Berggorillas
Bildrechte: Martha Robbins / EVA

Erfolgsgeschichte Artenschutz Über 1.000 frei lebende Berggorillas

Berggorillas
Bildrechte: Martha Robbins / EVA

Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte und für die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig ein Grund zur Freude. "Die Population der Berggorillas im Virunga-Vulkan-Gebiet hat sich in den letzten drei Jahrzehnten trotz intensiver Gefährdung durch Wilderei, Habitatverschlechterung und Bürgerkrieg mehr als verdoppelt”, sagt Martha Robbins, Wissenschaftlerin und Gorilla-Expertin am EVA in einer Pressemitteilung.

Im Gebiet um die Virunga-Vulkane zwischen Ruanda und Kongo ergab die jüngste Zählung 604 Berggorillas (Gorilla beringei beringei). Im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda lebt die zweite bekannte Population mit 400 Berggorillas. Zusammen sind das also über 1.000 Tiere. Der Zensus war ein Gemeinschaftsprojekt der Naturschutzbehörden dreier afrikanischer Länder, in denen Berggorillas leben, mehrerer nicht staatlicher Naturschutzorganisationen sowie des EVA in Leipzig.

Mitte der 1980er-Jahre lebten gerade einmal 250 Berggorillas im Virunga-Gebiet. Bei der letzten Schätzung 2010 gaben die Forscher die Zahl mit 480 an. Das bedeutet über einen Zeitraum von sechs Jahren einen Anstieg um 26 Prozent. Für die Zählung durchstreiften Feldforschungsteams 2015 und 2016 mehr als 440 Quadratkilometer. In den folgenden 18 Monaten wurden etwa 1.100 Kotproben analysiert und dabei 604 verschiedene DNA ermittelt. 

"Die Analyse von DNA aus Kotproben ermöglicht es uns, Gorillas zu zählen, ohne sie vor Ort zu beobachten”, so Linda Vigilant, Leiterin des Primaten-Genetiklabors in Leipzig. "Als nächstes werden wir im Detail untersuchen, wie sich die Aufenthaltsorte von verschiedenen Individuen im Laufe der Zeit ändern. Damit werden wir weitere Einblicke gewinnen, wie sich Gruppen und Gruppenangehörigkeiten verändern.”

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Dieses Thema im Programm: 3sat Fernsehen | nano | 01. Juni 2018 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2018, 16:15 Uhr