Venus als hellster Morgenstern

Am 10. Juli erreicht die Venus ihre stärkste Leuchtkraft als Morgendstern. Wann man die Venus beobachten kann und warum sie gerade an diesem Abend so hell ist, erklären wir hier:

Die Venus, von der ISS aus gesehen
Bildrechte: NASA/JAXA

Am 10. Juli erreicht die Venus ihren größten Glanz. Neben Sonne und Mond ist sie das hellste Objekt am Morgenhimmel. Um kurz vor drei Uhr in der Früh wird die Venus am nordöstlichen Horizont aufgehen. Um fünf Uhr, wenn es bereits hell wird, wird unsere nächste Nachbarin im Osten stehen. Sonnenaufgang wird bereits um 5.07 Uhr sein. Der Mond wird dann zusammen mit dem Mars am südlichen Himmelszelt stehen und allmählich verblassen.

Mit -4,7 mag erreicht der zweite Planet unseres Sonnensystems seine höchste Leuchtkraft. Hinter der Bezeichnung mag verbirgt sich Magnitude, die scheinbare Helligkeit eines Objektes. Ihre Zahl gibt an, wie hell ein anderer Himmelskörper oder Fixstern ist, wenn man ihn von der Erde aus betrachtet. Je geringer die Zahl, desto heller der Stern. Zum Vergleich: Die Sonne hat von der Erde aus getrachtet eine absolute Helligkeit von zirka -27 mag, der Vollmond von fast -13 mag und der Polarstern leuchtet mit fast 2 mag. Dies zeigt auch, dass nicht der Polarstern der hellste Stern am Himmel ist.

Venus und Mondsichel
Venus und Neumond. Bildrechte: NASA/Bill Dunford

Über Monate hinweg leuchtstark

Doch warum leuchtet die Venus über Monate hinweg so hell? Das erklärt Carolin Liefke, wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Haus der Astronomie in Heidelberg: "Da spielen sich zwei Effekte gegeneinander aus. Zum einen sind Erde und Venus je nachdem wo sie sich auf ihren Umlaufbahnen um die Sonne befinden, unterschiedlich weit voneinander entfernt (zwischen 40 und 260 Millionen Kilometer, Anm. der Redaktion). Je näher sie sich kommen, desto größer erscheint die Venus und desto heller ist sie. Zum anderen hat die Venus Phasen, ähnlich wie der Mond, und je größer der beleuchtete Anteil der Venusoberfläche, desto heller ist sie."

Grafik: Venus vs. Erde
Venus und Erde im Vergleich auf einer NASA Grafik. Die Gravitation ist ähnlich, aber die Temperatur umgerechnet 460 Grad Celsius ist nichts für Spaziergänge. Bildrechte: NASA/Goddard/Conceptual Image Lab, Brian Monroe

Ein tatsächlicher Helligkeitsunterschied ist aber nur für Experten mit den entsprechenden Messgeräten wahrzunehmen, er liegt im Bereich der hinteren Kommastellen. Bereits zu Jahresbeginn war die Venus als Abendstern zu bewundern. Ab Mai verschwand sie und tauchte erst wieder im Juni als Morgenstern am Firmament auf.

(PK)

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