SpaceX startet Transporter 4 Mission mit deutschem Projekt

Die Transporter-4-Mission des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX wird neben kleineren Satelliten auch den deutschen EnMap-Satelliten zur Erdbeobachtung an Bord haben. Die Mission soll am 1. April starten.

SpaceX Falcon 9-Rakete
Bildrechte: NASA/Joel Kowsky

Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX soll am 1. April mit seiner "Transporter 4"-Mission in den Weltraum aufbrechen. An Bord der Trägerrakete des Typs Falcon 9 werden sich auch mehrere Mikro- und Nanosatelliten befinden. Zu den Kundinnen und Kunden gehören kommerzielle und staatliche Institutionen.

Die Satelliten sollen in einen sonnensynchronen Orbit transportiert werden. Der Satellit und ein bestimmter Punkt auf der Erde sind dann immer zur selben Uhrzeit synchron zueinander.

Das Rideshare-Programm für Kleinsatelliten

Bei den Transporter-Missionen handelt es sich um eine Reihe, bei der kleinere Satelliten mit anderen größeren Satelliten als "rideshare" – also als Mitfahrgelegenheit – ins Weltall befördert werden. Mit dem Smallsat Rideshare Program (engl. Kleinsatelliten-Rideshareprogramm) können kleine Nutzlasten zu einem relativ günstigen Preis in den Weltraum befördert werden. 

Für einen Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm verlangt SpaceX lediglich eine Million US-Dollar, bei der Konkurrenz kann das bis zu fünf Millionen US-Dollar kosten. Die Transporter-3-Mission ist zu Jahresbeginn ins All aufgebrochen.

Außerdem müssen die Kundinnen und Kunden so keine festen Flüge buchen. Sie buchen einfach einen freien Platz auf einer der Transporter-Missionen, die noch nicht voll ausgelastet ist. Durch dieses Verfahren verschieben sich die Starts andere Auftraggeber auch nicht, falls sich die Bereitstellung der Nutzlast verzögert. Jedoch steht als Zielort nur der sonnensynchrone Orbit zur Verfügung. Und falls der Flug nicht ausgebucht ist, kann SpaceX den freien Platz mit seinen eigenen Starlink-Satelliten für Internet aus dem All nutzen.  

Die Fracht der Transporter-4-Mission

Über die Fracht der vierten Transporter-Mission ist derzeit nicht viel bekannt. Zumindest weiß man, dass sich an Bord der Mission auch ein regulärer Satellit befinden wird, der aus Deutschland stammt. Es handelt sich um den Erdbeobachtungssatelliten EnMap (Environmental Mapping and Analysis Program; engl. Programm zur Kartierung und Analyse der Umwelt).

Eine künstlerische Darstellung des EnMap-Satelliten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und dem GFZ, dam deutschen Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums in Potsdam. Im Hintergrund befindet sich die Erde.
Eine künstlerische Darstellung des EnMap-Satelliten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und dem GFZ, dem deutschen Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums in Potsdam. Bildrechte: OHB System AG, DLR

EnMap: Deutsches Projekt bei Transporter 4

Mit EnMap soll die Erdoberfläche auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn aufgezeichnet werden. Der Satellit wird sich dabei in einer Höhe von ungefähr 650 Kilometern befinden. Der 980 Kilogramm schwere Satellit kann die Erde mit einer Bodenauflösung von 30 mal 30 Metern aufnehmen. 

Ziel ist es, Informationen über Vegetations-, Boden- und Wasserparameter aufzuzeichnen und zu analysieren. Denn die Daten können Rückschlüsse auf Veränderungen der Umwelt ermöglichen. Dabei sollen die Aufnahmen in verschiedenen, teils eng beieinanderliegenden Lichtfrequenzen erfolgen. Der dafür nötige Sensor sowie der Satellit wurden von der Bremer OHB System AG entworfen. 

Die wissenschaftliche Leitung hat bei diesem Projekt das GFZ, das deutsche Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums in Potsdam. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum DLR übernimmt das Raumfahrt-Management der Mission.

Wann startet die Transporter-4-Mission von SpaceX?

Der Start wird vom amerikanischen Raumhafen Cape Canaveral aus vor der Küste Floridas erfolgen. Das Launchfenster soll sich am 1. April um 18.24 Uhr (MESZ) öffnen. Den Start kann man Live auf YouTube mitverfolgen, beispielsweise auf dem nachfolgenden Channel von Space (Official). 

0 Kommentare