50 Jahre Apollo 16: Die vorletzte bemannte Mondlandung

Es ist 50 Jahre her, als die Apollo-16-Astronauten der Nasa zum Mond aufgebrochen sind. Ihre Saturn V-Rakete beförderte sie am 16. April in den Weltraum: Der Beginn einer elftägigen Reise und einer Mondlandung am 21. April 1972.

Apollo 16 Astronaut John Young salutiert auf der Mondoberfläche neben der US-Flagge. Im Hintergrund befindet sich das Landemodul.
Apollo 16 Astronaut John Young salutiert auf der Mondoberfläche neben der US-Flagge. Im Hintergrund befindet sich das Landemodul. Bildrechte: Nasa

Es war der 16. April 1972 um 12:54 Uhr (Ortszeit), als die Riesenmondrakete Saturn V in den Weltraum aufbrach. In Deutschland war es damals 19:54 Uhr, als die Nasa-Astronauten Ken Mattingly, John Young und Charles Duke zum Mond starteten. Sie waren die Astronauten der Apollo 16-Mission und Teil der insgesamt zehnten bemannten Mondmission.

Die Apollo 16 Astronauten (v.l.n.r.):  Thomas K. Mattingly II, John W. Young und Charles M. Duke Jr.
Die Apollo 16 Astronauten (v.l.n.r.): Thomas K. Mattingly II, John W. Young und Charles M. Duke Jr. Bildrechte: Nasa

John Young (24.11.1930 - 05.01.2018) war der Kommandant der Mission, Ken Mattingly (geb. 17.03.1936) war Kapselpilot und betrat die Mondoberfläche nicht, wogegen Charles Duke (geb. 03.10.1935) als Pilot der Mondlandefähre gemeinsam mit Young auf der Mondoberfläche landete.

Im Sommer 2019 scherzte Duke auf einem Event zu 50 Jahren Mondlandung (Apollo 11) im Technikmuseum in Speyer gegenüber dem deutschen Esa-Astronauten Matthias Maurer, dass er immer noch der jüngste Mensch sein, der je auf dem Mond war.

Die Mondlandung

Nach knapp vier Tagen erreichten die Apollo-Astronauten den Mond, um am 21. April auf dem Trabanten zu landen. Nach einem problemlosen Flug landete die Fähre um 2:23 Uhr (koordinierte Weltzeit) auf dem Descartes-Hochplateu, das sich auf der uns zugewandten Seite des Mondes befindet. Young und Duke betraten die Mondoberfläche nur 276 Meter vom ursprünglich geplanten Landeplatz.

Die nächsten 71 Stunden verbrachten sie auf dem Trabanten und führten während dieser Zeit drei EVA-Einsätze (extra-vehicular activity; dtsch. Außenbordaktivität) durch. Mit ihrem ersten Außeneinsatz holten sie das Mondauto aus seiner Halterung heraus und aktivierten seine Systeme. Darüberhinaus stellten sie das vierte Apollo Lunar Surface Experiments Package (kurz: ALSEP; dtsch.: Paket für Apollo-Mondbodenexperimente) auf. Mit diesem wurden Langzeitexperimente auf dem Mond durchgeführt, wie beispielsweise die Messung von Mondbeben.

Ausflüge auf dem Mond und Rückkehr zur Erde

Während des zweiten und dritten Einsatzes wurden verschiedene Proben eingesammelt und die beiden Astronauten legten insgesamt 27,1 Kilometer Wegstrecke mit ihrem Mondfahrzeug zurück. Ihre Kollegen der Apollo-15-Mission fuhren noch etwas mehr herum. Dafür machten Young und Duke als erste Astronauten Fotos mit einer UV-Kamera. Mit dieser konnten sie astronomische Aufnahmen von Bereichen machen, die man durch die atmosphärischen Störungen auf der Erde nicht erblicken konnte.

Apollo 16 Astronaut Charles Duke vor dem Mondfahrzeug auf der Mondoberfläche.
Apollo 16 Astronaut Charles Duke vor dem Mondfahrzeug auf der Mondoberfläche. Bildrechte: Nasa

Insgesamt verbrachten Duke und Young während der Mondspaziergänge und Erkundungstouren rund 20 Stunden auf der Mondoberfläche. Nach knapp drei Tagen kehrten sie zurück zu ihrem Kollegen Mattingly. Bevor sie aber zurück zur Erde kehrten, machte Mattingly noch einen Weltraumspaziergang und holte die Filmkassetten aus dem Servicemodul heraus. Nach ihrem Aufbruch am 24. April landeten sie mittels Wasserung am 27. April sicher im Pazifik.

Der fast vergessene Mond

Nach Apollo 16 sollte nur noch eine Mission zum Mond aufbrechen. Es waren die Astronauten der Apollo-17-Mission, die im Dezember 1972 auf der Mondoberfläche landeten. Bis zur nächsten großen Mondmission der Vereinigten Staaten von Amerika sollten 50 Jahre vergehen.

Mit der ersten Artemis-Mission soll im Sommer 2022 zunächst ein unbemanntes Raumschiff den Erdtrabanten umrunden. In wenigen Jahren sollen dann die ersten Menschen den Mond umrunden. Eine erste neue Mondlandung ist für die Mitte der 2020er-Jahre geplant. Mit Artemis III sollen dann jährlich weitere Astronauten und Astronautinnen auf den Mond fliegen.

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