Experimente für die ISS gesucht: Einsendeschluss 15. Oktober

Noch bis zum 15. Oktober haben Studierenden-Experimente die Chance auf ein Reise zur Internationalen Raumstation ISS. Dafür müssen Sie bis zum 15. Oktober um 12 Uhr (MESZ) einen Versuchsvorschlag absenden:

Die Internationale Raumstation vor dem Horizont der Erde
Für die Internationale Raumstation ISS werden Experimente von Studierenden gesucht. Bildrechte: NASA/Mark Garcia

Der Traum vom All bleibt vielen verwehrt. Das kann sich bald für Studierende aus Deutschland und Luxemburg ändern. Mit dem "Überflieger 2" Projekt haben vier Teams die Chance darauf, ein Experiment zur Internationalen Raumstation ISS zu schicken. Dafür müssen die Interessenten bis zum 15. Oktober um 12 Uhr (mitteleuropäischer Sommerzeit) ihren Versuchsvorschlag abschicken. 

Was für ein Experiment gesucht wird? Es sollte technisch und wissenschaftlich umsetzbar und wertvoll sein. Aus welchem Fachbereich der Versuchsvorschlag kommt, spielt dabei keine große Rolle. Jedoch gibt es ein paar Grundvoraussetzungen: Die Teams sollten aus mindestens vier Personen bestehen, die im Idealfall auch aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommen – beispielsweise der Ingenieur und Naturwissenschaftler mit dem Medienmenschen. Außerdem sollten die Studierenden bis 2023 an einer deutschen oder luxemburgischen Hochschule eingeschrieben sein, da das Experiment zwischen Ende 2022 und dem ersten Quartal 2023 zur ISS geflogen wird.

Vier Experimente aus zwei Ländern

Beim Einsendeschluss am 15. Oktober 2021 müssen die Experimente nicht fertig sein. Es sollen lediglich Versuchsvorschläge eingesendet werden. Bis Ende November beziehungsweise Anfang Dezember werden die vier Siegerteams bekanntgegeben. Drei Experimente sollen aus Deutschland kommen und eins aus Luxemburg. Damit die Versuche umgesetzt und gebaut werden können, erhält jedes Gewinnerteam einen Zuschuss von jeweils 20.000 Euro.

Mitte Februar 2022 werden die Teams zur vorläufigen Entwurfsprüfung nach Luxemburg eingeladen. Die kritische Entwurfsprüfung soll Mitte Juni 2022 erfolgen. Diese wird an den jeweiligen Team-Standorten erfolgen, genau so wie bei der Überprüfung der Flugtauglichkeit Mitte September 2022.

Der Transport zur Internationalen Raumstation ISS und die Intriebnahme der Experimente soll frühestens im vierten Quartal 2022 erfolgen, spätestens aber im ersten Quartal 2023. Damit die Experimente tatsächlich ausgewählt werden, müssen noch ein paar technische Grundvoraussetzungen erfüllt werden.

Der Astromaut Alexander Gerst ist in einem Raumanzug außerhalb der ISS zu sehen.
Die deutsche Beteiligung auf der ISS war immer sehr groß. Kein Wunder, dass Studierende die Chance auf Experimente in der Schwerelosigkeit erhhalten. Bildrechte: Alexander Gerst

Wie sollen die Experimente aussehen?

Die Astronautinnen und Kosmonauten an Bord der ISS werden keine Zeit dafür haben, die Versuche stetig zu beobachten und durchzuführen. Deswegen müssen die Experimente autonom funktionieren. Dazu gehört die passende Stromversorgen, Schnittstellen für den Datentransfer, vor allem aber folgende Grundvoraussetzungen: Das Experiment darf maximal zwei Kilogramm wiegen und muss in einen 2U Container passen – demnach eine Größe von maximal zehn x zehn x 20 Zentimetern haben.

Außerdem dürfen die Experimente keine explosiven, leicht entflammbaren oder gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten. Genauere Informationen finden sich auf der Internetseite von Überflieger 2.

Wer darüber hinaus noch Fragen hat, konnte diese am 1. September um 10 Uhr, dem 2. September um 15 Uhr und dem 16. September um 13 Uhr in einer Online-Fragesession stellen.

Die bisherigen Gewinner-Experimente von Überflieger

Wer eine Inspirationsquelle für ein mögliches Experiment benötigt, kann sich die Gewinnerexperimente des ersten Überflieger-Wettbewerbs anschauen. Dazu gehörten das ARISE Experiment, dass die Rolle elektrische Aufladungen bei der Geburt von neuen Himmelskörpern untersucht hatte. Der Name steht für "Planet formation due to charge induced clustering on ISS" (engl. Planetenbildung durch ladungsinduzierte Clusterbildung auf der ISS). 

Beim PAPELL-Experiment (Pump Application using Pulsed Electromagnets for Liquid relocation; engl. Pumpenanwendung mit gepulsten Elektromagneten zur Flüssigkeitsverlagerung) wurden neuartige Pumpentechnologien untersucht, mit denen beispielsweise die Treibstoffversorgung auf zukünftigen Raumfahrtmissionen gewährleistet werden sollte.

Beim V3PO-Experiment haben sich die Studierende dem Gemüseanbau im Weltraum gewidmet. Dabei wurde untersucht, wie und ob sich bei Stecklingen ohne den Einfluss der Schwerkraft Wurzeln sowie Sprossen und Blätter bildeten. 

Das EXCISS-Experiment (Experimental Chondrule Formation at the ISS; engl. Experimentelle Knorpelbildung an der ISS) hat sich mit mineralischen Partikeln beschäftigt, mit denen die ersten Planeten in unserem frühen Sonnensystem entstanden waren. Während des Versuchs wurde eine Sandstaubwolke beobachtet, die kontinuierlich elektrischen Blitzen ausgesetzt wurde. Die Energie der Blitze hat für Zusammenstößen gesorgt und letztendlich zur Verschmelzung der mineralischen Partikel geführt.

Ein weiteres Experiment widmete sich der menschlichen Gesundheit: Mit dem MMARS-1 Versuch wurden Methan produzierende Bakterien (Methanohene) beobachtet. Sie tragen zur Gesundheit des Mikrobioms im menschlichen Verdauungssystem bei. Mit dem Versuchsaufbau sollte geschaut werden, wie sich Methanohene an die Mikrogravitation anpassen und ihre Stoffwechselaktivität und ihr Wachstum damit verändern.

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