Chang'e 5: Ansetzen zur Mondlandung

Die chinesische Mondmission Chang'e 5 ist am 24. November (Ortszeit) zum Mond aufgebrochen. Die Landung soll voraussichtlich am 1. Dezember erfolgen. Ziel der Mission ist es, Mondgestein zur Erde zu bringen. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Die Aufnahme der Apollo 15 Mission zeigt den Vulkanberg Mons Rümker auf dem Mond. Er befindet sich im Gebiet Oceanus Procellarum
Die Aufnahme der Apollo 15 Mission zeigt den Vulkanberg Mons Rümker auf dem Mond. Er befindet sich im Gebiet Oceanus Procellarum Bildrechte: NASA / Apollo 15

Update 30.11.2020:

Das Landefahrzeug der chinesischen Mondmission Chang'e 5 wird voraussichtlich am 1. Dezember zur Mondlandung ansetzen. Laut next spaceflight soll am 15.13 Uhr (UTC) der Landeanflug beginnen. In Deutschland wird es dann 16.13 Uhr (MEZ) sein. Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA äußert sich bezüglich eines konkreten Landetermins weiterhin nicht. Der Orbiter hatte sich am 30.11.2020 um 4.30 Uhr (BJT) von seinem Lander und dem Aufstiegsmodul getrennt, wie der chinesische TV-Sender CGNT berichtet. In Deutschland war es dann 21.30 Uhr am 29.11.2020 (MEZ). Durch die Trennung zum Orbiter kann die Landung eingeleitet werden.

Update 27.11.2020:

Der Beginn der Mondlandung wird voraussichtlich am 30. November 2020 stattfinden. Die Uhrzeit ist, laut next spaceflight, auf 20.30 Uhr (UTC), beziehungsweise 21.30 Uhr (MEZ) angesetzt.

Am 24. November um 4.30 Uhr morgens (Ortszeit) ist die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA in den Weltraum aufgebrochen. Der Launch vom Weltraumbahnhof Wenchang (Südchina) verlief reibungslos. Ihr Ziel: Der Mond und die Rückkehr mit bis zu zwei Kilogramm Mondgestein im Gepäck.

Dafür muss das Landefahrzeug der Mission Chang'e 5 erst einmal auf der Mondoberfläche landen. Ein gefährliches Unterfangen, das in der Hälfte der Versuche gescheitert war. Doch bereits mit der Chang'e 4 Mission hatten die Chinesen 2019 eine sichere Landung auf dem Mond absolviert.

Besonderheiten des Landeortes

Chang'e 5 soll voraussichtlich am 27. November auf der Mondoberfläche landen. Als Landeort wurde der Vulkanberg Mons Rümker ausgesucht. Er befindet sich im Nordwesten des Gebietes Oceanus Procellarum – lateinisch für Ozean der Stürme. Man kann das Gebiet auf der Vorderseite des Mondes erkennen. Bei Vollmond muss man dafür in den dunklen oberen linken Bereich schauen. Das gesamte Gebiet erstreckt sich über einen Durchmesser von 2.592 Kilometer.

Bisher hat sich noch keine Mondlandung auf dieses Gebiet konzentriert. Das Besondere: Es ist verhältnismäßig jung, geschätzte 1,2 Milliarden Jahre. Die Mondproben würden somit vollkommen neue Erkenntnisse über den Mond und seine Aktivitäten bringen. Die bisherigen Gesteins- und Staubproben von den amerikanischen Apollo-Missionen sowie den sowjetischen Luna-Missionen sind zwischen 3,1 und 4,4 Milliarden Jahre alt.

Der Landevorgang

Chang'e 5 wird sich bis zum 27. November dem Mond annähern. Dabei werden Flugbahnkorrekturen durchgeführt, die auf das Schlüsselbremsmanöver vorbereiten sollen. Dieses Manöver soll ein versehentliches Vorbeifliegen am Mond verhindern, teilt die chinesische Raumfahrtbehörde in ihrer Pressmeldung vom 24.11.2020 mit.

Mondfahrzeug Chang'e 5
Ein Modell des chinesischen Mondfahrzeug Chang'e 5. Bildrechte: imago/Xinhua

Nach der Ankunft in der Mondumlaufbahn, wird die Sonde zunächst einen gewissen Zeitraum um den Himmelskörper fliegen. Anschließend wird sich die Sonde in zwei Teile aufteilen. Orbiter und Wiedereintrittskapsel werden dabei in der Umlaufbahn bleiben. Die Lander-Ascender-Kombination wird auf dem Mond landen.

Der Landetermin ist dabei nicht in Stein gemeißelt. Die Sicherheit einer erfolgreichen Landung geht vor. Deswegen könnte sich der eigentliche Landevorgang noch verschieben.

Die Aufgabe und Rückkehr

Nach der Landung wird ein mechanischer Arm Oberflächenschmutz einsammeln. Mit einem Bohrer wird Gestein aus zwei Meter Tiefe gefördert. Geplant ist, bis zu zwei Kilogramm Mondgestein und -erde einzusammeln. Diese werden anschließend in einem Vakuumbehälter aus Metall verpackt.

Die Aufstiegsstufe wird die Probe zurück in die Mondumlaufbahn bringen. Dort wird sie an den Orbiter andocken. Dieser wird dann gemeinsam mit ihr und der Wiedereintrittskapsel zurück zur Erde fliegen. Dort soll die Landung veraussichtlich am 16. oder 17. Dezember in der Inneren Mongolei erfolgen.

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