Die Alpha-Monocerotiden Sternschnuppen

Bis zu 1.000 Sternschnuppen pro Stunde werden erwartet. Die Alpha-Monocerotiden tauchen morgens am 22. November über Europa auf und sollen den Himmel zwischen Sirius und Prokyon vor Kometenstaub zum Glühen bringen.

Eine Sternschnuppe über einem Felsbogen in Italien.
Eine Sternschnuppe über einem Felsbogen in Italien. Bildrechte: imago/imagebroker

Am Morgen des 22. November können sich die Anbeter des Einhorns und alle Sternschnuppenfreunde über ein seltenes Ereignis freuen. Bis zu 1.000 Sternschnuppen werden aus dem Sternbild des Einhorns erwartet. Dabei gehört der Meteorstrom der Alpha-Monocerotiden mit eigentlich fünf Sternschnuppen pro Stunde normalerweise zu den eher unauffälligen Himmelserscheinungen.

Bereits seit 15. November sind die Alpha-Monocerotiden für zehn Tage zu beobachten. Die meisten Sternschnuppen erscheinen am Morgen des 22. Novembers gegen 5:45 Uhr. Mit etwas Glück sausen zwischen 100 und 1.000 Sternschnuppen über den Himmel. So prognostizieren es die NASA-Wissenschaftler Esko Lyytinen und Peter Jenniskens. Gute Chancen auf einen Sternschnuppen-Regen soll man in Europa haben.

Nicht alle sind so euphorisch. "In der zweiten Novemberhälfte sehen wir durch den Sternschnuppenstrom der Leoniden ohnehin schon mehr Sternschnuppen als sonst. Eventuell kommen dazu in den Tagen um den 22. November herum noch die eigentlich eher unauffälligen Alpha-Monocerotiden - ob und wenn ja wie viele es tatsächlich werden, ist aber sehr, sehr unsicher", erzählt Carolin Liefke im Gespräch mit MDR Wissen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Haus für Astronomie in Heidelberg.

Unscheinbare Ausreisser

Eigentlich sind die Alpha-Monocerotiden unspektakulär. Wer seinen Kopf nicht in den Nacken legt und seinen Blick nicht pausenlos in den Himmel richtet, wird wahrscheinlich keine einzige Sternschnuppe sehen. Anders sah es in den Jahren 1925 und 1935 aus. In beiden Jahren wurden mehr als 1.000 Sternschnuppen beobachtet – ein wahrhafter Sternschnuppenschauer. Auch der November 1985 war eine Ausnahme. Um die 700 Sternschnuppen spuckten die Alpha-Monocerotiden aus. Im November 1995 waren es immerhin 400 Sternschnuppen pro Stunde.

Warum mal viel? Warum mal wenig?

Mehr als fünf Sternschnuppen die Stunde ist die Ausnahme. Doch warum ist das so und wer steckt hinter dem Phänomen? Zum einen steckt die Erde dahinter. Bei ihrem Weg um die Sonne kreuzt sie die Umlaufbahn eines Kometen. Auch dieser Komet umrundet die Sonne und hinterlässt auf seinem Weg eine Staubspur. Sobald die Erde diese Spur kreuzt und die Staubteilchen in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen diese und ziehen eine lange Leuchtspur hinter sich her. Mal ist die Spur hell, mal ist sie dunkel.

Da der Komet an einigen Stellen eine stärkere Staubspur hinterlässt als an anderen, ist die Intensität der Sternschnuppen von Jahr zu Jahr verschieden. Doch um was für einen Kometen es sich handelt ist unklar. Zumindest weiß man, dass der Komet wahrscheinlich 500 Jahre für seine Reise um die Sonne braucht.

Der Schweif des Einhorns

Gute Sternschnuppen-Aussichten hat man am 22. November, wenn man sich morgens an einen dunklen Ort mit freier Sicht begibt. Ausrüstung ist nicht von Nöten. Die Sternschnuppen können über den ganzen Himmel hinweg mit bloßem Auge im Südwesten beobachtet werden. Dort befindet sich das Sternbild Einhorn, dessen griechischer Name Monoceros der Namensgeber für den Meteorstrom ist.

Zwar handelt es sich um ein leuchtschwaches Sternenbild. Jedoch befindet sich unter dem Einhorn der helle Hundsstern Sirius – Teil des Sternbildes Großer Hund. Zwischen diesem Sternbild und dem weiter oben liegendem Sternbild Kleiner Hund – dessen hellster Stern Prokyon ist – befindet sich das Einhorn. Noch weiter oben am Himmelszelt ist Pollux aus dem Sternbild Zwilling zu finden. 

Früh aufstehen, warm anziehen

Wer seinen Blick gen Westen schweifen lässt stößt unweigerlich auf das Orion-Sternbild. Somit sind die Alpha-Monocerotiden und ihr scheinbarer Ursprung, das Sternbild Einhorn, von alten Bekannten umgeben. Zur weiteren Orientierung: Der Mond steht zu dieser Zeit am südöstlichen Himmel und zeigt sich als abnehmende Sichel.

Wichtig: Warm anziehen. Wer an diesem Morgen die Sternschnuppen anschauen will, sollte bereits gegen fünf Uhr nach draußen gehen. Der Meteorstrom wird zwischen 15 und 45 Minuten anhalten. Wer zu lange im warmen Bett liegen bleibt, wird wohlmöglich keine Sternschnuppe am Himmel sehen.

Übrigens: Dieses Jahr gibt es noch mehr Gelegenheiten zum Wünschen. Am 14. Dezember wird der Germiniden Meteorschauer zu sehen sein. Bereits eine Woche später, am 21. Dezember, finden die Ursiden ihren Höhepunkt und verwandeln den Himmel zu einem Wunschkonzert. Und am dritten Januar geht das Spektakel mit den Quadrantiden sofort weiter. Der Himmel wird im Winter von Sternschnuppen regelrecht verwöhnt.

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