Eine Frau hält eine Zahnbürste in die Kamera.
Zahnpasta als Hautcreme? Besser nicht! Bildrechte: imago images/YAY Images

April, April Zahnpasta zur Hautpflege? Das kann nur ein Scherz sein

03. April 2023, 14:04 Uhr

Strahlend schöne und gesunde Haut dank Zahnpasta. Wenn Sie bei dieser Überschrift unserer Kolleginnen und Kollegen von MDR SACHSEN am Wochenende stutzig geworden sind, dann zurecht. Sie wurden in den April geschickt. Und vergessen am besten sofort, was Sie gelesen haben. Denn Zahnpasta gehört nicht auf die Haut. Selbst im Mund sind manche der Inhaltsstoffe umstritten.

Haben Sie schon mal auf die Liste der Inhaltsstoffe Ihrer Zahnpasta geschaut? Sie würden vermutlich überrascht sein, was Sie dort alles finden. Titandioxid zum Beispiel, das seit dem vergangenen Jahr in Lebensmitteln verboten ist. Der Grund, so das Bundesamt für Verbraucherschutz: "Eine erbgutschädigende Wirkung (Genotoxizität) konnte nicht ausgeschlossen werden."

Verbotenes Titandioxid (noch) in vielen Zahncremes

Im aktuellen Test von Universal-Zahncremes fand Ökotest den Weißmacher immer noch in 21 von 48 Produkten. Tendenz allerdings sinkend, so die Nachfrage des Magazins. Viele Hersteller meldeten demnach zurück, dass sie ihre Rezepturen bereits umgestellt hätten oder in naher Zukunft umstellen würden.

Titandioxid sollten wir unserem Körper also nicht zumuten, weder über den Mund noch über die Haut. Und auch die anderen Bestandteile sind als Hautpflegeprodukte eher nicht geeignet. Fluoride etwa, die in fast allen Zahncremes vorhanden sind, können die Haut reizen und zu Entzündungen führen. Wo diese nicht genutzt werden, in fluoridfreien Naturkosmetikpasten, hat Ökotest großflächig Blei nachgewiesen. Auch Menthol kann eine ähnlich entzündliche Wirkung auf die Haut haben oder Süßungsmittel wie Sorbitol, die ebenfalls enthalten sind. Natriumlaurylsulfat, das übrigens neben Zahnpasta auch in zahlreichen Duschgels und Shampoos verwendet wird, sorgt zwar für schönen Schaum, kann aber Allergien auslösen und macht die Haut auf Dauer trocken und spröde, weshalb Experten empfehlen, nicht täglich zu duschen.

Die Uni Jena hatte die Wirkung von Natriumlaurylsulfat auf die Haut bereits vor mehr als 20 Jahren untersucht und die hautschädigende Wirkung nachgewiesen. Hier finden Sie die Studienergebnisse zum nachlesen.

Aber was ist mit den Pickeln?

Das ist eine Geschichte, über die Sie vielleicht hier und da im weltweiten Netz gestolpert sind: Zahnpasta gegen Pickel. Genannt wird dabei die antiseptische Wirkung der Pasta oder die Tatsache, dass sie der Haut Flüssigkeit entzieht, was die Pickel austrocknen lasse. Das hat aber noch einen Nebeneffekt, denn gleichzeitig kann die getrocknete Zahncreme auf der Haut den Pickel auch verschließen, so dass er sich nicht entleeren kann.

Und wenn Sie rekapitulieren, was Sie bis hierher alles gelesen haben, dann überlegen Sie sich das vermutlich sowieso noch einmal, ob Zahnpasta wirklich ein gutes "Hausmittel" ist, mit dem man Hautprobleme bearbeitet.

Was Sie stattdessen alles für eine gesunde Haut tun können, und warum unser größtes und schwerstes Organ (1,8 Quadratmeter bei einem Erwachsenen, wenn man das Fettgewebe einrechnet, können da schnell 20 Kilogramm zusammenkommen) dringend noch mehr Forschung braucht, das finden Sie in den folgenden Artikeln und Podcasts.

gp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01. April 2023 | 08:20 Uhr