Ein Mann dreht sich einen Joint mit Marihuana
Bildrechte: dpa

Arterienverkalkung Tabak ist schädlicher als Cannabis

Ein Mann dreht sich einen Joint mit Marihuana
Bildrechte: dpa

Langfristiger Cannabis-Konsum wurde in der Vergangenheit immer wieder mit Ablagerungen in den Herzarterien in Verbindung gebracht. Doch nun haben Wissenschaftler in einer Langzeitstudie der Universität Bern herausgefunden, dass nicht der Konsum von Cannabis das Problem ist. Vielmehr ist der gleichzeitige Tabakrauch Hauptursache für die Verkalkung der Arterien.

Über 25 Jahre beobachtet

Für die Untersuchungen wurden Daten aus der Langzeitstudie CARDIA verwendet, die seit 1985 die Entwicklung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und deren Risikofaktoren bei jungen Erwachsenen untersucht. Unter anderem erfasste sie über 25 Jahre lang auch den Cannabis- und Tabakkonsum von über 5.000 Teilnehmern. Im 25. Jahr unterzogen sich 3.117 Probanden einer Computertomographie, um das Calcium in den Herz- und Baucharterien zu messen. Bei 60 Prozent dieser Teilnahmer hatten sich Ablagerungen in den Arterien gebildet. 84 Prozent von ihnen konsumierten Cannabis, aber nur sechs Prozent von ihnen täglich. Hingegen rauchten 49 Prozent der Teilnehmer täglich Tabak.

Nur sehr hoher Konsum ein Risiko

Die Wissenschaftler stellten fest, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum und der Verkalkung der Arterien gibt. Bei den Teilnehmern, die ausschließlich Cannabis konsumierten, konnten sie diesen Zusammenhang aber nicht feststellen. Nur bei Personen mit sehr hohem Cannabiskonsum lässt sich ein Trend zu einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose feststellen.

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 11. April 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 13:29 Uhr