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Einer der größten Meteorströme findet bereits im Januar statt: Die Quadrantiden. In der Nacht vom 3. auf den 4. Januar finden sie ihren Höhepunkt. Dieses Bild ist 2018 im Allgäu entstanden. Bildrechte: imago images / Jan Eifert

Die Sternschnuppen der Quadrantiden

von Patrick Klapetz

Vom 3. auf den 4. Januar können Sie die Sternschnuppen der Quadrantiden beobachten. Über die ganze Nacht hinweg fliegen bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel hinweg. Wie entstehen eigentlich Sternschnuppen? Und wie kann man die Quadrantiden am besten beobachten? Mehr dazu:

Das Jahr ist um und die Sternschnuppen der Geminiden und Ursiden sind vorbei. Doch Anfang 2022 können Sie bereits die nächsten Sternschnuppen am Nachthimmel beobachten. Die Quadrantiden gehören zu den vier stärksten Meteorströmen und ihren Höhepunkt erreichen sie in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar. Dann werden bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel hinweg fliegen – zumindest, wenn ideale Bedingungen herrschen. Die Faustregel besagt, dass man die Hälfte der angegebenen Sternschnuppen abziehen kann. Das ist immer noch viel: ungefähr eine Sternschnuppe pro Minute.

Die ersten Sternschnuppen konnte man bereits seit dem 28. Dezember 2021 beobachten, auch wenn es nur wenige waren. Aber immerhin sind das bessere Chancen als bei den Ursiden, die man nur mit viel Glück erkennen konnte. 

Der ideale Zeitpunkt für Sternschnuppen

Vorausgesetzt, die Nacht ist klar und wenig oder gar nicht bewölkt, haben Sie in der Nacht zum 4. Januar 2022 die Möglichkeit, mehr als nur eine Sternschnuppe zu erspähen. Die Sonne wird bereits gegen Viertel nach vier Uhr nachmittags (MEZ) untergehen. Bis es komplett dunkel ist, wird ungefähr eine Stunde vergehen. Wenn Sie sich jetzt noch an einem dunklen Ort mit wenig Lichtverschmutzung befinden, haben Sie ideale Bedingungen, um nach den Quadrantiden Ausschau zu halten. 

Der Mond wird an diesem Abend nicht stören, da erst am 2. Januar Neumond war. Somit wird höchstens eine schmale Mondsichel am Firmament erscheinen. Das ist gut, weil das reflektierte Sonnenlicht vom Mond sonst die Nacht erhellen würde. Damit wird manche schwach leuchtende Sternschnuppe kaum zu sehen sein. Selbst wenn Sie sich nicht an einem sehr dunklen Ort befinden, beispielsweise in der Stadt, können Sie trotzdem die ein oder andere Sternschnuppe erblicken.

In dieser Darstellung können Sie den Ursprung der Sternschnuppen der Quadrantiden sehen. Am 3. Januar 2021 finden Sie die Sternschnuppen um 23 Uhr am nord-nord-östlichem Nachthimmel. Bildrechte: Robert Rönsch / MDR

Wo findet man die Quadrantiden?

Um die Quadrantiden zu erblicken, sollten Sie nach Sonnenuntergang gen nord-nordwestlicher Himmelsrichtung schauen. Dort werden Sie gegen 18 Uhr das Sternbild Drache erkennen. Darunter werden bereits die ersten Sternschnuppen zu sehen sein – wobei es natürlich keine exakte Vorhersage für einzelne Sternschnuppen gibt. Bis circa 21 Uhr wird der scheinbare Ursprung der Quadrantiden, ihr Radiant, sich zur nördlichen Himmelsrichtung hinbewegen und sich zunächst dem Horizont annähern. 

Dann steigen die Sternbilder und die Quelle der Sternschnuppen wieder höher am Horizont an. Gegen 1.45 Uhr wird der Radiant hoch am Nordost-Himmel stehen. Das Sternbild Drache befindet sich nun links-oberhalb des Sternschnuppenschauers. Über ihm findet man das Sternbild Großer Bär, unterhalb Herkules und rechts davon den Bärenhüter. Bis zum Morgengrauen können Sie die Sternschnuppen beobachten, die bis dahin immer höher am Firmament zu beobachten waren und sich mittlerweile in östlicher Himmelsrichtung befinden. Je später die Nacht, desto besser die Chancen, eine Sternschnuppe zu erblicken.

Diese Darstellung zeigt Ihnen, wo sie die Quadrantiden am 4. Januar um vier Uhr morgens sehen können. Die Sternschnuppen finden Sie in nord-ost-östlicher Himmelsrichtung. Bildrechte: Robert Rönsch / MDR

Deswegen gibt es Sternschnuppen

Wie entstehen Sternschnuppen eigentlich? Jene hellen Schweife, die wir als Sternschnuppen sehen, sind nichts anderes als Staubkörner und kleine Bröckchen, die von Asteroiden oder Kometen auf ihrem Weg um die Sonne zurückgelassen wurden. Je näher sie dem Stern unseres Sonnensystems kamen, desto heißer wurde es für sie und sie fingen an, zu zerbröckeln. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne hinterlassen sie einen Schweif aus Staub und Gesteinen, durch den auch die Erde kreist. 

Wenn die Erde den Asteroiden- oder Kometenschweif durchquert, treffen die kleinen Partikel auf die heiße Atmosphäre der Erde. Es kommt zu einer Reibung und die Luft um den Staub- und Gesteinskörnern beginnt zu ionisieren. Wir nehmen dies als hellen Schweif, als eine Sternschnuppe wahr. 

Woher kommen die Quadrantiden wirklich?

Zwar wissen wir ungefähr, wo die Sternschnuppen am Nachthimmel erscheinen werden, aber das ist nur ihr scheinbarer Ursprung. Tatsächlich sind sie ein Überbleibsel vom Kometen C/1490 Y1. Dieser wurde bereits vor 500 Jahren in China beobachtet und ist bereits auseinandergefallen. Die Quadrantiden gehören zu den vier stärksten Meteorströmen, zu denen noch die Geminiden, Perseiden und Eta-Aquariiden gehören.

Sternschnuppen über das Jahr hinweg

Es gibt sogar Jahre, in denen sich bis zu 200 Quadrantiden-Sternschnuppen pro Stunde am Himmel zeigen. Dieses Jahr gehört vermutlich nicht dazu. Ohnehin ist das Jahr 2022 in astronomischer Sicht eher unspektakulär.

Neben den Quadrantiden gibt es noch einige andere Meteorströme. Die meisten fallen dabei gar nicht auf, da sie zu ihrem Höhepunkt nur wenige Sternschnuppen hervorbringen. Manchmal fällt ihr Höhepunkt auch auf die Mittagszeit, wo wir sie nur sehr schlecht erkennen können.

Jedoch gibt es noch die April-Lyriden, die in manchen Jahren einen regelrechten Ausbruch an Sternschnuppen vorweisen können. Die Eta-Aquariiden finden im Mai statt. Bei guten Umweltbedingungen können bis zu 50 Sternschnuppen für uns sichtbar über den Himmel hinweg fliegen.

Die Perseiden sind im Juli und August zu beobachten. Mit etwas Glück erscheinen dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Auch die Leoniden laden im November zum Beobachten ein. Im Dezember gibt es die Geminiden, die sich kurz vor Weihnachten am Himmel zeigen.