Rezept: Waldbad 20 Minuten Waldbad senken Stresspegel

Waldbaden ist gesund - haben wir alle schon mal gehört. Aber die richtige Dosis kennen wir erst jetzt. Eine amerikanische Forscherin hat den Stresspegel untersucht, vor und nach dem Waldbad.

Spaziergang im Park
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Waldbaden liegt voll im Trend. Allerdings konnte bisher keiner die richtige Dosis benennen, wie viel Wald man für den gewünschten Effekt, sprich Entspannung und Entschleunigung, einplanen sollte. Jetzt ist es raus: Mindestens zwanzig Minuten sollte der Natur-Ausflug dauern - und zwar täglich. Das jedenfalls rät Dr. Mary Carol Hunter von der Universität Michigan, die im Fachmagazin "Frontiers in Psychology" das Ergebnis ihrer Studie veröffentlicht hat.

Cortisolspiegel sinkt ab 20 Minuten

Ein Mann im Büro mit dem Kopf auf dem Tisch.
Stresspegel im Alltag lässt sich senken Bildrechte: Colourbox.de

Über einen Zeitraum von acht Wochen mussten ihre Probanden mindestens dreimal wöchentlich zehn Minuten in der Natur verbringen. Die Test-Vorgaben waren sehr variabel und damit dem heutigen eher unvorhersagbaren, hektischen Tagesablauf angepasst. Genau dieses offene Setting ermöglichte es, die exakte Dauer für die Wirksamkeit der "Waldpille" herauszufiltern, sagte die Forscherin.

Die einzigen Vorgaben: Ort und Zeit waren egal, Hauptsache, der Proband fühlte sich in Kontakt mit der Natur. Stressfaktoren wie Sport und Mediennutzung waren verboten, genau wie Gespräche und Lesen; und es musste bei Tageslicht stattfinden. Alle zwei Wochen wurde vor und nach dem Waldbad der Cortisolspiegel der Versuchspersonen gemessen mittels einer Speichelprobe. Dabei zeigte sich: Den stärksten Effekt hatten Waldpausen zwischen 20 und 30 Minuten.

Und warum und wie wirkt der Wald auf uns?

Seit den 1980er-Jahren wird das Phänomen wissenschaftlich weltweit untersucht: Biophilia-Effekt nennt sich die Interaktion zwischen Mensch und Natur. Als einer der ersten hatte der schwedische Arzt Roger Ulrich 1980 belegt, dass allein der Blick auf einen Baum aus dem Krankenhausfenster Patienten schneller gesund werden lässt. Dem österreichischen Biologe Clemens Arvay zufolge empfangen Menschen im Wald die Signale, die Pflanzen untereinander austauschen. Diese Terpene kurbeln auch unser Immunsystem an. In Japan und in den USA ist Waldbaden eine staatlich anerkannte Therapieform.

Baum Umarmung.
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Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 18:32 Uhr