen. "Weniger als 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer fühlen sich rechtzeitig und umfassend informiert, wenn es um digitale Neuerungen geht."