Weihnachten bis Neujahr Warum wir "Zwischen den Jahren" sagen

"Zwischen den Jahren". Der Ausdruck für die Zeit von Weihnachten bis Neujahr ist weitbekannt. Doch was bedeutet die Redewendung überhaupt und woher kommt sie? Eine Spurensuche in 2.000 Jahren europäischer Geschichte.

Sektgläser, Uhr und Weihnachtsbaumschmuck
Die Zeit von Weihnachten bis Neujahr wird auch als "Zwischen den Jahren" bezeichnet. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Der Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr ist uns auch unter dem Begriff "Zwischen den Jahren" bekannt. Doch woher kommt die Redewendung eigentlich? Schließlich ist doch unser Jahr klar definiert: Nach dem heute international gültigen Gregorianischen Kalender beginnt ein Jahr mit dem 1. Januar und endet mit dem 31. Dezember. Doch das war nicht immer so.

Im alten Rom etwa begann das neue Jahr ursprünglich am 1. März, wenn die hohen Beamten der Republik ihr Amt antraten. Im Jahr 153 vor Christi Geburt wurde dieser Tag erstmals auf den 1. Januar verschoben, womit auch das neue Jahr im Römischen Reich seither an diesem Tag begann.

Frühe Christen feiern am 6. Januar

Darstellung der Jungfrau Maria mit Kind
Jungfrau Maria und das Jesus-Kind, Gemälde aus dem 14. Jahrhundert: Im Mittelalter wechselte der Neujahrstermin mehrmals. Bildrechte: imago/United Archives International

Mit dem Auftreten des Christentums ab dem 1. Jahrhundert verkomplizierte sich die Lage allerdings. Die frühen Christen feierten das neue Jahr und die Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Im Jahr 354 legte der damalige Papst Liberius (gest. 366) allerdings fest, fortan die Geburt Jesu und auch das neue Jahr am 25. Dezember zu begehen. Mit der Festlegung auf den 25. Dezember versprach sich der Pontifex eine bessere Bekehrung der Heiden, die nach dem damals gültigen Julianischen Kalender an diesem Tag ihre Sonnenwendfeiern zelebrierten.

Mehrmals wechselte die Kirche im Mittelalter den Naujahrstermin. In weiten Teilen Europas wurde das Ende eines Jahres am 24. Dezember begangen, während Neujahr erst am 6. Januar gefeiert wurde. Die Zeit zwischen "Jahresende" und "Jahresanfang" lag damit "zwischen den Jahren".

Gregorianische Reform

Papst Gregor XIII.
Die Kalenderreform Gregors XIII. legte den 1. Januar als ersten Tag des Jahres fest. Bildrechte: imago/Leemage

Erst mit der Kalenderreform Papst Gregors XIII. (1502-1585) Ende des 16. Jahrhunderts wurde der 1. Januar wieder verbindlich als erster Tag des Jahres festgelegt. Allerdings wurde der Gregorianische Kalender zunächst vor allem aus konfessionellen Gründen nicht überall gleichzeitig  eingeführt. Das wiederum führte dazu, dass um die Zeit des Jahreswechsels die Jahreszahlen zwischen Gebieten des alten und des neuen Kalenders differierten. Auch das war ein Grund für den Ausdruck "zwischen den Jahren".

Erst im Jahr 1691 legte Papst Innozenz XII. (1615-1700) den 31. Dezember endgültig und verbindlich als letzten Tag des Jahres fest. Der Tag, an dem die Katholische Kirche den Todes- und Gedenktag von Papst Silvester I. (gest. 335) begeht, gab dem Tag schließlich auch seinen Namen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 27. Dezember 2019 | 08:48 Uhr

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